MotoGP-Sportdirektor senkt Wachstumserwartungen im Vergleich zur Formel 1: "Andere Größenordnung"
MotoGP und Formel 1 gehören derselben Firma, aber das heißt nicht, dass sie dasselbe sind.
Der Kauf von MotoGP durch die Formel-1-Eigentümergruppe Liberty Media Anfang dieses Jahres führte zu schnellen Vergleichen und der Überzeugung, dass sie versuchen werden, den Motorradwettbewerb so wachsen zu lassen, wie es die Formel 1 in den letzten Jahren getan hat – dank vieler Transmedia-Strategien wie der Netflix-Serie Drive to Survive oder dem F1-Film. MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta sagte jedoch, dass man "die Erwartungen managen müsse" und wies auf große Unterschiede zwischen den beiden Motorsporten hin.
Ezpeleta sprach mit Motorsport Italia und warnte, dass MotoGP nicht versuchen muss, die Formel 1 nachzuahmen. "Es stimmt, dass es ähnliche Aspekte des Geschäfts gibt, aber in einem anderen Ausmaß. Wir haben ein klares Verständnis unserer Realität. Wir haben immer gesagt, dass Erwartungen gelenkt werden müssen, weil F1 ein einzigartiger Fall ist. Die Ausweitung und Durchdringung, die es erreicht hat, insbesondere in den Vereinigten Staaten, ist etwas, das kein anderer Sport erreicht hat. Nicht einmal der Fußball mit Milliarden von Euro hat das in diesem Ausmaß erreicht", sagte Ezpeleta über die Formel 1.
Es scheint, dass Ezpeleta nicht besonders optimistisch bezüglich des möglichen Wachstums von MotoGP ist. Er ist immer noch ehrgeizig, aber realistischer: "Als Mitarbeiter und Teil des MotoGP-Führungsteams bin ich der strategischen Vision der Liberty-Aktionäre verpflichtet. Aber das schmälert nicht unseren enormen Wachstumsanspruch. Wir müssen einfach die Wege und Zeitpunkte definieren und sie an unsere Realität anpassen.
Die Formel 1 ist ein einzigartiger und außergewöhnlicher Fall in der Geschichte des Sports; Wir sollten nicht versuchen, es nachzuahmen. Wir sehen, dass MotoGP in bestimmten Bereichen viele Vorteile hat; in anderen nicht", schloss er.
Ezpeleta sagte, dass "MotoGP bereits auf einem sehr hohen Niveau ist" und es noch viel Potenzial für Geschäftswachstum gibt: "Wir konzentrieren uns darauf, unsere Stärken zu verbessern, anstatt andere Disziplinen zu kopieren, und das zeigt sich daran, dass wir 600 Millionen Fans weltweit fesseln konnten."
Glaubst du, dass MotoGP am Ende genauso populär werden kann wie die Formel 1?

