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Yoostar 2: In the Movies

Filmhelden wollten wir doch schon immer mal sein - und das geht jetzt mit Playstation Eye und Microsoft Kinect. Auch wenn das Spiel keine Killerapplikation für die Kameras ist, sollten es sich alle Besitzer…
Gillen McAllister 20 Januar 2011

Klar, die 60 Euro für dieses Spiel ersetzen nicht den Gang zur Schauspielschule. Aber es gibt gute Gründe, das Geld rauszuhauen für diesen Partyspiel-Filmstudio-Hybriden. Erstens, weil Yoostar 2 perfekt hineinpasst in eine Freitagabend-Gameparty mit Freunden, die auch DJ Hero 2, Singstar oder Kinect Sports mögen. Und zweitens hält es einen davon ab, wieder 100 Euro für irgendwelche übergroßen Peripheriegeräte auszugeben...

Worum geht's im Spiel? Nun, wir spielen schlicht und einfach in einer von achtzig Szenen aus fünfzig Filme mit. Mitspielen heißt, diese entweder akkurat nachzuspielen oder sie frei zu improvisieren während des Versuchs, den Schauspieler in der Szene möglichst gekonnt zu emulieren. Die Szenen sind bis zu 60 Sekunden lang und wir werden in einer eher lockeren Partyart für unsere Performance bewertet. Man sieht dabei, mal ehrlich, natürlich die meiste Zeit aus wie ein Volldepp. Aber es gab eine Zeit, da hätten wir alle das gleiche gesagt über Freunde, die mit einer Plastik-Gitarre im Wohnzimmer herumhüpfen. Aber hey, niemand ist hier, um seine Würde zu bewahren. Wir wollen Spaß haben.

Auf dem Papier ist es einfach, ein Spiel wie Yoostar 2 zu vernachlässigen. Der 2008er-Vorgänger You're in the Movies war reine Zeit- und Geldverschwendung. Nur wenig von den Versprechen auf dessen Verpackung wurden eingelöst. Nicht einmal eine Werbekampagne mit Burt Reynolds hat es am Ende retten können. Das hatte sowohl mit der damals genutzen Technologie und der Qualität (oder dem völlige Fehlen) der Filmauswahl zu tun. Hmm, hat jemand die Xbox Live-Vision-Kamera je für etwas anderes benutzt als die mitternächtlichen Uno-Matches-Chaträume, die mittlerweile echte Gaming-Legenden sind? Meine Xbox-Kamera jedenfalls ist derzeit enger in den Tiefen der Müllhaufen-Schublade verschlungen als die Gedärme in meinem Körper...

Einmal Arnold Schwarzenegger sein? Ist jetzt machbar in diesem Partyspiel-Filmstudio-Hybriden.

Seither ist die Qualität der Hardware und der Filmsequenzen offenkundig stark verbessert worden. Nach einiger Zeit mit dem Spiel stellt sich dann echt heraus, dass es tatsächlich funktioniert und vielleicht sogar richtig Spaß mit Freunden machen könnte. Wie bei Dance Central oder jedem beliebigen Karaoke-Spiel muss man allerdings das anfängliche Unbehagen ignorieren, vielleicht etwas Alkohol trinken und dann will man gar nicht mehr aufhören....

Die vielleicht größte Verbesserung sind die Clips aus Filmen, die nicht direkt vom B-Movie Schrottplatz kommen. In der Tat sind einige echte Ikonne dabei. Es gibt eine Art Progression-System im Spiel, einen Challenge-Modus, in dem wir uns durch die gesamten Clips arbeiten. Party Play bietet allerdings freie Auswahl aus dem gesamten Angebot - von Anfang an. Ein großes Karussell dient als Menü zur Film- und danach der Szeneauswahl. Abschließend entscheidet man sich für die Rolle und kriegt einen kurzen Durchlauf der Textzeilen, um das Timing zu kennen.

Ein unmittelbares Problem ist, dass Yoostar 2 das gleiche verdammte Problem jedes Kamera-Spiels hat - es braucht ausreichend Platz. Man muss Sofas und Mitbewohnern aus dem Weg räumen, weil man sich relativ zur Position des Charakters auf dem Bildschirm positionieren muss - sei es nun zentral im Vordergrund oder vergraben im Hintergrund. Verschärft wird das Problem von der eher bizarren Entscheidung, uns nur ein paar Sekunden Countdown vor dem Start der Aufzeichnung zur Positionierung zu lassen. Die korrekt zu finden ist schlicht unmöglich in dieser kurzen Zeit. Da das Spiel nur aufzeichnet, was innerhalb des transparenten Rahmens rund um den Hauptdarsteller passiert, führt dies zu einigen bizarren Ergebnissen.

Von den fünfzig Filme auf der Disc sind die meisten aus dem Comedy-Genre. Blues Brothers, Tropic Thunder, American Pie und so weiter. Aber es gibt auch andere Streifen: Casablanca in schwarz-weiß, Karate Kid und andere Dramen testen die Schauspielfähigkeiten. Blitz will versuchen, den Lebenszyklus des Spiels mit einer harten Download-Politik nach der Veröffentlichung zu verlängern. Download-Pakete sind ab dem ersten Tag verfügbar und deren Preisstruktur soll sich an der Länge der Clips orientieren. Es gibt auch einen Schwerpunkt auf der Integration in soziale Netzwerke, so dass wir die Clips speichern und dann auf Facebook oder dem eigenen YouTube-Kanal veröffentlichen können.

Als Extra gibt's die Hollywood-Sets, die zuerst freigeschaltet werden müssen. Sie schubsen uns in berühmte Szenen, sowohl statische als auch bewegte, und erlauben uns eine völlig freie Interpretation von Top Gun, I am Legend oder Star Trek. Aber wie bei den normalen Clips hat man nur maximal eine Minute Zeit, wirklich epische Neuinterpretationen werden also eher ausfallen.

Zweite Meinung

{Yoostar 2} ist definitiv ein Erlebnis, das erst gemeinsam mit Freunden so richtig schön wird und wenn man mit ganzem Herzen bei der Sache ist. Das große Raum-Lichtverältnisse-Thema ist das gleichen wie bei jedem anderen Titel für Kinect und Playstation Eye. Wer die Hardware für das Spiel noch nicht hat, wird sie sich wegen {Yoostar 2} nicht unbedingt kaufen. Wer sie dagegen besitzt und Partyspiele mag, sollte es tatsächlich auf der Rechnung haben.

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1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
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