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Torchlight II

Torchlight II

Eigentlich wollte Runic Games einen direkten Vergleich mit Hauptkonkurrent Diablo III vermeiden. Nun erscheint Torchlight II nur wenige Wochen nach dem Rollenspiel-Giganten. In Amsterdam haben wir uns den Titel schon einmal angesehen und verraten euch, ob sich die Untergrundreise lohnt.

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Bevor Torchlight überhaupt veröffentlicht wurde, musste es sich schon gefallen lassen, als Diablo-Klon abgestempelt zu werden. Kein Wunder. Max Schaefer, verantwortlich für die Entwicklung der Torchlight-Reihe, ist einer der Gründer-Väter von Diablo. Dabei überraschte Torchlight bei seinem Erscheinen 2009 am Ende viele mit seinen innovativen Ideen und seiner sympathischen Spielwelt. Runic Games macht nun in Amsterdam deutlich, dass man sich dennoch die Kritik am ersten Teil zu Herzen genommen habe und mit Torchlight II vieles anders und besser machen will.

Dabei erwarten uns gleich bei der Charakter-Auswahl vier neue Klassen: der Nahkampfexperte Berseker, der Fernkämpfer Outlander, der Waffenexperte Engineer und der Embermage mit starken Elementar-Zaubern. Diese können auch noch nach persönlichen Vorlieben angepasst werden. Doch was Spiele wie The Elder Scrolls V: Skyrim zu einer wahren Wissenschaft machen, hält Runic Games bewusst simpel.

Wir legen nach der Wahl unserer Klasse lediglich das Geschlecht fest und verpassen dem virtuellen Abbild eine Frisur und komplette Gesichtszüge. Jede Klasse besitzt im Spiel eine besondere Fähigkeit, die aktiviert wird, sobald sich ein Balken aufgeladen hat. Das geschieht allerdings nur, wenn wir Attacken einsetzen, die für diese Klasse üblich sind. Setzen wir mit dem Berseker vermehrt auf unsere Fäuste, entfesseln wir etwa einen wahren Sturm kritischer Attacken. Auch die Attribute können mit jedem Levelaufstieg unabhängig verändert werden und wir erhöhen damit die Kraft hinter unseren Angriffen oder unsere Gesundheit.

Torchlight II
Wenn die für unsere Klasse typischen Angriffe ausführen, läd sich ein Balken auf. Dieser aktiviert dann eine besondere Fähigkeit frei, die großen Schaden anrichtet und deshalb sorgsam eingesetzt werden sollte..

Doch nicht nur hier gab es Erweiterungen. Auch unser treuer Begleiter des ersten Teils ist mit von der Partie. Aus nunmehr acht Klassen wählen wir ein Haustier, das uns im Kampf zur Seite steht. Dessen Art, egal ob Panther, Adler, Wolf, Katze oder beispielsweise Dogge, hat dabei keinerlei Einfluss auf seine Fähigkeiten. Die wurden für den zweiten Teil der Reihe weiter ausgebaut. Nunmehr leistet unser Tier mit bis zu vier Zaubersprüchen, die es lernen und selbstständig einsetzen kann, einen wichtigen Beitrag zum Kampfgeschehen. Dabei können wir aber noch immer gefundene Gegenstände in seine Taschen packen, damit wir in unseren eigenen Beuteln Platz für neue Ausrüstungsgegenstände schaffen. Innerhalb eines gewissen Zeitraums verschwindet unser Begleiter dann und verkauft den überflüssigen Krempel auf dem Basar der Stadt und besorgt gleichzeitig Tränke für Gesundheit und Mana.

Dann sind wir im Kampf wieder auf uns allein gestellt. Es sei denn, wir haben festgelegt, dass noch andere Abenteurer an unserer Reise teilhaben dürfen. Eine dauerhafte Internetverbindung wird beim Zocken dafür allerdings nicht benötigt und darin liegt sicher einer der Vorteile im Vergleich zu Diablo III, dessen Online-Zwang weiter stark kritisiert wird. Doch Blizzard Entertainment weist die Vorwürfe von sich und begründet die Entscheidung mit dem Schutz der Spieler vor Hackern.

Dass denen nun in Torchlight II Tür und Tor geöffnet wird, gibt Max Schaefer von Runic Games ohne Umschweife zu. "Wenn man so ein Spiel entwickelt, kann man zwei Wege gehen. Entweder man zwingt den Spieler immer online zu sein, dann ist das Spiel frei von Cheats. Oder, und diesen Weg sind wir gegangen, es ist ein vollkommen offenes Spiel, dass jeder genießen kann - mit Freunden oder allein. Dann ist es kein sicheres Spiel. Die einzige Sicherheit für die Spieler ist ihr Passwort." Finden wir uns dennoch mit bis zu fünf Freunden zusammen, knüppeln wir uns durch eine Unmenge an Untergrund-Dungeons.

Doch auch die Oberwelt spielt diesmal eine entscheidende Rolle. Wir verfolgen unsere Nebenaufgaben und die Hauptgeschichte nicht mehr nur in einer Stadt oder den unterirdischen Höhlen, sondern schlagen uns durch eine weitaus offenere und interessantere Welt. Dabei erwarten uns in den drei Akten des Spiels unterschiedliche Vegetationen und Wettererscheinungen. Wir erleben einen Wechsel von Tag zu Nacht und staunen über plötzlichen Schneefall nach dem Verlassen einer Höhle. Der zweite Akt spielt in einer heißen Wüstenlandschaft mit heftigen Sandstürmen. Das ganze präsentiert sich im gleichen comichaften Stil wie schon der der erste Teil. Das wirkt sympathisch, erzeugt aber selten eine so düstere Stimmung wie sie die Diablo-Spiele verbreiten.

Dass in Torchlight II auch nur selten ein großes Spannungsgefühl aufkommt, liegt daran, dass sich der Schwierigkeitsgrad viel zu niedrig und das Spiel damit viel zu einfach einfühlt. Das wurde bereits im ersten Torchlight kritisiert und umso verwunderlicher ist es, dass Max Schaefer während seiner Präsentation erklärt, dass der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Vorgänger noch einmal verringert wurde.

Und damit ergibt sich auch wieder eines der Probleme, die ebenfalls als großes Manko angesehen wurden. Die Übersicht geht in Torchlight II noch immer schnell verloren. Gerade wenn mehrere Spieler gemeinsam eine Horde Gegner aufmischen, fliegen die Beutestücke nur so in der Gegend herum und irgendwann klicken wir nur noch wahllos in das kochende Getümmel und treffen dennoch das richtige Ziel.

Torchlight II
In Torchlight II kämpfen wir nicht nur in dunklen Untergrund-Dungeons, sondern stellen uns auch oberirdisch einigen Herausforderungen. Dabei erwarten uns neben einem Tag- und Nacht-Zyklus auch verschiedene Wetterbedingungen und offene Welten.

Nützlich sind in solchen Situationen verschiedene Zauber, die wir zufällig von besiegten Gegnern erhalten und entweder unserem Charakter oder wie unserem Tier beibringen. So lassen wir knochige Skelette wieder auferstehen, die an unserer Seite kämpfen oder schießen Giftpfeile auf fiese Dungeon-Kreaturen. Mit zwei Waffen ausgerüstet arbeitet unser Avatar aber auch klug im Fern- und Nahkampf. Sind wir als Embergmage beispielsweise mit einer Pistole und einem Kampfstab ausgerüstet, schießen wir weit entfernten Gegnern zunächst ein paar Kugeln in die Magengrube, bevor sie für unsere Nahkampfwaffe erreichbar sind. Das Kampfgeschehen läuft stets flüssig und reibungslos ab und machte bereits nach den ersten Stunden des Anspielens Lust auf mehr. Wir sind uns fast sicher, dass sich der Diablo-Suchtfaktor auch in Torchlight II einstellen wird.

Unauffällig neben den Neuerungen und Verbesserungen bleibt die Geschichte des Spiels. Nach der Einleitungssequenz wissen wir zunächst, dass die Stadt Torchlight aus dem ersten Teil der Serie durch einen Alchimisten zerstört wurde und wir deshalb verschiedene Dörfer ablaufen, um diese zu warnen. Doch die Nebenmissionen beschränken sich auf die typischen Rettungs-, Escort- oder Sammelmissionen und werden oft ungelesen weggeklickt, ohne das dies größere Auswirkungen hätte. Vielleicht werden diese aber bis zum Erscheinen im Sommer noch durch innovative Szenarien ergänzt.

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