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Rage

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Wir sind nach Frankreich geflogen und haben einen ersten Blick auf Rage geworfen, den neuen Action-Shooter von id Software. Das Game soll mehr sein als ein reiner Run & Gun-Shooter mit geiler Grafik, verspricht Creative Director Tim Willits.

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if Software hat seit Anfang der 90er Jahre mit Actionspielen wie Wolfenstein 3D, Doom und Quake das Shootergenre begründet und will auch weiter "Hardcore-First-Person-Action bieten und damit den Inbegriff dessen, was id software bisher ausgemacht hat", sagt Willits. Das Spielerlebnis jedoch soll in Rage deutlich ausgeweitet und viel variabler gestaltet werden. Mal schauen.

Wie bei einem echten Date entscheiden immer der erste Eindruck, die ersten Sekunden darüber, ob einem das Gegenüber gefällt - oder eben nicht. Die äußeren Reize spielen gerade bei Videospielen für viele eine überragende Rolle. Rage macht hier keine Ausnahme, im Gegenteil. "Das Teil sieht hammermäßig aus", "super Grafik", "Awesome" - die in Frankreich geäußerten Impressionen internationaler Pressevertreter zeigen Einigkeit. Und in der Tat: ob Ausleuchtung, Licht- und Partikeleffekte, Explosionen, flüssige Animationen oder hochauflösende Texturdetails, die id Tech 5-Engine brennt ein wahres Feuerwerk ab und beeindruckt auf der als Präsentationsplattform genutzten Xbox 360-Entwicklerkonsole.

Rage
Ein Wasteland-Setting, das an Borderlands erinnert gepaart mit Waffensystemen, die an die Bioshock-Serie erinnern. Rage vereint viele gute Seiten in einem neuen Spiel.

Ein Raunen geht durch die Reihen, als Willits bestätigt, dass die Darstellung nicht nur in 720p HD erfolgt, sondern Rage auch mit ruckelfreien 60 Hz läuft. Die Geschichte des Spiels entführt uns in eine Zukunft, in der die Erde nach einem Asteroidentreffer zu weiten Teilen verwüstet wurde. In weiser Voraussicht haben die Regierungen einige Menschen in Cryo-Pods gesteckt, damit diese nach der Katastrophe das Überleben der Menschheit sicherstellen. Als diese Auserwählten erwachen, stellen sie jedoch fest, dass ihr Heimatplanet nicht nur ziemlich mitgenommen ist, sondern sich auch plötzlich eklige Mutanten und fiese Banditen mit halbwegs normalen Menschen um die kümmerlichen Reste der verbliebenen Ressourcen wie beispielsweise Wasser balgen.

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Was in herkömmlichen Run & Gun-Shootern Rechtfertigung genug für wilde Scharmützel ist, schiebt in Rage einen Prozess an, in dem der Spieler zwar ständig ums nackte Überleben kämpft, aber auch viele Freiheiten genießt. Die Nonlinearität des Actionspiels wird zum Beispiel darin Ausdruck finden, dass man sich größtenteils frei wird bewegen können und auch keine unmittelbare Festlegung auf eine der konkurrierenden Fraktionen stattfindet. "Trotzdem wird es kein Open-World-Shooter sein", verdeutlich Willits das Spieldesign, "die Spielwelt wird offen, aber zielgerichtet aufgebaut sein. Wir wollen nicht, dass Spieler in ihr verloren gehen, das würde nur zu Frust führen."

Rage
Hübsch, hübscher, Rage. Die Grafik ist wirklich ganz vorne dabei, da waren sich eigentlich alle bei der Präsentation Anwesenden einig.

Doch nicht nur die an Borderlands erinnernden Wastelands und Fahrpassagen wollen mit ihrer wilden Population für Abwechslung sorgen, auch die Ausrüstung des Protagonisten wird maßgeblichen Einfluss auf den Spielablauf haben. Kleidung wird eine wichtige Rolle spielen, was bereits beim ersten heruntergekommenen Ort (Wolfspring) ersichtlich wird, der in Frankreich exklusiv vorführt wird. NPCs reagieren je nach Ausrüstung unterschiedlich auf den "Mann aus der Vergangenheit, der ein bisschen wie Buck Rogers ist", schmunzelt Willits. Je nachdem, welche Art Anzug er trägt, verleiht dieser bestimmte Boni, etwa mehr Widerstandskraft gegen Beschuss. Vom Outfit wird zumindest teilweise auch die Auswahl der zur Verfügung stehenden Missionen und das Verhalten der einzelnen Fraktionen abhängen.

Wenig verwunderlich für einen Shooter ist es, dass neben solchen oberflächlichen Werten, auch die Bewaffnung eine herausragende Rolle spielen wird. Ähnlich wie bei der Bioshock-Serie wird jedoch jede Wumme unterschiedliche Munitionsarten unterstützen, darunter auch solche mit elementarer Schadenswirkung. Auf diese Weise sollen unterschiedliche Spielweisen unterstützt und das Spielerlebnis variabler werden. Während man eine Szene auch in Rambo-Manier angehen kann und seine Kontrahenten wild ballernd durchsiebt, eignet sich eine Armbrust für einen eher zurückhaltenden Lösungsansatz. Wird die Distanzwaffe etwa mit elektrisch geladenen Bolzen bestückt, lassen sich im Wasser stehende Feinde in Gruppen mit einem Streich auslöschen - und das auch noch deutlich unauffälliger.

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Rage
Auch Passagen mit Fahrzeugen gibt es in Rage, mit freien Missionen und festen Rennen.

Diese Variabilität in der Waffenkammer wird durch verschiedene nützliche Gadgets erweitert. Wer genügend wertvolle Utensilien aufsammelt, kann diese bei Händlern gegen fahrbare Minibomben mit automatischen Suchsystem oder freilaufende Gatling-Guns in Spinnenform eintauschen, die per Knopfdruck zur Unterstützung in heißen Gefechten eingesetzt werden. Der Clou: Je nachdem, wie viel Schaden die metallenen Geschützdroiden nehmen, lassen sie sich anschließend ihre Reste verwerten oder sie dürfen weiterverwendet werden. In der uns gezeigten Demo machten die Helfer einen etwas zu mächtigen Eindruck. Das mag jedoch auch daran liegen, dass die KI-Feinde noch sehr vorhersehbaren Angriffsmustern folgten und dadurch ohnehin kaum eine Gefahr darstellten.

Weitere Abwechslung will id software durch sich stetig abwechselnder Umgebungen (Willits: "Es gibt kein Copy-Paste-Design, sondern einzigartig gemalte Landschaften") sowie unterschiedliche Banditen und Mutantenpopulationen erreichen. Jede neue Umgebung soll demnach neue spielerische Herausforderungen bereithalten. Neben freien Fahrzeugmissionen und Rennen, die wiederum an Borderlands erinnern (und deren Steuerung etwas schwammig wirkt), haben wir beim Regenerierungssystem die Qual der Wahl: So gibt es nicht nur ordinäre Erste-Hilfe-Pakete für Sofortaufpäppelung des Lebensbalkens sowie medizinische Nanotechnologie, sondern auch die Möglichkeit, sich nach einem Niederschuss selbst zu defibrillieren. Verrückt... Damit das jedoch nicht ausartet, wird es nicht möglich sein, diesen Prozess mehrmals hintereinander durchzuführen - Multiplayer-Fans wird das vermutlich am meisten freuen. Apropos Multiplayer. Infos dazu wurden, außer einem "wir arbeiten hart daran", bisher noch nicht offenbart.

Die zugrunde liegende Technologie soll jedoch sehr flexibel und theoretisch für verschiedene Plattformen geeignet sein. So sind Willits zufolge auch Versionen für Mac und Linux aus technischer Sicht machbar und sogar für Ipad und Iphone denkbar, jedoch derzeit nicht in Planung.

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