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Life is Strange: True Colors

Life is Strange: True Colors - Ersteindruck

Wir haben einen Eindruck vom nächsten Ableger der Life-is-Strange-Reihe bekommen.

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Empathie ist ein Wort, das für viele von uns im letzten Jahr eine neue Bewandtnis erhalten hat. Beschwert und ermüdet durch eine unerwartete Pandemie, die einige von uns zu zerbrechen droht und quält, aber gleichzeitig viele Menschen in die Lage versetzt, die Gefühle Anderer tief in ihrem Inneren zu verstehen - weil wir alle etwas Ähnliches erleben. Empathie ist auch das zentrale Thema, um das sich Life is Strange: True Colors dreht; das neue Kapitel der beliebten episodischen Abenteuer, die von Dontnod gegründet, neuerdings aber von Deck Nine Games verantwortet werden. Sie übernehmen auch diese neue Erfahrung, die im direkten Vergleich zu den vorherigen Werken zwar einige wichtige Fortschritte erzielt, andere Aspekte - und zwar jene, die Life is Strange zu einem echten Kultphänomen im Bereich der grafischen Abenteuer gemacht haben - jedoch unverändert fortführt.

In Life is Strange: True Colors spielen wir Alex Chen, eine junge Frau, die kürzlich aus dem Pflegeheim entlassen wurde und bereit ist, ein neues Leben in Haven Springs zu beginnen. Ihr älterer Bruder Gabe lebt in dieser kleinen Bergstadt, doch die Beiden haben sich seit ungefähr acht Jahren nicht mehr gesehen. Aus der Videopräsentation, der ich beiwohnen durfte, ist nicht klar geworden, warum die beiden Geschwister getrennt wurden, aber es ist sofort ersichtlich, dass ihre Bindung nie abriss. Als Alex, die übrigens ebenfalls mit einem großen, musikalischen Talent gesegnet ist, in Haven Springs ankommt, lernen wir zwei neue Charaktere kennen: Ryan - einen großartigen Freund ihres Bruders Gabe (für den Alex offensichtlich etwas empfindet) - und Steph. Der jungen Frau gehört der Plattenladen in dieser Stadt und sie teilt somit Alex' große Leidenschaft für Musik.

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Was für Alex nach Jahren der Unruhe wie ein idyllischer Moment des Glücks beginnt, wird auf tragische Weise durch den plötzlichen Tod von Gabe unterbrochen. Zuerst scheint der Unfall nur als dramatischer Todesfall zu sein, doch Deck Nine Games machen klar, dass sich dahinter ein Geheimnis verbirgt. Und so versucht Alex, unterstützt von ihren neuen Freunden, die Ursachen für den unerwarteten Tod ihres Bruders zu verstehen. Leider scheint die gesamte Gemeinde in Haven Springs alles in ihrer Macht stehende zu tun, um uns daran zu hindern, die Wahrheit hinter Gabes Tod aufzuklären.

Genau wie in den vorherigen Spielen beginnt Life is Strange: True Colors seine Handlung also mit einem zu lösenden Rätsel. Davon ausgehend wird an weitere Themen angeknüpft, die Inspirationen zu bekannten Teenager- und Familiendramen aufweisen, die man im Fernsehen sieht. Familie, Trauer, der Wert von Freundschaft und das Leid des Lebens scheinen nur einige Punkte zu sein, die Nine Deck Games in True Colors untersuchen möchte. Begleitet wird das alles von einem übernatürlichen Element, dem unvermeidlichen Markenzeichen aller Life-is-Strange-Spiele.

In diesem Fall kann Alex die Superkraft der Empathie nutzen, denn das Mädchen kann tatsächlich die Auren der Menschen wahrnehmen. Sie kann somit die Emotionen Anderer fühlen und verstehen, warum und was ihr Gegenüber gerade fühlt. Das ermöglicht es ihr, mit ihnen in Kontakt zu treten und mehr von ihren verborgenen Seiten zu entdecken. Aber natürlich hat diese Gabe ihren Preis, denn wenn Alex von einem zu starken Gefühl oder einer Emotion, die sich nur schwer eindämmen lässt, übermannt wird, kann sie die Kontrolle verlieren. Wir müssen also lernen, die Grenzen unserer Spielfigur einzuschätzen, sonst verlieren wir ebenfalls die Kontrolle über sie.

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Diese neue Mechanik ermöglicht es True Colors auch, dem Spieler mehr Freiheit zu bieten, selbst in Bezug auf die Erkundung. Durch die Interaktion mit den Menschen aus unserer Umgebung und nicht zuletzt durch die Nutzung der Empathie können die Spieler die vielen Geheimnisse von Haven Springs und dessen Bewohnern entdecken. Während der Präsentation haben Deck Nine Games allerdings nicht detailliert beschrieben, was sie darunter verstehen. Wenn Spieler die lineareren Pfade früherer Spiele verlassen dürfen und beispielsweise wie bei Dontnods Twin Mirror bestimmte Bereiche in der Art und Weise erkunden können, wie sie es wollen, wäre das aber bereits ein Schritt nach vorne. Wir hoffen, in naher Zukunft etwas mehr zu erfahren, sobald wir uns dem Starttermin nähern.

Das Warten auf Life is Strange: True Colors wird nicht sehr lange dauern, denn die Veröffentlichung des Abenteuers ist für den 10. September geplant. Obwohl das Spiel immer noch in Kapitel unterteilt ist, werden alle fünf Folgen auf einmal veröffentlicht. In True Colors haben wir also die Wahl, ob wir die gesamte Erfahrung auf einmal bekommen wollen oder zwischendurch Pausen einlegen. Die Wahl bleibt bei den Spielern, die das Tempo selbst bestimmen dürfen.

Musik war schon immer ein wichtiger Bestandteil von Life-is-Strange-Spielen und das Gleiche gilt auch für True Colors. Der Soundtrack ist nach wie vor eines der denkwürdigsten Elemente dieser Abenteuer, doch in diesem Game nimmt die akustische Seite Einfluss auf die Narrative des Spiels - was Alex' innige Leidenschaft für Musik unterstreichen soll. Vertont wird die junge Frau übrigens von der Schauspielerin Erika Mori, während die US-amerikanische Sängerin/Songwriterin und Youtube-Sternchen Mxmtoon (Maia) (die unter anderem ein großer Fan von Life is Strange ist) Alex' Lieder im Spiel singt. In dem Video, das wir uns angesehen haben, spielt Mxmtoon eine Version von Radioheads „Creep", die sehr stimmig wirkte.

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True Colors stellt eine Art Neuanfang für Life is Strange dar. Es ist eine ausgereiftere Art, über die Themen nachzudenken, die die Spiele des Franchise bereits in der Vergangenheit angestoßen haben. Ein Wachstum, das nicht nur durch eine stärkere Selbstbeobachtung in bestimmten behandelten Fragen, sondern auch durch eine höhere Reife auf technischer Ebene wahrgenommen werden kann. Neben der visuellen Präsentation, die im Vergleich zum ersten Spiel aus 2015 große Fortschritte nachweisen kann, haben auch die mit modernen Motion-Capture-Verfahren aufgenommenen Sequenzen (zumindest die, die ich während der Präsentation gesehen habe), schon eher einen Next-Gen-Charakter.

Nach diesem ersten, kurzen Blick auf das kommende Life is Strange: True Colors kann ich meine unersättliche Neugier auf das Spiel ehrlich gesagt kaum verbergen. Die Protagonistin Alex hat alle Qualitäten, um in dieser Geschichte mit ihren vielen Fragen, die nur darauf warten, entdeckt und ans Licht gebracht zu werden, eine außergewöhnliche Beziehung zum Spieler aufzubauen. Wir können es kaum erwarten, die vielen Emotionen zu erleben, die True Colors am 10. September in sich zu vereinen scheint. Das Spiel wird auf Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series, PC und Google Stadia erscheinen.

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