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Infamous: Second Son

Infamous: Second Son

Klassisches Action-Gameplay trifft auf eine unglaublich schöne Optik und ein Effektfeuerwerk der Extraklasse - wir haben Infamous: Second Son angespielt.

Wenig subtil fällt es einem sofort auf. Infamous: Second Son sieht wirklich verdammt gut und hübsch aus. Sony schenkt uns ein Stündchen mit jenem Spiel, dass viele PS4-Besitzer herbeisehnen werden, ein bisschen auch einfach deshalb, weil es kaum neue Games gibt derzeit. Aber sie sehnen sich völlig zu Recht, dass hat die kurze Anspielsession klar untermauert. Sie ist an einer nicht näher eingeordneten Stelle der Story angesiedelt. Sehr weit fortgeschritten kann es nicht sein, denn die Fähigkeiten von Delsin Rowe sind noch begrenzt.

Nach dem schick inszenierten Intro, dass fast schon aufdringlich nah an die Gesichter der Charaktere zoomt, um die Fähigkeiten zu demonstrieren. Alles ist mit der In-Game-Engine gemacht, um einen nahtlosen Übergang zu sichern. Das Gesicht von Delsin Rowe sieht echt fantastisch aus. Leichte Hautunreinheiten, etwas zu fettig - man nimmt ihm den Twentysomething sofort ab. Das Gesicht seines Bruders ist sichtbar weniger intensiv aufgehübscht worden, aber der ist ja auch nicht die Hauptfigur.

Bevor wir uns im nächtlichen Seattle austoben können, steht nach der Zwischensequenz eine Entscheidung an: spiele ich den guten oder bösen Weg. Delsin Rowe ist wie schon sein Vorgänger Cole McGrath dominiert von dem Problem, zwischen zwei Strömungen wählen zu müssen. Wer ist mein Gegner? Töte ich Soldaten oder fessele sie nur? Heile ich (auch von mir) verletzte Passanten oder überlasse sie ihrem Schicksal? Das hat Auswirkungen auf den Spielverlauf und die Fähigkeiten, die Delsin zur Verfügung stehen werden.

Infamous: Second SonInfamous: Second Son
Delsin Rowe ist wie schon sein Vorgänger Cole McGrath dominiert von dem Problem, zwischen Gut und Böse wählen zu müssen.

Ich wähle zuerst den dunklen Weg, spiele danach aber direkt die gute Variante. In der Demo macht das tatsächlich kaum einen Unterschied, außer das die Missionen anders gelagert sind. Die wirkliche Sprengkraft dieses Konflikts wird man nur fühlen und erleben, wenn man das gesamte Spiel betrachtet. Für den guten Weg müssen wir im Hafen auf Hausbooten Drogen sichern und die Orte für ihre spätere Zerstörung markieren. In der bösen Variante müssen wir Polizisten bekämpfen und Demos niederschlagen.

Infamous: Second Son spielt in in einem wunderhübsch nachgebauten Seattle, knapp sieben Jahre nach den Ereignissen in Infamous 2. Der Vorgänger hatte zwei mögliche Enden, das PS4-Spiel knüpft am "guten" Ausgang an. Bei dem hatte die US-Regierung trotzdem erleben müssen, wie Empire City komplett zerstört wurde. Darum haben sie das DUP gegründet, das Department of Unified Protection. Alle Großstädte werden nur von DUP-Soldaten bewacht. Sie haben riesige Kontrollposten aufgebaut und kassieren Typen wie Delsin ein. Typen, die als Bio-Terroristen gelten, weil Superkräfte in ihnen wüten.

Delsin kann aber nicht nur Elektroschocks verteilen, sondern die Fähigkeiten anderer Sonderlinge kopieren. Und Delsin liebt es, all diese Macht auch nutzen, ob nun für den guten oder fiesen Zweck. Gut oder böse. Für die Story heißt das, dass wir unserem Bruder Reggie klar machen müssen, dass es keine gute Idee ist, sich der DUP auszuliefern. Hierfür stehen nun zwei Wege zur Verfügung, an deren Ende in beiden Fällen die hübsche und derzeit deutlich mächtigere Fetch unsere Freundin wird.

Infamous: Second Son
Die Steuerung ist wunderbar locker, sowohl in der Bewegung von Delsin als auch in den Kampfsequenzen.

Wenn Delsin auf die offene Spielwelt losgelassen wird, steht es ihm frei, seinen Weg zu gehen. Er kann sofort der Mission folgen (was sinnvoll ist) oder zur Space Needle rennen und versuchen, das Wahrzeichen zu erklimmen. Man will aber der Story folgen, denn nur hier wartet die Action. Und für die spielen wir das hier, natürlich. Sobald Delsin seine Kräfte auspackt, entfesselt sich auf dem Bildschirm ein grafisch spektakuläres Effektfeuerwerk. Kann man nicht anders nennen das Ganze. Gerade nachts. Spielbar sind zwei Fähigkeiten, die von Strom und Feuer beeinflusst werden. Wechseln lassen sich die an diversen Stellen im Spiel. Ein Druck aufs Touchpad unter einer Neonreklame bringt Delsin die Elektroschocks und die Fähigkeit, kurzzeitig zu schweben und problemlos an Fassaden hinaufzugleiten. Wer oben einen Schornstein findet, kann sich ebenso schnell Feuer ins Herz und die Hände holen. Mit den Rauchkräften kann sich Delsin auch von Luftschächten einsaugen lassen und so in Windeseile die Dächer der Hochhäuser erreichen. Die Spielwelt bietet uns wirklich eine tolle Vertikalität.

Das Gameplay liefert ein klassisches Infamous-Erlebnis. Die Steuerung ist wunderbar locker, sowohl in der Bewegung von Delsin als auch in den Kampfsequenzen. Das Kämpfen ist eine Mischung aus Shooter und Prügelspiel. Wir können sowohl mit Feuer als auch Strom in den Händen Gegner anvisieren, je nach Kraft zoomen oder einfach mit Nahkampfattacken eine Prügelei starten. Es lassen sich Kombos verketten und man erkennt sofort, dass das gut gemachte Action-Unterhaltung ist. Allerdings wirkte es in der Demo auch ein bisschen öde, was aber vor allen Dingen daran lag, das man nicht sterben konnte und so nicht erkennbar war, wie schwierig das Spiel eigentlich ist. Ich hatte das Gefühl, dass der komplexe Teil eher die Bewältigung der reinen Menge an Gegnern war, weniger die Anstrengungen gegen ihre leider kaum erkennbare Künstliche Intelligenz.

Infamous: Second Son
Es lassen sich Kombos verketten und man erkennt sofort, dass das gut gemachte Action-Unterhaltung ist.

Viel erkunden durften wir in Seattle auch nicht und auch die Kräfte ließen sich noch nicht aufpimpen. Nicht alles in der Stadt ist so interaktiv, wie man sich das wünscht. Zwar fliegen effektvoll Briefe aus zerstörten Postkästen, aber Fensterscheiben drei Meter weiter bleiben unbeeindruckt von Delsins Superkräften. Man fühlt allerdings die ganze Zeit das Potenzial, diese Möglichkeiten der Zerstörung. Man sieht den Bio-Terroristen förmlich weiter eskalieren vor dem geistigen Auge und kriegt Lust auf mehr dieser Action in Seattle. Die werden wir zu allen Tages- und Nachtzeiten erleben, was sicherlich noch einmal mehr die optische Schönheit herauszeichnen wird. Das Spiel ist wirklich beeindruckend schick, und wenn man sich jetzt vorstellt, was da in der kommenden Jahre möglich wird, bleibt einem die Luft im Hals stecken.

Es war nur eine kurze Demo, ein schneller Ausflug mit dem Helden, den viele PS4-Käufer als nächstes auf ihrer Konsole erleben werden. Sie werden Spaß mit ihm haben und der leichtgängigen Action. Manchmal werden sie den Kopf schütteln, etwa wenn der Superheld einfach hilflos im Wasser landet und automatisch an Land zurückgebeamt werden muss. Aber es sind hoffentlich nur kleine Ungereimheiten in einem Abenteuer, dass allem Anschein nach am 21. März auf der PS4 explodieren wird.

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