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Hawx 2

Hawx 2

Der draufgängerische und realitätsferne Luftkampf von Ubisoft rollt langsam auf die Startbahn. Wir haben die Solo-Kampagne von Hawx 2 gespielt und ein paar luftige Eindrücke eingefangen.

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Es war etwas seltsam Erotisches an dieser Szene: Eine Gruppe von Journalisten drängelt sich in einem Flugzeughangar um einen Bildschirm. Sie beobachtet einen Franzosen, der langsam und sehr vorsichtig versucht, den Füllstutzen seines Jet-Fighters in die ihn erwartende Öffnung des Kraftstofftanks einzuführen. Es braucht wiederholte, ungelenke Versuche, begleitet von gemurmelten Entschuldigungen und letztlich vier Minuten Zeit, bevor der Stutzen endlich drin ist. Spürbare Erleichterung breitet sich im Hangar aus.

Die Szene, die die Journalisten aufgeregt verfolgten, war eine... Luftbetankung. Ein neues Feature in Hawx 2, der Fortsetzung des einzigen Flugsimulators, der einem erlaubt, seinen Bordcomputer auszuschalten und das strenge Protokoll mit einem Backflip in der Luft durcheinander zu bringen. Starts und Landungen gibt es hier, auf Wunsch, natürlich auch. Genauso wie UAV-Bombardierungen und Nacht-Angriffe. Die Story ist von Intrigen geprägt, was der fieseste in einer Flugsimulation vorstellbare Arcade-Modus so richtig auskostet. Der Vier-Spieler-Koop- und der Acht-Spieler-Competition-Modus bilden den Multiplayer, die Einzelspieler-Kampagne umfasst drei verschiedene Armeen mit drei verschiedene Piloten: Amerikaner, Briten und Russen.

Die erste der vier Missionen, die ich gespielt habe, demonstriert den Start von einer US-Militärbasis. Mit detailreicher Umgebung, beweglichen Fahrzeugen und winzigen Lotsen, die mit den Armen fuchteln, setzt Hawx 2 einen Maßstab, den der Vorgänger nie erreichte - schon weil er es dem Spieler nie erlaubte, dem Boden überhaupt so nahe zu kommen.

Hawx 2
Öfter mal einen Blick nach unten riskieren, während der Jet sich fast wie von selbst fliegt. Da unten gibt's nämlich massiv verbesserte Details zu sehen.

Die Steuerung der Rollbewegungen auf der Basis ist hingegen beunruhigend stark eingeschränkt. Das Flugzeug kann zum Beispiel nicht über einen gewissen Punkt hinaus beschleunigen, bevor es auf der Startbahn ist. Der Versuch, den Jet in eines der Gebäude krachen zu lassen, oder (das will ja jeder mal probieren) die Bodencrew zu überfahren, hat nur zur Folge, dass das Spiel einen erbarmungslos auf die Startbahn zurücksetzt. Die Landungen sind wiederum eine viel spannendere Angelegenheit, denn mit jeder Mission scheinen die Landebahnen kleiner und kleiner zu werden. In der Oil City-Mission später im Spielverlauf bin ich zum Beispiel gezwungen, auf einem gefährlich schmalen Asphaltstreifen oben auf einer Tiefsee-Bohrinsel zu landen.

Erst in der Luft beginnt für Hawx 2 die natürliche Komfortzone. Alle Details am Boden wurden massiv verbessert, dichte Wälder und maßstabsgetreue Gebäude erlauben nun auch Missionen in niedriger Flughöhe. Der Flieger ist mit zielsuchenden Präzisions-Raketen bewaffnet - und deswegen ist es ein Leichtes, öfter mal einen Blick auf den Boden unter einem zu riskieren. Das Flugzeug fliegt sich derweil praktisch selbst und wählt Raketenziele mit Leichtigkeit aus. Die Macher versprechen außerdem Missionen mit dem AC-130, der berüchtigten Luftpanzer-Allzweckwaffe der Amrikaner, die das Töten so liebt.

In den Missionen mit unbemannten Luftfahrzeugen hat man noch mehr Gelegenheit, den renovierten Boden unter einem zu bewundern. Nicht nur, dass man gelegentlich ein Stück davon zur Hölle bomben muss - spätere Missionen führen ein Spionageelement ins Spiel ein. Man soll bei einem Lauschangriff im Tiefflug Gespräche in der Stadt unter einem abhören. Das alles klingt ein bisschen nach Splinter Cell - und die Ähnlichkeit ist kein Zufall: Manchmal arbeitet man mit Voron zusammen, dem russischen Äquivalent von Third Echelon aus Splinter Cell. Der glubschäugige Kestrel aus dem Koop-Modus von Splinter Cell: Conviction hat sogar einen Gastauftritt.

Hawx 2, zumindest sein Einzelspieler-Modus, fühlt sich sofort an wie das Original. Das beruhigt - macht einem aber gleichzeitig Sorgen. Die Liste der neuen Features passt auf eine Kippenschachtel, und nur die wenigsten sind wirklich substanziell. Aber Hawx 2 macht dennoch Spaß, stupiden Spaß. Es ist ein völlig beklopptes Luftschlachten-Spiel, das sich selbst niemals wirklich ernst nimmt.

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