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Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden

Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden

Es ist ruhig geworden um das Der Herr der Ringe-Franchise. Die Blu-Rays sind veröffentlicht und die Hobbit-Verfilmung hat sich aufgrund finanzieller Probleme verzögert. Die Lizenz für die passenden Videospiele besaß lange Zeit EA, diese ist jedoch abgelaufen und wieder an Warner Brothers zurückgegangen. Die haben jetzt die Snowblind Studios auf ein Action-Rollenspiel angesetzt.

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Die Snowblind Studios, von denen unter anderem auch Baldur's Gate: Dark Alliance entwickelt wurde, haben einige Erfahrung im Genre der Action-Rollenspiele. Wir durften das Resultat ihrer Arbeit anschauen und zwei Level anspielen. In Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden lösen sie sich von der Handlung der Trilogie, denn während sich die Gefährten auf den Weg in Richtung Süden machen, um den Ring zu vernichten, tobt in ganz Mittelerde der Krieg. Wir gehören zu einer Gruppe von drei Helden, die es in den Norden verschlagen hat. Sie besteht aus einem Waldläufer, einem Elf und einem Zwerg, die für die klassischen Rollenspiel-Klassen Nahkämpfer, Fernwaffenspezialist und Zauberer stehen.

Snowblinds Vision des Spiels ist sehr auf den Koop-Modus ausgelegt. So unterstützen sich die Klassen gegenseitig und trotzdem ist es möglich, die einzelnen Charaktere auch jenseits ihrer eigentlichen Bestimmung den eigenen Vorlieben anzupassen. So kann der Zwergen-Nahkämpfer sich wahlweise auch auf seine Armbrust spezialisieren. Der Schwierigkeitsgrad ist selbst im normalen Modus hoch genug, um taktisches Vorgehen und Teamwork zu fordern. Außerdem wird er automatisch der Anzahl an menschlichen Mitspielern angepasst. Im dem von uns gespieltem Düsterwaldlevel metzelt sich der Zwerg vorne durch die Feinde, während der Waldläufer von hinten die Feinde mit dem Bogen ins Visier nimmt und der Elf eine heilende Aura beschwört. Für die Distanzwaffen wird aus der Third-Person Perspektive bis an die Schulter des Helden herangezoomt, um das Zielen zu erleichtern.

Die Handlung ist zwar losgelöst von den Geschehnissen der Filme, aber die Ästhetik von Regisseur Peter Jackson wird immer wieder aufgegriffen - man erkennt nicht nur die Uruk-hai auf den ersten Blick. Im Spiel tauchen vielfach aus den Filmen bekannte Charaktere auf, aber es spielen auch Figuren mit, die nur echte Fans aus den Büchern kennen. Dazu gehört etwa der Zauberer Radagast, den wir aus den Fängen einer fiesen Spinne befreien müssen.

Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden
Zum Zielen mit den Waffen zoomt die Kamera bis an die Schulter des Helden
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Das Spielprinzip ist die übliche Kost: neue Ausrüstung finden, Erfahrungspunkte sammeln und Fähigkeitspunkte einsetzen. Aber der Twist, die Geschichte des Spiels von den bekannten Filmen zu lösen, ist die wirklich interessante Idee. Und da das Herr der Ringe-Universum sowieso die Blaupause für viele Rollenspiele ist, fühlt man sich auch ohne große Einführung schnell wie zuhause. Während der Waldlevel eine tolle Atmosphäre hat, wenn man sich einen Bachlauf gegen Orks und Uruk-hai entlang kämpft, war der andere Level, ein eisiger Bergpfad, optisch langweiliger und hatte taktisch wenig zu bieten. Ein riesiger Troll ließ sich nur durch minutenlanges, kollektives Draufschlagen bezwingen, nur um dann an der nächsten Ecke zwei weiteren Exemplaren zu begegen. Da hilft dann selbst das doch ziemlich coole Beschwören eines riesigen Adlers kaum.

Der Koop-Grundgedanke des Spiels ist nett, zumal die Beute prinzipiell gleich den geeigneten Klassen zufällt, so das man sich keine Sorgen um seinen Anteil machen muss. Die Menüs sind schlicht genug, um dafür zu sorgen, dass die Helden während ihrer Abenteuer nicht ständig regungslos rumstehen, weil ein Spieler gerade mal wieder ewig nach der besten Ausrüstung sucht, die übrigens an den Figuren auch optisch sichtbar ist. Allerdings müssen sich die Spieler auch einigen, wer welche Klasse spielt, denn drei Zwerge werden den Krieg im Norden nicht gewinnen können.

Die Kämpfe sind, wie in den Hollywood-Filmen, gewollt brutal. Abgetrennte Körperteile können schon mal vorkommen, wenn jemand mit zwei Händen ein Schwert schwingt. Aber auf völlig überzogene Splattereffekte wurde verzichtet.

Die Grafik-Engine von Der Herr der Ringe: Krieg im Norden basiert auf einer verbesserten Version der Dark Alliance-Engine, die allerdings schon etwas in die Jahre gekommen ist und eigentlich für Action-Rollenspiele mit isometrischer Perspektive entwickelt wurde. Genau das sieht man leider auch. Denn was die Grafik und die Animationen angeht, ist Der Herr der Ringe: Krieg im Norden einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Das müssen dann die gemeinsame Spielerfahrung mit zwei Freunden und das beliebte Tolkien-Universum wettmachen.

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