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Beyond Good & Evil HD

Videospiele als kulturelles Gut zu begreifen, mit denen Botschaften und Gefühle auf einzigartige Weise vermittelt werden, diesen Anspruch haben nur wenige Entwickler. Und vielleicht ist das auch ein Grund, warum das Medium von so…
Martin Eiser 10 Februar 2011

Es war damals im Jahr 2003 als Beyond Good & Evil für PC, Gamecube, PS2 und Xbox erschienen ist. Michel Ancel, der Erfinder von Rayman, zeigte sich für das Action-Adventure verantwortlich. Es erzählte die Geschichte einer jungen Frau namens Jade, die eine Art Weisenhaus am Laufen hält und dafür dringend Geld braucht. Auf ihrem Planeten tobt derweil ein unerbittlicher Krieg, in den die junge Frau hineingezogen wird und dabei eine großangelegte Verschwörung aufdeckt.

Das Spiel wurde mit Preisen überschüttet, von vielen Medien zum Spiel des Jahres gekürt und gehört zu den überragendsten Meisterwerken des Jahrzehnts. Beyond Good & Evil war fabelhaft und doch waren die Verkaufszahlen katastrophal und selbst nach dramatischen Preisreduzierungen blieben sie auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Sie waren so schlecht, dass sich Ubisoft nicht an den zweiten Teil der ursprünglich als Trilogie angelegten Serie getraut hat. Und trotz der vielen positiven Resonanz ist bis heute nicht bekannt, ob es je einen Nachfolger geben wird.

So gesehen könnte man Beyond Good & Evil HD auch als Test verstehen. Ubisoft will einen für sie messbaren Indikator des Hypes um den Titel. Sind die Menschen heute bereit für das Spiel, haben sie ernsthaftes Interesse und geben sie dafür dann auch wirklich Geld aus? Das Stimmungsbild im Netz ist euphorisch, denn obwohl das Spiel aus der letzten Generation großartig aussah, würde die Grafik heute altbacken wirken. In der HD-Variante wurde allerdings kräftig aufgehübscht, die Texturen hochgerechnet, Polygone vervielfacht und die Framerate erhöht.

Auch nach all den Jahren machen das Schwein Pey'j und Jade noch immer immer eine gute Figur.

Geblieben ist neben dem Charme die wunderbare Mischung aus Action und Adventure mit diesen wunderbaren, abwechslungsreichen Spielmechaniken. Da ist zum Beispiel der Fotoapparat, mit dem wir Bilder aufnehmen als auch Umgebungskarten scannen und digitialisieren können. Wir nehmen an Rennen mit unserem Boot teil, schieben Kisten und bewegen Schalter, ohne das dies alles aufgesetzt wirkt. Jedes Element ist zu einem Gesamtwerk verwebt worden, dass trotz seiner Beschränkungen absolut grenzenlos scheint. Diese Welt erkunden wir gern.

Es gibt Passagen, in denen wir geschickt sein müssen wie in einem Jump'n'Run. Wir kämpfen uns mit einem Partner wie etwa dem Schwein Pey'j durch Höhlen, Wäldern und Fabriken. Die Steuerung und Menüs haben sich gegenüber dem Original nicht verändert. Warum auch sollte ein bewährtes, völlig unkompliziertes Interface ausgetauscht werden? Viele Spielmechaniken sind erst im Kontext einsetzbar, so dass auf umständliche Tastenkombinationen verzichtet wurde.

Die Kamera, das fällt auf, wurde ebenfalls etwas verbessert und bleibt auch in hektischen Momenten geschmeidig. Fantastisch auch der verbesserte Soundtrack, der so subtil die Stimmung beeinflusst und so ganz und gar videospieluntypisch scheint. Selbst aus heutiger Sicht bleibt dieses unbestimmte Gefühl, dass wir eben vom sonst üblichen RTL-Fernsehprogramm rüber auf Arte geschaltet haben. Beyond Good & Evil HD wirkt nicht übertrieben oder künstlich und schon gar nicht billig. Es ist konzentrierte Unterhaltung auf höchstem Niveau.

Zweite Meinung

Für die wahren Freunde des Titels wird Beyond Good & Evil HD natürlich Pflicht. Der inhaltliche Mehrwert durch Ranglisten und Trophäen beziehungsweise Erfolge hält sich natürlich in Grenzen. Aber das fantastische Abenteuer in HD zu erleben, macht es lohnenswert. Das diesmal ein breiteres Publikum angesprochen wird, bleibt zu hoffen. Denn für die Franzosen wird es ein Testballon sein, ob das Spiel mit dem offenen Ende einen Nachfolger bekommt oder nicht.

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1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
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