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Awesomenauts

Awesomenauts

Wie könnte Awesomenauts kurz beschrieben werden? Als actionreiches Multiplayer-Strategiespiel in Comic-Optik. Das klingt zuerst ein wenig wie Fat Princess. Und auch wenn die beiden Spiele in ihrem Aufbau grundverschieden sind, haben sie doch eine ganze Menge gemeinsam. Der Einstieg fällt leicht, es gibt mehrere Klassen und Teamwork ist ganz, ganz wichtig.

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Ich muss mich hier zu einer politisch äußerst unkorrekten Äußerung hinreißen lassen: DotA ist doof. Dass ich mit der Warcraft 3-Mod so wenig anfangen kann, hat zwei Gründe. Zum einen habe ich sie bisher erst ein Mal gespielt. Zum anderen saß bei dieser einen Session einer der besten DotA-Spieler Deutschlands neben mir. Genauer genommen: Wir spielten zusammen und meine gelinde gesagt schwache Leistung wurde von ihm entsprechend kommentiert. Darum fühlte ich mich bei dem Arcade-Game Awesomenauts, das auf dem Spielprinzip von Defense of the Ancient aufbaut, wahrscheinlich auch so wohl. Denn hier war ich richtig gut.

Anders als das Vorbild ist Awesomenauts ein Side-Scroller und steuert sich im Grunde wie ein klassisches Shoot'em up. Eines sei an dieser Stelle bereits gesagt: Auch wenn wir hier bei Modellen und Maps "nur" zwei Dimensionen und einen Comic-haften Stil haben, Awesomenauts sieht einfach toll aus. Die Effekte sind verdammt hübsch, die Maps schön anzusehen und die Charaktere zeugen von einer Menge Humor.

Jede Runde des Spiels beginnt auf die gleiche Weise. Wir werden aus unserem Mutterschiff abgeworfen, rasen in unserer Kapsel dem Erdboden entgegen und dürfen auf dem Weg gleich unsere ersten Punkte einsammeln. Wer auf dem Schlachtfeld stirbt, muss diese Prozedur wiederholen und mit steigender Spieldauer steigt auch die Wartezeit für den Wiedereinstieg. Das soll den Spielern beibringen, mehr auf das eigene Leben zu achten. Zwar sind diese kleinen Denkpausen die geeignete Gelegenheit mal einen Schluck zu trinken, aber die 30 Sekunden, die eine solche Pause dauern kann, quälen doch wahnsinnig.

Das Ziel des Spiels ist simpel: Die gegnerische Basis stürmen und zerstören. Das klingt leichter als es ist. Auf dem Weg dorthin begegnen uns nämlich nicht nur die gegnerischen Spieler und die relativ schwachen, computergesteuerten Creeps. Uns stehen auch die feindlichen Geschütztürme im Weg. Die können nicht nur eine Menge einstecken, sondern teilen sogar eine Menge aus. Fünf Spieler gibt es pro Team und wer lieber offline spielen will, kann sich mit Bots tummeln.

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Awesomenauts
Awesomenauts basiert auf der sehr beliebten Warcraft 3-Mod DotA, steuert sich aber wie ein klassischer Shoot'em up.

Wie für ein Strategiespiel üblich, gibt es in Awesomenauts verschiedene Klassen. Zehn sind das an der Zahl, die sich mal mehr mal weniger in die Kategorien Tank, Damage-Dealer und Supporter einteilen lassen. Im Shop-Menü kann jede Klasse mit Hilfe der gesammelten Punkte individuell aufgerüstet werden, zum Beispiel hinsichtlich Schaden und Gesundheit. Da jeder Klasse vom Start weg nur eine eine Attacke zur Verfügung steht, ist es jedoch viel interessanter, ein paar neue Fähigkeiten zu erwerben.

Clurk, ein dicklicher Roboter und damit ein idealer Tank, kann beispielsweise nur auf eine mickrige Kanone zurückgreifen. Nach dem Update stehen ihm wiederum zusätzlich eine nette Beißattacke und eine Art Selbstzerstörung zur Verfügung. Letztere fügt ihm selbst zwar nur geringen Schaden zu, dafür den Gegner in der näheren Umgebung umso mehr. Jede Attacke benötigt je nach Durchschlagskraft einige Sekunden, bis sie wieder zu Verfügung steht.

Zu Clurk gesellen sich einige andere Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Da wären beispielsweise der Affe, der dank Jet-Pack durch die Map fliegt und seine Gegner per Laser beharkt. Oder der Sheriff, der seine Dynamitstangen als mächtige Fernkampfwaffe einsetzt oder einen riesigen Stier beschwört, welcher jeden Gegner gnadenlos aus dem Weg räumt.

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Awesomenauts
Zehn Charaktere mit unterschiedlichen Angriffen und Eigenheiten stehen zur Verfügung. Mit den gesammelten Punkten kann jeder Charakter aufgemotzt werden.

Auch mit dabei ist ein Chamäleon, dass sich für kurze Zeit unsichtbar macht und seine Gegner per Zungenattacke zu sich zieht. Alle Charaktere haben ihre Eigenheiten, sei es im Spielgefühl, bei den käuflichen Fähigkeiten oder im Nutzen für das Team. Doch das abgedrehte, spacige Design haben sie alle gemein.

Mein persönlicher Liebling unter den Charakteren ist Volta, eine geisterhafte Gestalt, welche die Rolle des Heilers einnimmt. Anfangs ist er noch wehrlos, beherrscht er doch nur die Fähigkeit seine Freunde zu heilen, was allerdings reichlich Punkte einbringt. Mit diesen können im Shop Drohnen gekauft werden, die um ihn herumschwirren. Anfangs nur mit beschützender Funktion, nach weiteren Upgrades auch mit der Fähigkeit Gegner zu attackieren.

Die zweite Zusatzfähigkeit ist das Aufstellen eines Heilungs-Roboters, an dem sich Freunde auffrischen können. Und auch dieser Roboter ist nach Upgrades zum Angriff im Stande und wird nach weiteren investierten Punkten sogar unheimlich Stark. Zugegebenermaßen muss ich sagen, er ist zum meinem Liebling avanciert, weil ich mit ihm am erfolgreichsten war.

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Awesomenauts wird zwar nur mit drei Maps erscheinen, das fällt aber kaum negativ auf.

Ich habe es sogar in einem Match geschafft, mit Volta die Spitze der Kill-Liste zu erklimmen. Und das, obwohl ich selbst im Grunde niemanden angegriffen habe. Zudem scheint Volta ein Deutscher zu sein, was seinem Akzent anzuhören ist. Es war immer wieder zum totlachen, wenn er von den Zusatzfähigkeiten in „Schlott Aahhh und Schlott Bööööööh" erzählte.

Hier wären wir bereits am nächsten großen Pluspunkt von Awesomenauts, der Sound. Nicht nur, dass die Musik so fabelhaft komponiert und abgemischt ist, die gesamte Klangkulisse strotzt nur so vor Humor. Die tiefen Kommentare aus dem Off, die Sprüche der Charaktere und die Soundeffekte sind allesamt so albern, dass sie allein bereits für gute Laune vor dem Bildschirm sorgen. Das Titellied ist ohnehin so lustig, dass es direkt aus der Feder von Barney Stinson stammen könnte.

Maps wird in es in Awesomenauts nur drei geben. Das klingt zwar zuerst nach einem gehörigen Makel, fällt aber beim Spielen kaum auf. Ich hatte jedenfalls nach einer wirklich langen Session nicht das Gefühl nur auf drei Maps gespielt zu haben. Weitere Maps nach Veröffentlichung des Spiels schließen die Entwickler nicht aus, diese würden aber in jedem Fall kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei den Charakteren sieht es allerdings anders aus. Hier sind kostenpflichtige Downloads möglich.

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