Von Altaïr haben wir wiederum seit dem ersten Spiel kaum etwas gesehen oder erfahren. Und das obwohl wir durch Ezio eine Menge seiner Schriften in den Händen hatten und wissen, dass er innerhalb der Geheimorganisation den Status eine Legende erreicht hat. Aber Eindrücke aus erster Hand sind eben einfach nicht zu ersetzen.
Im vierten Spiel der Serie geht die Hauptrolle wieder an Ezio - diesmal in der Figur eines sehr vornehmen Gentlemans mit deutlich graueren Haaren, als es bei den meisten Videospiel-Helden üblich ist. Und auch Altaïr ist zurück und wir dürfen damit rechnen, mehr darüber zu erfahren, was er nach seinem Abenteuer von 2007 eigentlich gemacht hat.
Die erste Erinnerungssequenz, die ich spiele, beginnt mit einem Gespräch zwischen Ezio und einem jungen Studenten auf einem Schiff vom europäischen Teil von Konstantinopel / Istanbul / Byzantion. Von der Stadt sehen wir in dieser Einführung noch nicht viel, aber das kurze Gespräch zwischen Ezio und dem jungen Mann ist wirklich gut in Szene gesetzt und zeigt, dass Ezio trotz des fortschreitenden Alters immer noch dasselbe Leuchten in seinen Augen hat. Es ist ein Funkeln, dass wir bereits aus der Zeit kennen, in der er als junger Bursche die Fassaden von Florenz entlang geklettert ist, um nach den schönsten Mädchen Ausschau zu halten.

Die Verteidigung eines Stadtteils hat mehr mit einem Tower Defense-Spiel gemeinsam als mit den sonst bekannten Spielmechaniken.
Kurz darauf trifft Ezio auf seinen neuen besten Freund Yusuf. Das ist ein junger, ziemlich frecher Typ, dem auf elegante Weise der Spagat gelingt, dem Treffen von Ezio Auditore da Firenze die nötige Ehre entgegenzubringen und kurz darauf mit dem alten Mann am Schiff seine Späße zu treiben.
Yusuf erklärt uns, die Funktionsweise von Werkzeugen und so bekommen wir unter anderen eine Waffe namens Hook Blade, ein kleiner Krummsäbel. Der kann sowohl im Gefecht eingesetzt werden, aber dient beim Klettern auch als Erweiterung von Ezios Arm. Eine nette kleine Ergänzung, mit der ich aber nicht wirklich warm geworden bin. Ja, wir dürfen uns langsam ein bisschen Sorgen machen, dass die relativ einfache Steuerung aus dem ersten Spiel vielleicht mit zu vielen Features überladen wurde.
Aber Assassin's Creed: Revelations bietet auch etwas komplett Neues. In Verbindung damit, dass wir Teile der Stadt kontrollieren können, werden uns Templer von Zeit zu Zeit unangemeldete Besuche abstatten. In solchen Situationen liegt es dann an uns, den Mannen etwas Benehmen beizubringen und sie respektvoll herauszuschmeißen. Und auch wenn das kaum wie eine echte Ergänzung zum Spiel klingt, so muss man sich nur anschauen, wie es funktioniert. Dieser Teil von Assassin's Creed: Revelations hat mehr mit einem Tower Defense-Spiel gemeinsam als mit den sonst bekannten Spielmechaniken.
Templer stampfen als Einheit durch die Straßen und wir müssen sie mit Armburst und Gewehr aufhalten - oder auch Barrikaden, die unseren Anhängern eine saubere Schussbahn ermöglichen. In der relativ kurzen Zeit mit dem Spiel konnte ich diese Neuerung nicht intensiv ausprobieren und die Templer tatsächlich aufhalten, aber es lassen sich mit der Zeit offenbar auch neue Arten von Assassinen freischalten. Und wenn wir bedenken, dass die Serie anfangs noch dafür kritisiert wurde, dass sie zu monoton sei, so ist davon nichts mehr zu merken.

Der verbesserte Adlerblick macht den Status von Ezio deutlich, der als Mentor auch ganz andere Spielmechaniken bietet, als einfach nur mit den jungen Burschen von Dach zu Dach zu hüpfen.
So weit ich das beurteilen kann, schienen die Angriffe der Templer mit meinen Aktionen im Spiel zusammenzuhängen. Je mehr Aufmerksamkeit meine Aktionen erzeugten, desto verdächtiger werden wir für die Templer. Wenn das allerdings stimmt, dann könnte es möglich sein, dass ein solcher Kampf mit ein bisschen Bestechung ebenfalls verhindert werden kann.
In einer der Missionen gab es ein weiteres neues Feature zu begutachten. Der verbesserte Adlerblick wird dafür verwandt, um Ziele für Verbündete auszumachen und zu markieren. Einerseits war es deutlich interessanter und spannender, als ich erwartet habe. Aber es macht natürlich auch noch einmal den Status von Ezio deutlich, der als Mentor auch ganz andere Spielmechaniken bietet, als einfach nur mit den jungen Burschen von Dach zu Dach zu hüpfen - obwohl dafür natürlich auch Platz sein muss. Aber zu viel will ich auch noch nicht verraten, das wäre einfach zu fies.
Die Entwickler von Assassin's Creed haben uns mit ihren Schauplätzen bisher noch nie enttäuscht. Ich hatte zwar nicht genug Zeit, um einschätzen zu können wie groß die Stadt ist oder wie interessant sich alles zusammensetzt, aber was ich definitiv sagen kann, ist dass die gesamte Stadtarchitektur eine andere ist und dass es genau das ist, was Assassin's Creed: Revelations brauchte. So schön auch Italien in Assassin's Creed 2 und Assassin's Creed: Brotherhood dargestellt wurde, aber es wäre einfach wenig interessant wieder von Disretto zu Disretto zu laufen.
Desmond selbst war komischerweise in keinem der Missionen, die wir gespielt haben, enthalten. Aber wenn wir uns erinnern wie wir ihn das letzte Mal sahen, dann ist es kein Wunder, dass Ubisoft sich diesbezüglich lieber noch nicht in die Karten schauen lassen möchte.
Zweite Meinung
Assassin's Creed: Revelations kommt schon bald in die Läden und nachdem ich ein paar Stunden in Ezios und Altaïrs Gesellschaft verbracht habe, ist nicht zu erkennen, dass Ubisoft die Serie in irgendeiner Form hängen lässt.