Templer gegen Assassine. Ein Apfel muss gefunden werden. Die Edensplitter erhalten die Macht und die Templer dürfen keinen Splitter mehr finden, sonst ist es aus. Und der Animus zeigt die Wahrheit. Aha? Konfus, konfus.
Zu viele Informationen aus zu vielen Epochen. Desmond Miles' Leben ist völlig aus den Fugen geraten, weil er da in etwas sehr Verwirrendes reingeraten ist, hier bei Abstergo Industries. Zeitreisen und nächtliche Aktivitäten, verborgen durch alte Aufnahmen im Recorder der Sicherheitskameras. Dr. Lucy Stillmann weiß zwar etwas, will es aber erst später verraten. Sie scheint eine Freundin zu sein. "Schnell Desmond, in den Animus, wir haben nicht viel Zeit".
Ein gleißendes Weiß vernebelt den Blick, dann plötzlich eine Frau unter der Geburt. Sie bringt einen Jungen zur Welt. Er atmet nicht. Der Vater stürmt rein, nimmt das Kind an sich und sagt ruhig: "Du bist ein Auditore, kämpfe!". Zum ersten Mal in der Introsequenz zu Assassin's Creed 2 ist Interaktion gefragt. Beine bewegen. Arme bewegen. Knöpfe drücken. Der kleinen Mann schreit. Er lebt - und bekommt seinen Namen: Ezio Auditore da Firenze, der Held von Assassin's Creed 2. Ich hab' mich einmal verdrückt in dieser Sequenz, hoffentlich hat das keine Auswirkungen auf Ezios spätere Fähigkeiten...
Und wieder raus aus dem Animus, der simulierten Realität. Weg von hier. Fliehen aus Abstergos Labor. Es folgt ein Labyrinth voller Animusse. Oder heißt das Animi? Jetzt die letzte Tür, und die Chipkarte geht nicht. Shit. Aber Desmond kann helfen, er sieht mit einem komischen Röntgenblick die Fingerabdrücke auf den Zifferntasten des Eingabegerätes. Flucht geglückt.
Nun noch eine kleine Parkhausschlägerei, in der zum ersten Mal selbst der Faustkampf getestet werden darf. Alles wie gehabt, kein Problem. Die sechs Typen sind fix abserviert. Lucy drängt Desmond in den Kofferraum. "Wir müssen den Eden-Apfel ersetzen. Der Animus, da gibt es einen Sicker-Effekt." Warum sind wir nun aus Abstergo geflohen? Um ein Assassin zu werden? Fragen über Fragen.
Der Kofferraum geht auf. Wir kommen in ein Loft und werden freudig begrüßt. Von Rebecca, die hier in den letzten sieben Jahren offenbar einen Animus 2.0 gebaut hat - schneller, besser, weniger Nebenwirkungen hat er vermutlich auch. Derweil klärt mich ein schleimiger Eliteschüler namens Shawn über meinen Status auf (ah, Subjekt 17, Desmond Miles...). Die Knalltüte füttert die Wissensdatenbank während der Ausflüge in die Vergangenheit, während Rebecca den Animus 2.0 steuert. Die beiden sind also die letzte Verbindung in die Gegenwart.
Dann geht es ab auf den Animus 2.0. Und direkt ins Jahr 1476, in die Republik Florenz. Da steht Desmond als Ezio, in einer Gasse mit seinen Jungs. Hält eine Brandrede, dass Verie de' Pazzi den Familiennamen der Auditore schändet. Der taucht auch prompt auf, und nach einem klassischen, italienischen Streit fliegt ein Pflasterstein und schlägt in Ezios Gesicht ein. Daraus folgt die erste Mission: Boys will be Boys. Eine anständige Schlägerei, gemeinsam mit dem großen Bruder Federico, ehemaliger Medici-Banker, aber zu faul und dumm dreist und darum gefeuert.
Die Prügelei ist der Anfang eines ins Game eingewebten Tutorials. Danach ein Besuch beim Doktor mit der Krähenmaske zur Herstellung der Gesundheit. Bei den Straßenmedizinern gibt es auch die ungemein nützlichen Heiltränke zu kaufen, von denen wir anfangs bereits fünf einpacken können. Nachdem die Pazzi bedient und wir verarztet sind, fordert uns den große Bruder zu einem Rennen über die Dächer heraus. Hier stellt sich heraus, dass das permanente Gedrückthalten des rechten Triggers den flotten Ezio leichtfüßig über Hindernisse jeder Art fliegen lässt. Assassin's Creed 2 wirkt hier locker und leicht, trotz der fast unbeschränkten Möglichkeiten, einen Weg zum Ziel zu suchen. Ein zusätzlicher Tastendruck macht übrigens noch das Erreichen höher gelegener Vorsprünge möglich, wenn es mal nicht weiter gehen will.
Und was macht ein junger Adliger nach einer zünftigen Schlägerei und dem anschließenden Zusammenflicken? Richtig, er geht... Liebe machen. Nachdem Ezio die Häuserwand zur reizenden Cristina Vespucci hochgeklettert ist, legt er die Kleine flach. Es folgt eine angedeutete Sexszene und ein morgendliches Erwachen in Hektik, weil dummerweise der Vater von Cristina die Tochter weckt. Es folgt ein Sprung aus dem Fenster und die erste Flucht (wieder ein verstecktes Tutorial, irgendwie) zum eigenen Familiensitz in der Stadtmitte. Vater Giovanni Auditore ist darüber zuerst nicht erfreut, dann aber doch, weil ihn Schlägereien und Sex an seine eigene Sturm-und-Drang-Zeit erinnern.
Papa hat gleich den ersten Auftrag für uns, einen profanen Botendienst. Pakete abliefern, im Taubenschlag (dem geheimen Kommunikationsweg der Assassine) nach Nachrichten schauen. Zum ersten Mal entfaltet sich die riesige Welt von Assassin's Creed 2 mit all ihren Möglichkeiten: Florenz, die Berge, Monteriggioni, Romagna, Rom, die Toskana und Venedig. Wow. Jetzt aber leider "nur" Florenz.
Die eigentliche Mission dort hält neugierige Menschen natürlich nicht davon ab, jetzt lieber shoppen zu gehen. Leider gibt es so gut wie nix zu kaufen am Anfang. Rüstungen, Waffen, neue Farben für den Mantel... alles noch Fehlanzeige. Kommunistische Verhältnisse bei Schneider, Schmied und Kunsthändler. Lediglich eine alte Schatzkarte ist im Angebot, die sit aber sehr nützlich und eine lohnende Investition. Neun Aussichtspunkte gibt es pro Stadt, dazu passend neun Schatzkarten. Auf denen sind 15 bis 20 Schätze verzeichnet - und nach drei gefundenen Truhen ist die Investition wieder drin. Anfangs ist nur Geld drin, später womöglich auch seltene Ausrüstungsgegenstände.
Also bleiben die Briefe erstmal Briefe - und Ezio wird Schatzsucher. Ablenkung gibt es auch sonst reichlich, verpackt als Erinnerungen: Rennen, Schlägereien, Kurierdienste, Attentate, das Aufspüren von Assassinengräbern (dazu später noch mehr), Templer-Verstecke, Aussichtspunkt, Kodex-Seiten aufspüren für die Kodex-Wand, die ein Herr namens Leonardo da Vinci entschlüsseln muss. Eine tolle Schlägerei-Mission wartet ganz am Anfang, eine für den großen Bruder. Ein Junge namens Duccio hat die kleine Schwester betrogen, klar, da muss man mal ein paar Takte reden. Nach jeder erfolgreich absolvierten Mission ist die Energie wieder voll aufgeladen. Und in jeder Stadt gibt es übrigens Schnellreisestationen, die aber im ersten Chapter noch nicht nutzbar sind. Insgesamt wesentlich abwechselungsreicher als im Vorgänger.
In einer weiteren Mission stellt Mama Auditore uns den jungen Leonardo da Vinci vor. Für den ambitionierten Maler, der eigentlich lieber Wissenschaftler werden will, müssen wir einen Karton Gemälde in unser Elternhaus tragen. Mama hat derweil noch ein guten Rat auf lager: Ezi soll sich ein anständiges Ventil suchen, das dürfen aber keine Vaginas sein. Hat sie ehrlich gesagt, kein Quatsch. Schlagfertig die Italienerinnen, oha. Assassin's Creed 2 ist in der Tat ziemlich sexuell für ein Videospiel. Wenn das so weiter geht, wo soll das nur hinführen?
Vorerst warten harmlose Missionen wie das Einsammeln von Adlerfedern für den kleinen Bruder Petruccio. Die liegen in der ganzen Welt verstreut. Später können auch Glyphen-Dateien gesammelt werden, verrät Philippe Bergeron, Lead Mission Designer von Ubisoft Montreal. Insgesamt 16 Glyphen lassen sich zu einem Video kombinieren, das den tieferen Plot zwischen Templern und Assassinen erklärt. Die Glyphen selbst sind kleine Rätsel, die via aktiviertem Adlerauge lösbar sind.
Derweil werden Vater und die beiden Brüder von Ezio gefangen genommen, unter dem Vorwand eines eher zwielichtigen Betrugsvorwurfs. Wir klettern postwendend zum Vater hoch auf den Gefängnisturm, um die Lage zu klären. Er hat schlichte Instruktionen: "Geh zum Haus, suche die Geheimtür. Nehme alles aus der Truhe, alles ist wichtig. Ein Brief, Dokumente. Bringe sie zum Gonfaloniere Alberti. Er wird uns helfen." Die Beweise sind fix gesichert und endlich, endlich findet Ezio in der Truhe seine Bestimmung: Die Kleider und Waffen des Vaters adeln den Adligen zum Assassinen - und er macht sich auf zur öffentlichen Verhandlung über die Familie. Gelietet wird sie von Uberto Alberti. Leider ist der mitnichten ein Freund und hält die von Ezio überbrachten Dokumente zurück. Das erste Kapitel nimmt kein gutes Ende.
Zweite Meinung
Die ersten vier Stunden echte freie Spielzeit mit der fast fertigen Version zeigen ein mittelalterliches Abenteuer mit vielen Möglichkeiten. Ich hätte gerne einfach weitergespielt, dass muss aber leider noch ein bisschen warten... aber nicht mehr lange.