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Army of Two: The Devil's Cartel

Army of Two: The Devil's Cartel

Die Army of Two-Serie steckte etwas in der Klemme. Army of Two: The 40th Day, der letzte Teil der Serie, kassierte nur durchschnittliche Wertungen.Die Spiele waren leicht zugänglich. Es ging um private Sicherheitsfirmen, es gab Masken, Spielmechaniken im Arcade-Stil und Koop-Action. Nachdem guten Einstieg mit dem Erstling war aus der Reihe die Luft raus. Das Interesse an dem zweiten Abenteuer von Salem und Rios in Shanghai schien verloren.

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Seitdem hat sich viel getan. EA Montreal wurde in die Visceral Games-Familie integriert, die Hauptcharaktere Salem und Rios ausgetauscht und die alte Engine gegen Frostbite 2 ausgetauscht. Die Koop-Elemente - die eigentliche Besonderheit der ersten beiden Teile, wurden weitgehend entfernt.

Army of Two wurde quasi vollkommen neu aufgelegt. Als Konsequenz steckt Army of Two: The Devil's Cartel nun mitten in einer waschechten Identitätskrise. Was ist Army of Two und warum sollten wir uns gerade für dieses Spiel interessieren, wenn es im März in die Läden kommt? Fast zeitgleich mit Bioshock Infinite, Crysis 3, Gears of War: Judgment, Aliens: Colonial Marines und Metro: Last Light. Den Entwicklern zufolge ist es ein unterhaltsamer und zugänglicher Shooter mit Koop - ein Popcorn-Bier-Erlebnis für ein paar Stunden mit unserem besten Kumpel. Nun, wir haben schon bessere Verkaufsargumente gehört, aber wenigstens scheint es ehrlich. Army of Two: The Devil's Cartel will das Genre nicht neu erfinden. Es will einfach nur Spaß bieten.

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Army of Two: The Devil's CartelArmy of Two: The Devil's Cartel
Es geht irgendwie zu wie beim Hollywood-Film The Expendables und die Entwickler scheuen die Verbindung auch nicht.
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Während der zehnminütigen, spielbaren Demo erkennen wir zwar die Ansätze, der Spaß bleibt aber aus. Anstelle der situationsbedingten Koop-Elemente der Protagonisten setzt das Spiel nun auf einen wilden Third-Person-Shooter mit Deckungssystem. Gute Partnerarbeit schaltet den Overkill-Modus frei. Dadurch werden wir für ein paar Sekunden unverwundbar, teilen mehr Schaden aus und haben unendlich viel Munition. Ein Tastendruck genügt, um die Deckung zu wechseln - alles geht sehr hektisch zu. Das führt oft zu ungewollten Aktionen und hebelt leider den taktischen Vorteil der Deckung aus. Unsere Feinde suchen zwar ebenfalls Deckung, wechseln diese aber nicht, während wir sie in Stücke schießen.

Es geht irgendwie zu wie beim Hollywood-Film The Expendables. Die Entwickler scheuen sich nicht einmal, diese Verbindung deutlich zu machen. Und der Vergleich trifft durchaus zu. Dieser Film animierte das Publikum dazu, das Gehirn auszuschalten und sich ganz der Action hinzugeben. Ganz ähnlich ist es bei Army of Two: The Devil's Cartel.

Der Film orientiert sich zudem an den alten Ballerstreifen der 90er Jahre. Das Visceral-Spiel wiederum orientiert sich an alten Arcade-Spielen. Spiel und Film setzen außerdem auf diese völlig wahnwitzigen Momente, bei denen wir einfach nur laut loslachen. Die Charaktere lassen sich hingegen nicht miteinander vergleichen. Die neuen Helden wirken zahmer als die anstößigen Herren Salem und Rios.

Ein paar Aspekte der früheren Spiele gibt es trotzdem, auch wenn sie ein wenig ins Abseits gedrückt werden. Aggro zum Beispiel ist wieder mit von der Partie, auch wenn es nicht mehr so relevant für Spiel ist. Wenn wir einen Gegner übergehen und ihn von hinten erledigen, werden wir mit mehr Overkill-Punkten belohnt. Darüber hinaus gibt es noch einige Abläufe, die wir zu zweit erledigen - etwa die gute alte Räuberleiter.

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Abgesehen davon spielt sich Army of Two: The Devil's Cartel wie ein typischer Gears of War-Klon. Die Gegner sind zäh, wir sind es auch. Und solange wir immer brav in Deckung gehen, kann uns nichts passieren.

Army of Two: The Devil's Cartel
Die Gegner sind zäh, wir sind es auch. Und solange wir immer brav in Deckung gehen, kann uns nichts passieren.

Was uns allerdings wirklich davon abgehalten hat, die Demo zu genießen, war der Status des Spiels. Es ist sehr ungewöhnlich, Journalisten eine Version zu präsentieren, die bereits in den ersten Spielminuten von Bugs nur so wimmelt. Es ist nicht so, dass diese Fehler nicht zu beseitigen wären. Aber wir wundern uns doch über den Zustand des restlichen Spiels und über die Ernsthaftigkeit der Entwickler, die entschlossen haben, eine derartig unfertige Version zu präsentieren.

Fünf Monate vor der Veröffentlichung, also vier Monate bevor das Spiel ins Presswerk geht, kommen uns hier doch erhebliche Zweifel an der Qualität des Produkts. Die Frostbite 2-Engine tut dem Spiel sichtlich gut und sorgt für hübsche Zerstörung. Aber im Vergleich zu anderen Frostbite 2-Spielen bleibt die Grafik hinter dem zurück, was möglich ist. Der Schauplatz Südamerika bietet eine Reihe netter Abschnitte, wird aber schnell langweilig. Wir hoffen, dass das fertige Spiel mehr zu bieten hat als staubige Hinterhöfe und Weinkeller.

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VORSCHAU. Von Bengt Lemne

Der erste Eindruck kann trügerisch sein. Wir haben das selbst erfahren, als wir uns noch einmal an den Koop-Shooter gewagt haben.



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