Bereits im Tutorial wird das Setting auf die 1960er eingeschworen mit passendem Prog-Rock, während wir im Heli über die dichten Wälder Vietnams schweben. Genau: In der neusten Version des Arcade-Flugsimulators sind erstmals auch Helikopter im Angebot. Über 20 Varianten von Jets und Helis stehen im Laufe des Spiels im Hangar bereit, alle sind passend zur Epoche gewählt. Wir können die Fluggeräte mit realistischen Waffen ausstatten und in den Missionen der Kampagne gleich mehrere davon im Schwadron steuern.
Der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Jets oder Hubschraubern klappt reibungslos per Knopfdruck, wobei das nicht von uns gesteuerte Vehikel einfach in der Luft ausharrt. Man sollte also nicht direkt unter einer Flakstellung im Himmel parken ... so wie ich. Die Steuerung ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber gut gemacht. Man merkt den Arcadeanteil deutlich, so dass zum Beispiel der automatisch auf Knopfdruck durchgeführte Looping doch sehr deutlich an Star Fox erinnert.

Die Grafik geht in Ordnung, die Weitsicht im Level allerdings ist begrenzt.
Air Conflicts: Vietnam vermischt Arcade-Gameplay wie beim (allerdings doch deutlich besseren) Ace Combat: Assault Horizon mit einem realistischen Kriegssetting. Die im Solospiel erzählte Geschichte von Joe Thompson soll dabei den Krieg reflektieren (zumindest ein bisschen), um eine persönliche und auch kritische Note einzubringen. Unser Held schreibt zum Beispiel immer wieder Briefe an seine Familie, um das Leiden und die Tragödie zu schildern. Der pflichtbewusste Piloten der U.S. Air Force muss nach und nach feststellen muss, dass jeder Krieg eben zwei Seiten hat und jeder Sieg auch Opfer fordert.
Es sind neben der Story diverse, wie der Entwickler verspricht "innovative" Multiplayermodi angekündigt, die wir aber noch nicht zu sehen bekamen. Wir durften lediglich ein bisschen in der Kampagne rumfliegen und eher konventionelle Aufgaben nach dem Strickmuster "Fliege zu Punkt A, zerstöre alle Feinde und dann geht's weiter" absolvieren. Das Gameplay ist je nach Fluggerät sehr schnell (Jet) oder eher behäbig (Transporthubschrauber). Das sorgt für Abwechslung im Pilotenalltag.
Die Grafik geht in Ordnung. Schicke Wolkeneffekte sind gerade beim Bombenabwurf aus der Vogelperspektive gut eingesetzt, weil sie einem im Vorbeiflug realistisch die Sicht nehmen. Wir können die Bomben auf Knopfdruck bis in ihr Ziel verfolgen, ganz wie die Armee es heute real auch macht. Die Weitsicht im Level allerdings ist begrenzt, die Spielwelt verschwindet schnell im Nebel. Die Lichteffekte gerade bei den Dogfights im Jet sind aber nett inszeniert, wenn auch wirklich nichts Neues. Mit im Arsenal der Jets sind erstmals Lenkraketen und Flares zum Ablenken selbiger. Auch eine Unterstützung für PS Move (wie auch immer die aussehen mag) und ein 3D-Feature sind eingeplant.
Für 39 Euro (PS3, Xbox 360) und 29 Euro (PC, Mac) bietet das Spiel sicherlich den Fans solcher Sachen ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Entwickelt wird Air Conflicts: Vietnam vom slowakischen Entwicklerteam Games Farm, das auch die beiden Vorgänger Air Conflicts: Pacific Carriers und Air Conflicts: Secret Wars entworfen hat. Air Conflicts: Vietnam erscheint im dritten Quartal 2013.
Zweite Meinung
Wer eher einfach gestrickte Action-Flugsimulatoren mag, darf sich das hier ruhig mal auf den Zettel schreiben. Wobei vieles in meiner Welt davon abhängt, wie gut und umfangreich der Multiplayer am Ende wirklich wird.