Age of Wonders III
Der niederländische Entwickler Triumph Games kehrt zu seinen Wurzeln zurück und will zeigen, dass auch für große Strategiespiele noch Platz ist.
Zehn Jahre Pause haben sich die Triumph Studios genommen. Das letzte Spiel der Strategie-Reihe war Age of Wanders: Shadow Magic und das erschien im Sommer 2003. Danach waren die Niederländer natürlich nicht untätig und werkelten für Codemasters Overlord und Overlord II. Doch sie sehnten sich schon zurück zu ihren Wurzeln. Und das die Wiederveröffentlichung der Spiele auf Steam vor drei Jahren mehr Geld in die Kasse spülte als die ursprüngliche Veröffentlichung, machte deutlich, dass es Menschen da draußen gibt, welche diese Sehnsucht teilen. Zu den Fans gehört übrigens auch Markus „Notch" Persson. Der Minecraft-Erfinder unterstützt das Projekt daher auch finanziell.
Das rundenbasierte Strategie-Spiel ist - für jene, die es nicht kennen - eine Mischung aus Civilization und Heroes of Might & Magic. Es geht um Eroberung, den Aufbau eines großen Reiches und Helden. Das neue Spiel ist eine konsequente Fortsetzung der Reihe. Wichtig ist dem Team aber vor allem das richtige Tempo für Age of Wonders III. Die Karten sollen nicht zu riesig werden, denn der Spielspaß soll sich vielmehr über interessante Einheiten und Spielmechaniken definieren. Trotzdem gibt es für den Spielfluss unterschiedliche Optionen, die beispielsweise auch dafür sorgen können, das alles dahin plätschert wie in Civilization V.
Die Auswahl der Rassen scheint zunächst klein. Hochelfen, Zwergen, Menschen, Drakonianer, Orcs und Goblins sind am Start. Neu ist aber, dass sich diese mit sechs verschiedenen Klassen wie Zauberer, Kriegsherr, Dieb oder Technokrat kombinieren lassen. Und Ein Assassine der Goblins hat andere Eigenschaft als etwa der von Hochelfen. Dadurch soll das Spiel sehr flexibel auf unsere Anforderungen reagieren und individuellere Spielstile unterstützen. Für den Mehrspielermodus gibt es innovative Ideen wie spezielle gespiegelte Szenariokarten mit Zwillingsstädten, auf denen beim Erobern einer Stadt die jeweils andere zerstört wird. Das ist eine fantastische Erfahrung, die das Tempo am Start deutlich erhöht. Schließlich geht es darum, rasch die Städte einzunehmen, bevor sie vor der Nase zu Staub zerfallen. Es gibt Modi, in denen wir simultan ziehen müssen, es gibt eine Hot Seat-Variante und unterstützt werden aber weiterhin auch Duelle via E-Mail, was eine ziemlich netter Fan-Service ist.
Das alles nützt aber nichts, wenn das Kampfsystem nichts taugt. Wir kämpfen mit sechs Einheiten und dem König auf einer separaten Karte, die zufällig generiert wird. Neben der hübscheren Präsentation haben die Triumph Studios versucht, die Gefechte zu straffen, um sie intensiver zu gestalten. Wir können beispielsweise Einheiten zu Formationen zusammenfügen und sie dadurch stärker machen. Ansonsten gab es kleinere Veränderungen, die Age of Wonders III moderner machen sollen. Und das mächtigste Werkzeug bleibe die Zauber, die manchmal aber auch uns Nachteile bringen können, wenn sie die ganze Karte einbeziehen.
Bei der Diplomatie wird unsere moralische Ausrichtung von unseren Entscheidungen und Handlungen beeinflusst. Das ist nicht innovativ, aber macht den Titel trotzdem strategischer und zwingt uns manchmal dazu, einen Gang zurückzuschalten. Das Erobern von Städten und eingliedern anderer Rassen muss eben wohl überdacht werden und manchmal ist es auch klüger, lieber abzuwarten. Das System ist allerdings nicht so ausgeklügelt wie bei Civilization V.
Gesetzt wird bei der Technik auf die dritte Generation der Creator Engine des Studios. Die ersten Versionen wurden ursprünglich für Overlord entwickelt und liefern jetzt eine volle 3D-Umgebung. Damit sollen Anpassungen an unserem Helden oder der Umgebung deutlicher sichtbar gemacht werden. Die ganze Welt ist einfach detaillierter und hübscher und die Präsentation beeindruckender. Und sie ist dynamischer. Wenn wir zum Schutz Flüsse entstehen lassen oder den Wald abholzen, dann sieht man das jetzt deutlich. Trotzdem verspricht das Team, dass alte Computer unterstützt werden sollen. Wer sich vor zwei Jahren etwa einen neuen Laptop gekauft hat, sollte auch mit Age of Wonders III keine Probleme bekommen. Genau lässt sich das aber natürlich noch nicht sagen, weil noch nicht mit der Optimierung begonnen wurde.
Im Spiel wird es für die Kampagne zunächst zwei Fraktionen geben. Wir spielen entweder für das mächtige Commonwealth Königreich der Menschen oder aber für den Zusammenschluss der Hochelfen, der aus den früheren Dunkelelfen und Waldelfen enstanden. Die menschliche Fraktion will alle anderen Rassen unterwerfen und assimilieren - gute wie auch böse. Damit soll das Reich und die Macht vergrößert werden, ganz ähnlich wie es etwa die Römer taten. Auf der anderen Seite gibt es die geheimnisvollen, alten Rassen, die von den Hochelfen angeführt werden. Die eigenen internen Konflikte werden zurückgestellt, um sich gemeinsam der neuen Bedrohung zu stellen. Die refomierten Elfen stellen sich gegen die Menschen und versuchen auch die anderen Völker davon zu überzeugen, um an ihrer Seite zu kämpfen.
In der Kampagne will man übrigens auch viele Referenzen auf die alten Spiele integrieren. Wer aber ganz neu mit Age of Wonders III anfängt, wird keine Probleme damit haben. Das Team will dies außerdem mit Downloadinhalten erweitern und mit Hilfe eines Editors umfassende Möglichkeiten bieten, um selbst Karten und Kampagnen zu entwerfen. Dabei ist noch nicht entschieden, wie genau die angeboten werden sollen. Steam Workshop unterstützt man aber wahrscheinlich nicht, weil alle Spieler gleichermaßen in den Genuss der Inhalte kommen sollen. Truimph Games weiß, dass solche Möglichkeiten die Langlebigkeit eines Spiels maßgeblich beeinfussen und das ist ihnen wichtig.

















