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F1 Online: The Game

Codemasters kann tolle Rennspiele machen, das wissen wir. Nun wagen sich die Briten ins interessante aber auch gefährliche Terrain der Free-to-Play-Spiele - mit der dicksten Lizenz im Rennspielsektor: der Formel 1.
Christian Gaca 23 Mai 2012

Während sie in Birmingham zuletzt mit F1 2011 eine sehr anständige Vollversion für Konsolen und PC abgeliefert haben und derzeit an F1 2012 arbeiten, gehen sie mit F1 Online: The Game parallell einen ganz anderen Weg. Wir dürfen eine durchaus interessante Mischung aus Wirtschaftssimulation und Spaßrennspiel aus der Vogelperspektive erwarten. In beiden Fällen allerdings gilt: Weniger soll in diesem Unity-Browserspiel mehr ergeben.

Ein wichtiger Faktor dürfte die volle Nutzung der offiziellen F1-Lizenz sein, wenn auch derzeit "nur" alle Assets der 2011er-Saison verwendet werden. Producer Mike Rowland verspricht, dass alle Assets aus dem für Herbst 2012 erwarteten F1 2012 zu gegebener Zeit aus in das kostenlose Browserspiel integriert werden. Das Erlebnis ist in drei Bereiche unterteilt: das Management-Spiel, der F1-Part als Saison und eigene Teams. 15 selbst erdachte Strecken haben sie zusätzlich zu allen bekannten F1-Kursen integriert.

In Management-Bereich können wir alle Aspekte eines F1-Teams bearbeiten, um hochzuleveln und so immer bessere und schnellere Rennwagen zu bauen. Die Wagen sind in fünf Leistungsklassen unterteilt, für die wir jeweils neue Bauteile entwickeln müssen. Viele davon lassen sich natürlich auch gegen echtes Geld schneller einkaufen. Denn echte Kohle beschleunigt die Entwicklungszeiten. Die Autos lassen sich verbessern am Flügel, dem Motor, den Lufteinlässen, Bremsen und der Aufhängung und sogar KERS ist mit dabei.

In Management-Bereich können wir alle Aspekte eines F1-Teams bearbeiten, um hochzuleveln und so immer bessere und schnellere Rennwagen zu bauen.

Zudem sind vollständige Talent-Bäume wie in einem Rollenspiel für die Erforschung und Produktion von Bauteilen integriert. So lassen sich Spezialeigenschaften für das Team ausprägen, etwa weniger Ressourcenverbrauch während der Entwicklungsphase. Unterteilt ist das Team HQ genannte Managementgame in die Bereiche Research (Teileentwicklung), Race (Fahrer und Boxencrew), Production (Werkstätten und Fabriken) sowie Commercial (Marketing).

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Die hier entwickelten Wagen dürfen wir nun im Custom-Bereich von F1 Online: The Game selbst auf die Strecke jagen. Das Rennspielerlebnis ist dabei ... nennen wir es mal: überraschend. Wie spielen einen uralten Top-Down-Racer, der an Micromachines oder Rock'n'Roll Racing erinnert - nur mit deutlich besserer Grafik. Die Optik ist in der Tat ziemlich anständig und man erkennt alle lizensierten Strecken deutlich an den charakteristischen Merkmalen.

Die Vogelperspektive hebt das Spiel deutlich von der F1-Simulation ab - und das gilt auch für die Steuerung. Es gibt keine Controller-Unterstützung - gesteuert wird via Keyboard und Maus. An der Maus reichen zwei Klicks für Gas und Bremse, vorweg rast ein kleiner grüner Pfeil und weist uns den Weg. Das ist ziemlich Casual alles, aber schnell wird klar: Auch hier kann man Skills entwickeln.

Trotzdem wirkt das Spielerlebnis irgendwie altbacken. Außerdem sind die Strecken wie im echten Leben extrem schmal, was das Fahren aus der Vogelperspektive verkompliziert. Wer hier mit vielen anderen online unterwegs ist, wird sich schnell darüber ärgern, dass die ungenaue Tastatur-Maussteueurungs-Kombination einfach nicht so richtig zu einem Rennspiel passt. Selbst nicht zu einem so konzipierten Funracer.

Die Vogelperspektive hebt das Spiel deutlich von der F1-Simulation ab

Zum Launch ist leider kein Spiel von eigenen gegen die Formel-1-Teams möglich - immerhin aber ist das geplant. Im Custom-Spiel starten wir in der Formel 3000 und müssen uns theoretisch über Jahre hinweg hochentwickeln, vielleicht eines Tages bis hoch in die F1. Solange aber ist Trennung der Spielbereiche unvermeidlich.

Im separaten F1-Teil des Spiels müssen wir nach und nach bestimmte Ziele erreichen - und zwar für alle Teams. So werden nach und nach alle Rennwagen freigeschaltet. Wer Free-to-play nutzt, muss hier mit einem nett gemachten Zufallssystem leben, dass einem alle 15 Minuten drei Teams hinstellt zum spielen. So sind auch nicht immer 24 Ferraris gleichzeitig unterwegs und so geht es auch nicht immer ums gewinnen, sondern um das Erreichen der individuellen Ziele. Das kann dann auch schon mal heißen, eine bessere Platzierung als den Zehnten herauszufahren. Die Ziele liefern uns In-Game-Cash und Erfahrungspunkte für das Management-Spiel - die sich natürlich auch wieder mit Echtgeld abgreifen lassen.

Um die Erfahrung weiter interessant zu machen, wird F1 Online: The Game wie alle künftigen Rennspiele von Codemaster ab Dirt: Showdown an das neue Racenet angebunden. In diesem Fall ist sogar der Login identisch - so dass Statistikfreunde im Racenet glücklich werden und es dort dazu verschiedene Extra-Wettbewerbe und Community-Herausforderungen gibt. Theoretisch sei übrigens auch ein Dirt: Showdown als Onlineracer möglich, sagt Mike Rowland. Aber nur theoretisch.

Zweite Meinung

Ehrlich gesagt ist ein bisschen unklar, was genau F1 Online: The Game sein will: Wirtschaftssimulation oder Spaßrennspiel. Deren Verbindung ist zwar sichtbar, aber insbesondere das Rennspiel wirkt viel zu substanzlos. Vor allem die Steuerung ist derzeit alles andere als überzeugend.

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1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
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