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Metro: Last Light

Bei THQ haben sie es am Ende selbst als "mangelhaftes Meisterwerk" bezeichnet, viele Menschen außerhalb des Unternehmens als "anständige Idee mit schlechter Ausführung". Keine Frage, das ursprüngliche Metro 2033 hat einige sehr kluge Dinge…
Gillen McAllister Aktualisiert 16 Januar 2012

Nun kommt die Redux-Version davon. Ursprünglich mal als Metro 2034 wegen des internen Codenamens tituliert, tritt nun Metro: Last Light ins Rampenlicht. Die Namensänderung hängt mit der Loslösung von der Romanvorlage zusammen, an der sich das Game nur noch lose orientiert. Der Originaltext von Metro 2034 aus der Feder des Russen Dmitry Glukhovsky bot zu wenig Anknüpfungspunkte bei der Entwicklung eines Videospiels. Wir dürfen also alle langen Diskussion über den Fall der Menschheit ausradieren und dafür Monster, Wahnsinnige und Maschinengewehre einsetzen, während Entwickler 4A Games den Titel vom Kult-Hit zum Massenprodukt umbauen soll.

THQ hat uns in London drei kurze Gameplay-Passagen gezeigt, die aus einem längeren Abschnitt der ersten Spielstunden entnommen sind. Darin kämpfen wir uns durch die Trümmer der Welt oben, bevor wir wieder eintauchen in die düsteren Tunnelsysteme. Das Spiel soll die atmosphärische Survival-Horror-Szenerie des Vorgängers behalten. Und wir dürfen immer noch frei entscheiden, ob wir im reinem Stealth-Modus oder voll auf Konfrontation ausgerichtet unterwegs sind.

Die Spielmechanik ist komplett überholt und teilweise umgerüstet, um die fehlerhaften Elemente des Vorgängers auszumerzen. Was genau das heißt, erklären die Entwickler leider nicht. Nur so viel: Die Künstliche Intelligenz der Gegner soll viel weiter fortgeschritten sein, die Waffen sich kraftvoller anfühlen. Andere Elemente sind noch in der Diskussionsphase, etwa das Thema Munition als Währung. Und macnhes wird erst gar nicht angesprochen - dazu gehören der Multiplayer oder mögliche, alternative Enden.

Space Invaders, im Metro-Stil, während wir uns durch Fleisch und Beton kauen - oder frieren...

Die Basis der Serie scheint noch intakt zu sein, denke ich bei mir, während es mit einem von zwei Typen hinein in einen Abwasserkanal geht. Die Beiden versuchen gemeinsam eine U-Bahn-Station zu infiltrieren, um einen Gefangenen zu befreien. Die eisigen Temperaturen lassen das Visier der Gasmaske zufrieren, während der namenlose Held eine Glühbirne ausknipst, um danach still und leise die patrouillierenden Wachen im dunklen Tunnel zu erledigen. Weiter hinten werden die Typen durch ihr eigenes Licht geblendet, so dass wir von Deckung zu Deckung huschen können, um die ahnungslosen Jungs aus nächster Nähe zu töten. Als wir die Station betreten, schiebt unser Mann seine maßgeschneiderte Waffe ins Holster, dieses absurde Gewehr mit integrierter Tankanzeige.

Ob es sich dabei um die Anzeige für Munition handelt oder sie die atmosphärischen Bedingungen misst, ist unklar. Die Frage löst sich auch nicht auf, weil die Waffe binnen Sekunden durch eine Gatling Gun ersetzt wird, die wir aus einem Sicherungsposten mitnehmen. Wie in einem schlechten Film löst das Ergreifen der Knarre eine Sequenz aus, in deren Folge eine Vielzahl von Soldaten in die Basis strömt. Es folgt: Space Invaders, im Metro-Stil, während wir uns durch Fleisch und Beton kauen, eine Kaskade aus Patronenhülsen über uns. Die Stärke der Truppen führt zur Flucht durch ein Treppenhaus, wo wir wie ein hilflose Ratte in der Deckung kauern. Der Kugelhagel der Soldaten zerbröselt derweil den Beton vor uns.

Jetzt spult der Entwickler vor. Gemeinsam mit dem Kollegen sind wir in die U-Bahn-Station eingedrungen und in einer Verkleidung unterwegs. Die Hoffnung ist es, eine ziemlich überfüllte Station unbemerkt von der Bevölkerung zu erkunden. Dann ist da dieser schöne Abschnitt, der an Assassin's Creed und Indiana Jones erinnert, als wir uns langsam durch einen prall gefüllten, rechteckigen Saal schieben. An den Wänden und der Decke hängen Banner wie in Nazi-Deutschland. Offenbar bahnen sich Mitstreiter einen Weg in Richtung des erhöhten Podiums und den Lautsprechern an der Vorderseite. Wie die Typen ein solch dreistes Attentat wohl überleben? Da zieht unser Begleiter seine Pistole und feuert an die Decke. Die folgende Verwirrung nutzen wir, um zum Transportbahnhof in Richtung Gefangenenstation zu gelangen. Leider ist der Transporter bereits im dunklen Tunnel verschwunden.

Ein bisschen zur Solo-Kampagne, aber nichts zum Multiplayer oder möglichen, alternativen Enden...

Wieder Vorspulen. Wir hocken nun mitten in einer linearer Action-Sequenz, wo wir eine modifizierte Lore klauen und durch den Tunnel jagen. Wir decken gegnerische Loren mit Sperrfeuer ein, bis wir neben dem Transporter ankommen und die Zwischensequenz startet. Der erste Versuch, bei hundert Stundenkilometern den Transporter zu entern. Einen Sprung später haben wir festen (wenn auch stark schüttelnden) Boden unter den Füßen und schleichen durch die Wagen und liefern uns langwierige Feuergefechte mit den Wachen.

Es gibt ein wunderbares Beispiel hier auf dem Transporter, das die Geschwindigkeit sowohl visuell als auch akustisch illustriert: die wild flatternde Plane über jenen Kisten, die als Deckung dienen, während die Lichter im Tunnel vorbeipeitschen wie der Strobo in einem Rave-Club. Das Rattern der Bahn und der Ketten, die die Ladung festhalten, konterkarieren perfekt die Geräusche der Schießerei. Diese Situation fühlt sich wirklich unglaublich anziehend an.

Es ist ein schleppender, ein zäher Kampf hin zum Anfang des Zuges, als ziemlich unerklärlich der Wagen vor uns explodiert. Der Bildschirm wird dunkel und wir sind wieder in dem Konferenzraum, wo die heutigen Präsentation stattfindet - fast jedenfalls.

Zweite Meinung

THQ arbeitet offenkundig hart daran, der Aussage Nachdruck zu verleihen, dass Metro: Last Light zu einem Aushängeschild für PC-Hardware werden soll. Das Spiel sieht toll aus, wobei die gezeigten Passagen sichtbar extrem poliert wurden, um sich auf der E3 durchzusetzen. Es wird interessant sein zu sehen, wie weit die Entwickler das Konzept des Vorgängers erhalten beziehungsweise wie sie es weiterentwickeln. Mit mindestens zwölf weiteren Monaten Zeit ist aber klar sichtbar, dass Metro: Last Night eines der interessantesten Apokalypse-Abenteuer im Jahr 2012 werden dürfte.

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