Mark Rutte sagt: "Träume weiter", wenn man denkt, Europa könnte sich ohne die Vereinigten Staaten verteidigen
Der NATO-Chef sagt, die europäische Sicherheit würde massive Ausgabenerhöhungen ohne amerikanische Unterstützung erfordern.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat den EU-Abgeordneten eine deutliche Botschaft übermittelt und gewarnt, dass Europa sich ohne die Vereinigten Staaten nicht verteidigen könnte und enorme Kosten tragen würde, wenn es es versuchen würde. Im Europäischen Parlament wies Rutte die Idee strategischer Autonomie zurück und sagte, jeder, der glaubt, Europa könne in der Verteidigung allein stehen, solle "weiter träumen".
Rutte argumentierte, dass der Ersatz der US-Militärunterstützung erfordern würde, dass die europäischen Länder die Verteidigungsausgaben auf beispiellose Niveaus erhöhen müssten, potenziell nahe 10 Prozent des BIP. Er fügte hinzu, dass Europa auch eigene nukleare Fähigkeiten entwickeln müsse, und beschrieb die finanzielle Belastung als "Milliarden und Abermilliarden von Euro". Trotz der sich ändernden globalen Prioritäten der USA bestand er darauf, dass es immer eine starke amerikanische Militärpräsenz in Europa geben werde.
In Bezug auf die durch jüngsten Äußerungen von Präsident Donald Trump ausgelösten Spannungen verteidigte Rutte sein eigenes Lob für die Rolle des US-Führers, die NATO-Verbündeten zu einer Erhöhung der Verteidigungsbudgets zu bewegen. Er sagte, Fortschritte bei den Ausgabenzielen des Bündnisses wären ohne anhaltenden Druck aus Washington nicht möglich gewesen, selbst wenn der Ton die europäischen Hauptstädte beunruhigt hätte.
Mit Blick auf die Ukraine warnte Rutte, dass das Land seinen härtesten Winter seit Jahren erlebt, da die Luftabwehrsysteme zunehmend belastet werden, da die Vorräte an Abfangjägern knapp werden. Er forderte die EU-Regierungen auf, Flexibilität zu zeigen und Ressourcen zu teilen, und betonte, dass Verzögerungen lebensbedrohliche Folgen haben könnten, da russische Angriffe weiterhin auf Energieinfrastruktur gerichtet sind.
Rutte warnte außerdem vor Versuchen, alternative europäische Sicherheitsstrukturen außerhalb der NATO aufzubauen, und sagte, eine solche Zersplitterung würde die kollektive Verteidigung schwächen und letztlich Moskau zugutekommen. Europa, so schloss er, bleibe tief abhängig vom transatlantischen Bündnis, während es gleichzeitig daran arbeitet, seine eigenen militärischen Fähigkeiten zu stärken...
