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Serien-Kritiken
Man on Fire (Netflix)

Mann in Flammen

A.J. Quinnells Romanreihe über John Creasy wurde bereits zweimal für die Leinwand adaptiert, doch nun erweckt Netflix die Figur mit einer neuen TV-Serie zum Leben.

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1987 trafen wir ihn in Italien. 2004 tauchte er in Mexiko-Stadt auf. Jetzt ist Rio de Janeiro an der Reihe. A.J. Quinnells Romanreihe über John Creasy wurde bereits zweimal für die Leinwand adaptiert, aber nun ist Netflix an der Reihe, die Figur zu übernehmen, diesmal in Form einer TV-Serie. Das Wechseln von Schauplatz und Besetzung ist oft eine effektive Möglichkeit, einer vertrauten Geschichte neues Leben einzuhauchen, aber in diesem Fall ist das Endergebnis ein gemischtes Bild.

Man on Fire (Netflix)

In dieser Adaption von Man on Fire übernimmt Yahya Abdul-Mateen II die Rolle von John Creasy, einem ehemaligen Elitesoldaten, dessen größte Fähigkeit darin bestand, das Unmögliche zu überleben. Doch diese heldenhafte Aura gehört nun der Vergangenheit an; Wir treffen einen Mann, der nach einer traumatischen und kostspieligen Mission in Mexiko-Stadt mit schwerer PTBS kämpft. Während Creasy am Rande des Untergangs steht, reicht sein alter Freund Paul Rayburn ihm eine helfende Hand, um ihn wieder auf die Beine zu bringen. Trotz Creasys eigenen Protesten, dass er nicht bereit für den Einsatz sei, lässt er sich überreden, einen Bodyguard-Auftrag anzunehmen. Doch trotz seiner Zurückhaltung wird er unaufhaltsam wieder in die Spirale der Gewalt hineingezogen, als Rayburns Tochter sich in der Feuerlinie wiederfindet und seinen Schutz braucht.

Die Entscheidung, den Schauplatz vom Italien des Buches ins Herz von Rio de Janeiro in Brasilien zu verlegen, wirkt logisch, besonders da der Serienschöpfer Kyle Killen offenbar eher einen geopolitischen Thriller als eine reine Rachegeschichte schaffen wollte. Die Serie wirft interessante Fragen über die Folgen der US-Einmischung in die Innenpolitik anderer Länder auf und wie sich dies auf den Einzelnen auswirkt. Das Problem ist, dass die Gleichung nie ganz zusammenpasst. Creasys persönliche Dämonen werden auf eine Randnotiz reduziert, die niemals im Detail erforscht werden darf. Indem versucht wird, Brasiliens oberste politische Führung mit Creasys intimerem Drama zu verknüpfen, besteht die Gefahr, das große Ganze zu schmälern und eine im Grunde reduzierte Erzählung zu verkomplizieren.

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Man on Fire (Netflix)

Yahya Abdul-Mateen II gibt sein Bestes mit einem zusammenhanglosen Drehbuch, in dem die Beweggründe der Figuren oft unklar bleiben. Er und der Rest des Ensembles liefern solide Leistungen ab, werden aber von einer Handlung enttäuscht, die in ihrem Streben nach politischem Gewicht konstruiert wirkt. Der Faden, der die Korridore des Präsidentenpalastes mit den Favelas von Rio de Janeiro verbindet, ist alles andere als eindeutig. Creasys psychische Gesundheit wird eher als dramatisches Gimmick denn als echte Charaktereigenschaft behandelt – ein Werkzeug, um die Spannung in einzelnen Szenen zu steigern, anstatt seinem Trauma Gewicht zu verleihen. Unter den weiteren Auftritten glänzen die britische Schauspielerin Billie Boullet und die brasilianische Schauspielerin Alice Braga am hellsten.

Man on Fire (Netflix)

In Tony Scotts gefeierter Verfilmung von 2004 wirkten sowohl die Atmosphäre als auch die Hauptfigur roh und authentisch. Im Jahr 2026 wirkt Creasy eher wie eine Karikatur, geprägt von zeitgenössischen Erwartungen an einen modernen Actionhelden: Wo es einst Alkohol gab, gibt es jetzt PTBS, und wo die treibende Kraft Rache war, geht es jetzt um Trauer, Verlust und den Weg zur Genesung. Die TV-Serie stolpert im Zusammenprall zwischen kleinen und groß angelegten Konflikten. Gerade diese Trennung führt dazu, dass die Serie den Fokus verliert und das Engagement des Publikums mit den Figuren nicht wirklich vertieft wird. Was wir bekommen, ist eine solide Actionproduktion, die mit einem strafferen Drehbuch und klarerer Identität das Potenzial gehabt hätte, ihre Vorgänger tatsächlich zu übertreffen.

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06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Handlung, Schauplätze und Schauspieler
-
Drehbuch, Ambitionsgrad und Umsetzung
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