Merz' Partei schlägt ein Verbot von Teilzeitarbeit vor: "Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten"
Die CDU fordert strengere Regeln, was eine Debatte über Work-Life-Balance und Gleichstellung der Geschlechter auslöst.
Die regierende Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) schlägt eine grundlegende Änderung der Arbeitsmarktpolitik vor, um das gesetzliche Recht auf Teilzeitarbeit einzuschränken. Nach dem Plan benötigen Arbeitnehmer eine Sondergenehmigung, um ihre Arbeitszeit zu reduzieren, es sei denn, sie kümmern sich um Kinder, ältere Verwandte oder absolvieren eine berufliche Ausbildung. Parteifunktionäre sagen, dieser Schritt sei notwendig, um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken und Vollzeitarbeit zu fördern.
Der Vorschlag stammt vom Wirtschaftszweig der CDU, der kleine und mittlere Unternehmen vertritt. "Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten", sagte Gitta Connemann, Vorsitzende der Gruppe, und griff damit die Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an Deutschlands wachsendem Fokus auf Work-Life-Balance und Vier-Tage-Wochen auf. Einige argumentieren jedoch, dass eine solche Einschränkung Frauen überproportional treffen könnte, die mehr als drei Viertel der Teilzeitbeschäftigten ausmachen.
Der Plan hat bereits Widerstand innerhalb der Partei ausgelöst. Dennis Radtke, Vorsitzender des sozialen Flügels der CDU, sagte, der Fokus solle auf der Verbesserung der Kinderbetreuung und der Flexibilität am Arbeitsplatz liegen, statt auf der Einschränkung von Rechten. "Teilzeitarbeit wird oft als Falle angesehen, weil Arbeitgeber unflexibel sind, die Bezahlung niedriger ist und die Karriereentwicklung eingeschränkt ist", sagte er.
Gewerkschaften haben ähnliche Bedenken geäußert. IG Metall warnte, dass die Einschränkung von Teilzeitarbeit den Arbeitskräftemangel nicht lösen würde, und verwies stattdessen auf unzureichende Arbeitsbedingungen für diejenigen, die nicht in Vollzeit arbeiten können. Das deutsche Institut für Beschäftigungsforschung berichtet, dass die Teilzeitbeschäftigung Ende 2025 auf über 40 % gestiegen ist, was Veränderungen in Bereichen wie Gesundheitswesen, Bildung und Sozialleistungen widerspiegelt.
Während sich die CDU darauf vorbereitet, den Vorschlag nächsten Monat auf ihrem Generalkongress in Stuttgart zu debattieren, entwickelt sich die Diskussion dazu, das Gleichgewicht der Partei zwischen wirtschaftlichen Prioritäten und sozialem Schutz zu testen. Das Ergebnis könnte nicht nur die Arbeitsplätze Deutschlands neu gestalten, sondern auch die laufenden Debatten über Geschlechtergleichheit und Work-Life-Balance. Was hältst du von dieser Situation?
