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GR-Awards 2021: Stefans Lieblinge

Stefan wendet den Blick resigniert von neuen Spielen ab, um in Erinnerungen zu schwelgen. Seine Hoffnung liegt auf dem kommenden Jahr.
Stefan Briesenick 25 Dezember 2021

Die Weihnachtsfeiertage verbringe ich nur sehr ungern mit Negativität und deshalb bin ich mit den folgenden Zeilen nicht so ganz zufrieden. 2021 war sicherlich kein schwaches Spielejahr, doch so richtig konnten mich die aktuellen Games nicht vom Hocker hauen. Neuveröffentlichungen, die eigentlich in meine Komfortzone fallen sollten (Persona 5 Strikers, Bravely Default II, Scarlet Nexus, Tales of Arise und nicht zuletzt auch Shin Megami Tensei V), haben natürlich ihre jeweiligen Vorzüge, doch entweder fallen sie in späteren Teilen ab oder die Nutzer müssen während des Spielens andere Abzüge in Kauf nehmen.

Spielmechanisch glattgebügelte, auf Hochglanz polierte Erfahrungen, wie Ratchet & Clank: Rift Apart, Returnal oder (und das zu schreiben tut mir beinahe weh) Halo Infinite, konnten mich zwar einige Stunden lang unterhalten, doch danach waren diese seelenlosen AAA-Produktionen schnell wieder vergessen. Gerne hätte ich mich den Lobgesängen meiner KollegInnen angeschlossen und über hochwertig produzierte Titel geschrieben, die massentauglich sind, allerdings langweilen die mich zunehmend. Das laute Marketing dieser inspirationslosen Gelddruckmaschinen führt inzwischen sogar oftmals dazu, dass ich selbst potentiell spannende Titel gar nicht erst anrühre, weil mich bereits die Kommunikation anwidert.

Mit Remakes und Remastern von alten Games, wie Diablo II: Resurrected, dem Nintendo-Switch-Port von Tony Hawk's Pro Skater 1 and 2 und dem famosen Super Mario 3D World + Bowser's Fury, habe ich 2021 deshalb gute Momente verbracht und tatsächlich ist auch mein Lieblingsspiel des Jahres in diesem Segment anzutreffen. Nier Replicant ver.1.22474487139 ist ganz ohne Frage der Titel, der mich in den letzten Monaten am meisten bewegte - und das sagt auch einiges aus, über die Qualität der Konkurrenz. Noch einmal in Yoko Taros traurige Welt einzutauchen, Kainé, Grimoire Weiss und Emil wiederzusehen und dabei den gefühlsollen Gesängen von Emi Evans zu lauschen, das war und ist Salbei für meine Seele.

Die dramaturgische Faszination des Originals habe ich damals zwar schon für mich entdeckt, aber ich bin nie so tief in die spielerischen Abgründe dieses Abenteuers versunken, wie ich es in dieser Version konnte. Ich habe Stunden um Stunden Items gegrindet, um mir traurige Kurzgeschichten durchlesen zu können, die man durch Waffen-Upgrades freischaltet. Meinen Freunden habe ich wochenlang stolz davon erzählt, wie ich die legendäre Blume „Lunar Tear" züchtete - ein extrem nerviger Prozess, den ihr hassen werdet. In die neuen Inhalte von ver.1.22, insbesondere in das Ende E, habe ich mich frisch verliebt und übrigens auch einen gesonderten Artikel verfasst, in dem ich euch das alles noch einmal im Detail aufdrösle. Nier bedeutet mir einfach wahnsinnig viel und deshalb war die Zeit mit dem Game auch so unglaublich wertvoll für mich. Ich hoffe, dass ihr dieses Jahr etwas spielen konntet, das euch auf ähnliche Art und Weise ausfüllen konnte.

Diese Spiele haben mir 2021 ebenfalls ganz gut gefallen:

  1. Guilty Gear: Strive
  2. Final Fantasy VII: Remake Intergrade
  3. Dorfromantik

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1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
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