Die Zahl der Landminenverluste erreicht den höchsten Stand seit vier Jahren: Immer mehr Länder wollen das globale Verbot aufgeben
Der Bericht hebt einen besorgniserregenden Wandel in Europa hervor, wo Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Polen alle versuchen, aus dem Ottawa-Übereinkommen auszutreten.
Todesfälle und Verletzungen durch Landminen und nicht explodierte Munition stiegen auf ihren höchsten Stand seit 2020, verursacht durch eskalierende Konflikte und eine wachsende Zahl von Ländern, die aus dem internationalen Verbot ausstiegen, warnte ein neuer Bericht am Montag (laut Reuters).
Der Landmine Monitor 2025 verzeichnete im Jahr 2024 mehr als 6.000 Vorfälle, darunter 1.945 Todesfälle und über 4.300 Verletzte. Fast 90 % der Opfer waren Zivilisten, und fast die Hälfte waren Frauen und Kinder.
Der starke Anstieg wurde durch die Ausweitung der Konfliktzonen in Syrien und Myanmar verstärkt, wo zurückkehrende Bewohner weit verbreiteter Kontamination ausgesetzt sind und sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Kräfte weiterhin Minen nutzen. Myanmar verzeichnete über 2.000 Opfer, die höchsten weltweit, während die Kämpfe im ganzen Land zunahmen.
Immer mehr Länder wollen das globale Verbot aufgeben
Der Bericht hebt auch eine besorgniserregende Verschiebung in Europa hervor, wo Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Polen alle versuchen, aus dem Ottawa-Übereinkommen auszutreten, dem Vertrag von 1999, der den Einsatz und das Lagern von Antipersonenminen verbietet.
Die Ukraine zog sich im Juni zurück, wobei Analysten sagen, der Schritt ziele darauf ab, die russischen Vorstöße zu verlangsamen. Gleichzeitig hat sinkende Geldgeberfinanzierung (einschließlich Kürzungen aus den Vereinigten Staaten) dazu geführt, dass humanitäre Minenräumungsmaßnahmen zurückgefahren werden müssen, sodass weniger Ressourcen für Opferunterstützung und Aufräumarbeiten übrig bleiben.
Der Bericht nennt neue Hinweise auf den Einsatz von Minen in der Ukraine, die laufende Stationierung durch Russland und Myanmar sowie thailändische Vorwürfe, dass kambodschanische Streitkräfte während eines Grenzkonflikts im Juli Minen gelegt hätten, was Kambodscha bestreitet. Die Mitgliedstaaten des Minenverbotsvertrags treffen sich diese Woche in Genf, da die Bedenken über die Zukunft des Vertrags wachsen.
