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Kritik

Bastion

Der Summer of Arcade auf Xbox Live beginnt am Mittwoch mit einem echten Triple-A-Titel. Action-Rollenspiele gab es in letzter Zeit einige für die Xbox, aber mit der Qualität von Bastion halten nur die wenigsten mit. Das Spiel von Super Giant Games ist ein kleines Meisterwerk mit vielen schönen und eigenständigen Ideen.

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Von der ersten Sekunde an wird man in das Abenteuer von "The Kid" geradezu eingesaugt. Aus der isometrischen Perspektive sieht man, wie sich bei jedem Schritt die handgezeichnete und farbenfrohe Welt der Bastion vor dem kleinen Protagonisten ausbreitet und das mit jedem Schritt. Beim Durchstreifen der Welt wird der Levelaufbau erst sichtbar. Viele Gänge und Lichtungen, die quasi schweben, bauen sich Feld für Feld vor den Augen des Spielers auf. Das alles wird von vielen kleinen Details und phantasievollen Gegnern begleitet, die so gar nichts von dem generischen Zombie- und Skelette-Einheitsbrei anderer Spiele dieses Genres haben. Alle haben ganz unterschiedliche Angriffsmuster, die es mit einem sehr abwechslungsreichen Waffenarsenal zu bekämpfen gilt.

Gezaubert wird eigentlich gar nicht. Grob lassen sich die Waffen in Nah- und Fernkampf unterteilen. Schusswaffen machen den größeren Anteil aus, wobei auch manche der Nahkampfwaffen geworfen werden können. Es dürfen immer zwei Waffen auf die Reise in die Level mitgenommen werden. Jede Waffe hat ihre Eigenheiten und alle spielen sich sehr unterschiedlich. Dadurch lässt sich das Arsenal komplett dem eigenen Spielstil anpassen - egal, ob man eher taktisches Stellungsspiel bevorzugt oder mitten im Geschehen sein will. Außerdem lassen sich alle Waffen im Laufe des Spiels mit weiteren Spezialisierungen noch mehr den eigenen Bedürfnissen angepasst.

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Dabei gibt es mit jeder neuen Stufe jeweils zwei Verbesserungen zur Auswahl, die jederzeit wieder ausgetauscht werden können. Dort können Magazingröße oder die Zeiten für das Nachladen verändert werden. Munition muss nicht gesammelt werden. Das Ganze ist sehr klug gemacht, zumal bei Bastion ewiges Shoppen und das Vergleichen von Statistiken komplett wegfällt. Man kann die einzigartigen Waffen, die im Laufe des Spiels eingeführt werden, nicht verpassen und Rüstungen kommen überhaupt nicht vor. Es gibt die zwei Waffen, die man gerade trägt und ein Schild, das sich auch als Waffe einsetzen lässt. Das Schild blockt Attacken oder kontert bei gutem Timing den gegnerischen Angriff. Dazu kommt noch eine frei wählbare Spezialfähigkeit, die nur begrenzt benutzt werden darf, wie etwa ein Ablenkungsmanöver mit Vogelscheuchen oder kurzfristiges Dauerfeuer.

Bastion
Viele Gänge und Lichtungen, die quasi schweben, bauen sich Feld für Feld vor den Augen des Spielers auf.

Bastion geht eigene Wege und versucht nicht, Spielspaß durch sinnloses Hochleveln und die ewige Suche nach noch besserer Ausrüstung zu generieren. Die Kämpfe sind dank der vielen Optionen und der abwechslungsreichen Gegner ganz alleine motivierend genug, zumal der Schwierigkeitsgrad mit Hilfe von Götzenstatuen, die ähnlich wie die Halo-Schädel funktionieren, fast stufenlos den eigenen Wünschen angepasst werden kann. Dafür werden wir mit mehr Credits und Erfahrungspunkten belohnt.

Endgültig in den Bann von Bastion wird man durch einen genialen Trick bei der Erzählweise des Spiels gezogen. Der Erzähler kommentiert als Moderator quasi live das Geschehen. Sowohl konkrete kleine und große Taten von "The Kid" werden erwähnt, neue Spielelemente dadurch eingeführt und ganz nebenbei erfährt man auch die Hintergrundgeschichte von Bastion. Das ist wirklich einzigartig und alle Ängste vor den ewig gleichen Kommentaren sind gänzlich unbegründet. Der Typ mit der coolen Stimme wiederholt sich nie. Der Charakter der Sprecherstimme und die vielen Schusswaffen lassen sogar leichtes Westernfeeling aufkommen, obwohl das Universum von Bastion mit diesem Genre gar nichts zu tun hat. Bei Schwierigkeiten mit der englischen Sprachausgabe lassen sich deutsche oder englische Untertitel zuschalten.

Allein für diese besondere Art des Storytellings muss man Bastion schon lieben. Dazu kommt noch die wunderschöne Optik und packendes Gameplay mit wirklich guter Steuerung, die einen auch in hektischen Momenten nicht die Kontrolle verlieren lässt. Der Soundtrack ist ebenfalls von höchster Qualität. Instrumentalstücke und sogar unaufdringliche, richtige Songs sind dabei, die atmosphärisch das Spiel unterstützen. Das ist ein Erlebnis fast in einer Liga mit zum Beispiel Red Dead Redemption.

Bastion
Allein für seine besondere Art des Storytellings muss man Bastion schon lieben.

Neben den gerade erwähnten Vorzügen gibt es einfach noch tausend andere kleine Dinge zu entdecken und so unglaublich viele, tolle Spielelemente wie etwa das Aufbauen der Bastion, die als Hub zu den Leveln fungiert. Dort dürfen wir nach und nach Läden errichten und auch exotische Haustiere finden dort ihre Heimat. Oder sehr überraschende Spielmomente, in denen plötzlich unumkehrbare Entscheidungen getroffen werden müssen und wirklich herausfordernde Wettbewerbe für die einzelnen Waffen. Die Liste könnte noch ewig so weitergeführt werden. Unverkennbar waren die Entwickler mit ganzem Herzen bei der Sache.

Es gibt leider keinen Koop-Modus, aber allein der Kommentar für zwei Spieler hätte für ein Arcade-Spiel wohl jeden Rahmen gesprengt. Die acht bis zehn Stunden für einen Durchgang Bastion sind jedenfalls allerbeste Unterhaltung und durch das "New Game Plus"-Feature verdoppelt sich die Spieldauer mit Sicherheit nochmals, da es eigentlich unmöglich ist, mit allen Varianten des Arsenals im ersten Durchgang zu experimentieren.

Bastion ist wirklich ein wunderschönes Spiel.

Bastion
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Bastion
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
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Tolles Design, netter Soundtrack sehr innovatives Storytelling und viele schöne kleine Details
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kein Koop-Modus
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