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You People

Netflix' neue Romcom bietet viele unangenehme Situationen, aber weniger Lacher...
André Lamartine Aktualisiert 2 Februar 2023

Zwei LA-Millennials verlieben sich ineinander, und obwohl sie aus zwei völlig unterschiedlichen Kulturen stammen, haben sie so viel gemeinsam, dass sie bald eine Hochzeit im Visier haben. Es gibt nur ein Problem, das in traditionellen Romcoms so häufig vorkommt: die Schwiegereltern! Mit anderen Worten, die Bühne ist für ein komplettes Chaos bereitet, da die jüdische Familie und die muslimische Familie ihre Kriegsspeere schärfen, um die Spannungen zwischen den Turteltauben zu erhöhen.

Nun, es ist nicht ganz das extravagante Chaos, das man von dieser Art von Film gewohnt ist. You People geht viel gedämpfter und realistischer an die Kulturkonflikte heran, indem es sensible Beziehungen auflöst und auf dem Boden bleibt. Die vielleicht romcomartigste Szene beinhaltet den kufischen Hut des Schwiegervaters, der während einer besonders peinlichen Dinner-Szene versehentlich Feuer fängt, aber ansonsten vermeidet You People viele der sentimentalen Fallen des Genres. Jonah Hill und Lauren London schaffen es, eine gute Chemie miteinander auszuhecken, und die Beziehung ist süß, wobei Hill es insbesondere schafft, einen sympathischen Charakter darzustellen, der bereit ist, so viel Mist wie möglich von Eddie Murphys skrupellosem Vater zu nehmen, um seine Liebe zu seinem zukünftigen Lebenspartner zu beweisen.

Das Problem ist jedoch, dass sich der Film trotz seines realistischen Tons nicht sehr glaubwürdig anfühlt. Weder die Situationen noch die Interaktionen fühlen sich lebensecht an, was zwar ein Markenzeichen dieses kitschigen Genres ist, aber die kulturelle Relevanz, die die Filmemacher zu erreichen versuchen, scharf abschneidet. Vieles davon hat das Gefühl von Ausschnitten aus Sitcoms, und die Dialoge - die manchmal bissig und unterhaltsam sind - fühlen sich unnatürlich und erzwungen an. Die Erzählung wiederum fühlt sich eher wie angeheftete Sequenzen an als wie eine fließende Geschichte mit Kontext, die trotz ihrer Versuche, die Romcom aufzufrischen, immer noch in einer etwas zu traditionellen Schablone stecken bleibt.

Was den Film oft rettet, ist gerade Jonah Hills natürliches Charisma und das Zusammenspiel mit Eddie Murphys Charakter, der hier als bedrohlicher und hasserfüllter Schwiegervater, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, ein möglichst großes Arschloch zu sein, richtig gut ist. Julia Louis-Dreyfus wiederum tut ihr Bestes, um das Gegenteil zu tun, wo sie so offen für eine neue Kultur ist, dass sie vergisst, die Schwiegertochter als Individuum zu sehen. So gibt es einige Szenen und peinliche Charakterspannungen, die kleinen Spaß machen, wo You People es schafft, etwas nachdenklicher zu sein als die typische Romcom-Rolle. Gleichzeitig entfaltet es dank des flachen Storytellings und seiner letztlich seichten Komödie nie wirklich sein wahres Potenzial.

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