Der Europäische Gerichtshof könnte mit seinem Urteil von gestern, Einfluss auf die ganze Software-Industrie nehmen. Denn die Richter entschieden, dass es nicht illegal ist, digitale Software zu verkaufen, die man selbst zuvor erworben hat. Damit verliert Software-Riese Oracle vor Gericht gegen das deutsches Unternehmen UsedSoft, das sich auf den Verkauf von "gebrauchten" Software-Lizenzen spezialisiert hat.
Durch eine Reihe von Vereinbarungen, denen der Nutzer zustimmen musste, versuchten Entwickler bisher den Weiterverkauf von digitaler Software zu unterbinden. Dieses Recht stehe dem Käufer allerdings zu, entschied der Europäische Gerichtshof. "Der Autor einer Software kann den Weiterverkauf dieser "gebrauchten" Lizenzen nicht verbieten, wenn er sie zum Download im Internet freigegeben hat."
Davon ist somit natürlich auch die Spiele-Industrie betroffen. Wer seine heruntergeladenen Spiele durchgezockt hat und noch ein bisschen Geld rausschlagen will, kann sie jetzt zum Verkauf für andere Spiele anbieten. Einzige Bedingung ist aber, dass der eigentliche Käufer die digitale Kopie auf seinem Rechner unbrauchbar macht. Ob und welche Folgen das für die Spiele- und generelle Software-Industrie haben könnte, ist noch nicht abzusehen.