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Unit 13

Unit 13

Mit Testosteron vollgepumpte Kerle und fette Explosionen - Daniel hat sich mit Zipper Interactives tragbarem Militär-Shooter die Action direkt ins Blut gepumpt. Seine Kritik verrät, was Unit 13 ausmacht und wie die Qualität ist.

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Zipper Interactive blickt auf eine ordentliche Liste von Militär-Shootern zurück. Als langjähriger Entwickler der Socom-Serie und dem zuletzt veröffentlichtem MAG: Massive Action Game sollte genug Erfahrung, beinahe schon Routine vorhanden sein. Eine Routine, an die man sich gewöhnt hat. Einfach ein weiteres Spiel derselben Machart abliefern - und das ist nun Unit 13. Wir spielen in einer internationalen Eingreiftruppe den Offizier und bekämpfen auf der ganzen Welt Terroristen und anderen Abschaum.

Ein obligatorisches Level im Trainingscamp erklärt die Steuerung und bringt den meisten sicher zum millionensten Mal bei, wie geschossen wird, wie Deckung funktioniert und wie wir in einem Action-Spiel Granaten werfen. Es gibt leider keine lustigen Ergänzungen, die Vita-Fähigkeiten werden nicht so stark genutzt wie etwa in Uncharted: Golden Abyss. Es gibt keine Touchscreen-Unterstützung, wenn wir zum Beispiel Granaten werfen wollen. Auch die Bewegungssensoren und das rückwärtige Trackpad werden nicht unterstützt. Das ist ein bisschen schade, einiges davon funktionierte in Uncharted: Golden Abyss wirklich gut. Die Steuerung ist trotzdem okay, aber die Features der Vita zu nutzen, hätte eine Bereicherung sein können.

Der große Unterschied zu den bisherigen Spielen von Zipper Interactive ist das Konzept. Unit 13 beinhaltet keine normale Kampagne. Man wählt mehr oder weniger aus einer Reihe von kleinen Missionen aus, die in beliebiger Reihenfolge absolviert werden können. Das hat seine guten Seiten, aber führt manchmal auch zu ganz offensichtlichen Problemen. Der größte Pluspunkt ist, dass man den Shooter zwischendurch unkompliziert für fünf Minuten rausholen kann und genug Zeit hat, eine komplette Mission zu absolvieren. Die Aufgaben sind in verschiedene Arten unterteilt. Manche müssen unter Zeitdruck erledigt werden und andere scheitern zum Beispiel, wenn wir erwischt werden. Es gibt auch normale Operationen und einfache Missionen, in denen aus der selbstgenerierenden Gesundheitsanzeige eine reguläre wird.

Unit 13
Der Shooter bietet einfach gehaltene Action zum Herumballern - passend dazu macht die Künstliche Intelligenz ihrem Namen keine Ehre.
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Der Nachteil von diesem Konzept ist, dass es deutlich schwerer ist, eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Nun ist es nicht so, dass Zipper diese Möglichkeit ernsthaft in Erwägung gezogen hat. Eine extrem kurze Einsatzbesprechung - frei nach dem Schema: "Der Typ ist böse. Wir müssen ihn ausschalten. Auf geht's!", das ist alles, was wir vor den Missionen erwarten können. Das alles ist ohne Zusammenhang und ziemlich belanglos. Sicher, Militär-Shooter sind kaum dafür bekannt, eine vernünftig Geschichte zu erzählen. Aber das hier ist einfach lächerlich. Und dazu kommen leider noch das generische Design für Umgebungen und Gegner - und schon ist die fehlende Persönlichkeit komplett.

Schön ist das Spiel in seinem Kern, beim Herumballern gegen Terroristen. Da sind geschmeidige Varianten, um in Deckung zu gehen. Wir freuen uns über das übliche, aber nette Angebot an Waffen. Und die Steuerung fühlt sich überhaupt sehr gut an. Gekämpft wird meistens aus der Third-Person-Perspektive, aber für das exakte Zielen wechselt das Spiel in die Egoshooter-Ansicht. Diese Seite des Spiels schätze ich persönlich wirklich. Es ist Action, die direkt ins Blut gepumpt wird.

Wenn man über das öde Design hinweg sieht, ist es eigentlich auch ein ziemlich sauberes Design. Es ist ein bisschen schwierig, die Grafik bei der Einführung einer Plattform einzuschätzen, weil schließlich noch niemand weiß, was alles aus der Hardware herausgeholt werden kann. Aber sie ist scharf, es gibt hübsche Charaktermodelle, ziemlich detaillierte Umgebungen und nette Lichteffekte. Außerdem fallen die Gegner sehr natürlich, wenn sie getroffen werden.

Aber das Sterben ist eben leider auch das einzige, dass die Gegner wirklich gut hinbekommen. Die Künstliche Intelligenz ist fern ab davon, ihrem Namen gerecht zu werden. Die Gegner drehen uns in der Mitte eines Gefechts den Rücken zu, sie laufen herum wie aufgescheuchte Hühner oder schießen immer und immer wieder in Wände oder Hindernisse, die sich direkt vor ihrer Nase befinden.

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Für gewöhnlich rege ich mich darüber nicht besonders auf, denn KI ist echt am schwierigsten zu programmieren. Aber nachdem ich auf diese ganz besondere Form von absoluten Hirntoten getroffen bin, musste ich das einfach erwähnen. Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass Zipper für gewöhnlich nur an Online-Erfahrungen werkelt, bei denen alle Teilnehmer menschlich sind.

Unit 13
Wenn wir zielen, wechselt die Perspektive von der Third-Person-Ansicht in die Egoperspektive.

Natürlich gibt es auch einen Multiplayer in Unit 13. Besonders erwähnenswert ist der Koop-Modus, der uns die Solo-Missionen auch gemeinsam spielen lässt - das funktioniert ziemlich gut. Es gibt darüber hinaus Bestenlisten und tägliche Herausforderungen, für die wir 24 Stunden Zeit haben, um ein möglichst gutes Ergebnis einzufahren und uns mit dem Rest der Welt zu vergleichen. Ja, es ist immer schön zusammen zu spielen, über die erwähnten Schwächen aber kann auch das nicht hinwegtäuschen.

Unit 13 hinterlässt ein ambivalentes Gefühl. Die Grundidee ist ziemlich gut und es wurde für den Handheld gut umgesetzt. Auch die Action ist sehr unterhaltsam. Aber die fehlende Identität als Spiel und die unterirdische Intelligenz der Gegner sind einfach schrecklich. Zudem wiederholen sich die Level ziemlich oft und bieten nur ein neues Missionsziel. Das fühlt sich einfach ein bisschen billig an.

Wer aber keinen Wert auf die Handlung legt und dumme Gegner tapfer ignorieren kann, für den ist Unit 13 vielleicht trotzdem okay. Bis Ersatz da ist, kann man zumindest den Titel unterwegs immer mal wieder reinhauen, um sich seine Dosis Action einzupfeifen.

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06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Gute Steuerung, unterhaltsame Action, passend für unterwegs
-
Unterirdische Künstliche Intelligenz, ohne Identität, nicht vorhandene Handlung
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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