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UFC 2010 Undisputed

UFC 2010 Undisputed

THQ meldet sich mit dem Nachfolger ihres beliebten UFC-Spiels zurück. Was hat sich seit dem letzten Jahr getan? Bengt ist den Käfig gestiegen, um sich mit dem Spiel genauer auseinanderzusetzen.

  • Bengt Lemne

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"So, du willst also ein Kämpfer sein?" Selten wurde ein Leitsatz dermaßen überbeansprucht wie in THQs UFC 2010 Undisputed. Aber das Versprechen, uns einen kleinen Einblick in das Leben eines professionellen Käfigkämpfers zu geben, das bleibt.

Das Problem beim Darstellen von einem Sport wie Mixed Martial Arts ist die Vielfalt, die er bietet. Ein Kampf kann nach fünf Sekunden mit einem Blitz-K.O. enden, es kann 15 Minunten lang wrestlingmäßig hergehen, drin ist auch Muay-Thai-Clinch-Action, fieses Boxen gegen den Zaun, Submissions am Boden, Tritte gegen Wade und Oberschenkel - all das muss aufeinander abgestimmt werden, um eine sinnvolle Spielerfahrung zu schaffen.

UFC 2010 Undisputed
Kämpfer können in UFC 2010 Undisputed besser angepasst werden.

THQ und Yuke's haben im letzten Jahr großartige Arbeit geleistet, doch was konnte in nur zwölf Monaten verbessert werden? Einerseits ist das Tempo höher und die Submissions sind komplizierter. Außerdem gibt es mehr Kampfstile und die Möglichkeiten, um den eigenen ultimativen Kämpfer anzupassen, wurden verbessert. Das ist auf jeden Fall ein merklicher Schritt im Vergleich zum letzten Spiel, aber kein großer Sprung.

Die Präsentation des Spiels ist eine ziemlich genaue Wiedergabe von dem, was man während einer UFC-Fersehübertragung sehen würde. Sogar Mike Goldbergs sich ständig wiederholende Kommentare sind mit dabei (obwohl sie im Spiel oft passender sind, als wenn er einen realen Kampf kommentiert). Die Kämpfer kommen diesmal im Käfig besser rüber. Auch solche wie Anderson Silva und Lyoto Machida, die schwer darzustellen sind, verhalten sich diesmal deutlich echter. Das Spiel neigt ein wenig zu Strikings und schnellen Finishings aus dem Stand heraus, aber es gibt umgekehrt die Möglichkeit Take Downs und Submissions zum eigenen Vorteil zu nutzen. Schwer ist es aber die Fußarbeit und das Ausweichen vernünftig einzusetzen. Sich hin- und herzubewegen, um Schläge abzuwehren und dann zu kontern, ist eine wirklich nette Idee, aber es braucht eine Weile, um sich daran zu gewöhnen.

Es gibt eine breite Palette von Spielmodi die vom Turniermodus, Eventmodus bis hin zu Titel- und Titelverteidigungsmodi reichen. Aber der Fokus liegt sicherlich auf dem Karrieremodus. Ich habe mir einen eigenen Kämpfer erstellt. 205 Pfund schwer, der sensationelle Bengt "The Monster" Lemne aus Stockholm, Schweden. Nach ein paar Kämpfen im Amateurbereich wurde ich in der World Fighting Alliance aufgenommen (eine mittlerweile aufgelöste Organisation). Derweil trainiere ich im Sportstudio mit Marc Laimon (ich mag ihn nicht), übe fleißig und lerne Tricks von einigen Profikämpfern. Zum Beispiel lerne ich ein paar Techniken von Lyoto Machida, wenn ich mit dem Team Blackhouse trainiere. Und ich schnappe auch ein paar Tricks von Kämpfern wie Forrest Griffin, Rashad Evans und Brandon Vera auf.

UFC 2010 Undisputed
Die Beinarbeit und das Ausweichen sind nicht leicht zu meistern.

Der Karrieremodus beschäftigt eine ganze Weile. Erst nach und nach arbeitet man sich in den Rängen der UFC hoch. Es gibt rudimentäre Möglichkeiten sich in Medien zu präsentieren, Interviews zu geben und Sponsoren zu verwalten. Doch der Kampf im Käfig selbst ist natürlich das Herzstück. Ich habe meinen Kämpfer "The Monster" so gebastelt, das er Meister im K.O. ist. Mein Training drehte sich vor allem um das Striking und Clinchen, während ich mir aber die allgemeinen Fertigkeiten als gute Grundlage erhalten habe. Mehr als einmal bin ich schon in der ersten Runde gegen Gatekeeper Keith "The Dean of Mean" Jardine gescheitert. Es dauert, bis man ins große Geschäft einsteigen und um den Titel kämpfen kann. Aber der steinige Weg bis dahin sorgt auch dafür, dass sich das am Ziel ankommen nach echter gezeigter Leistung anfühlt.

UFC 2010 Undisputed verfügt über eine beeindruckende Liste von mehr als hundert Kämpfern. Aber insgesamt bin ich doch etwas überrascht über einige, die mit dabei sind. Andrei Arlovski and Fabricio Werdum beispielsweise haben seit zwei Jahren nicht mehr in der UFC gekämpft. Das wäre in etwa so, als würden Spieler, die sich vor zwei Jahren vom Fußball zurückgezogen haben, trotzdem noch in entsprechenden Games auftauchen. Ich hätte lieber weniger bekannte Gesichter, die dann aber auch wirklich bei der UFC unter Vertrag sind, als solche, die seit 2008 nicht mehr dabei sind.

Grafik und Animationen sind im Rahmen dessen, was ich erwartet habe. Die meisten Kämpfer schauen fast genauso aus wie ihr reales Pendant. Es gibt Details wie die Narbe auf dem Rücken von Antonio Rodrigo "Minotauro" Nogueira und Tattoos von Kämpfern wie Alan Belchers nerviges Johnny Cash-Tattoo (oder ist es doch eher eine Art Jay Leno aus der Hölle?).

Im verbesserten Onlinemodus ist es möglich mit Freunden ein kleines Camp von Kämpfer aufzubauen und sich gegenseitig zu unterstützen. THQ und Yuke's basteln auf einer soliden Basis an einem Sportspiel, das es mit etablierten Franchisen von EA Sports wie FIFA, Madden oder NHL aufnehmen kann. Und man muss UFC 2010 Undisputed eher in einem solchen Kontext sehen und nicht etwa mit Wrestling-Spielen oder den (im besten Fall) mittelmäßigen UFC Spielen vergleichen, die es vor UFC 2009 Undisputed gab. UFC 2010 Undisputed liefert in Sachen Inhalt und Modi genug, damit man bis ins Jahr 2011 damit beschäftigt ist.

UFC 2010 Undisputed
Die Kämpfer sehen sehr authentisch und detailliert aus - selbst Tattoos sind bestens zu erkennen.

Wenn etwas gibt, dass bei den Kämpfen verbessert werden könnte, dann sind es die Bewegungen der Kämpfer. Sie kommen beim Aufstehen immer noch etwas steif und robotermäßig rüber. Aber ich rege mich hier wirklich über Details auf und das sage ich als großer Fan des Sports, der sich ein Spiel wünscht, dass so nah wie möglich an der Realität dran ist. Ein Beispiel dafür ist der Schiedsrichter, der Kämpfer ziemlich schnell auseinanderzieht, wenn nichts passiert. In einem echtem Kampf würde das länger dauern, aber es sorgt für eine spannenderes, aber weniger echtes Erlebnis.

Ein blitzschnelles K.O. mit Terry Etims Ellenbogen gegen das Kinn von Nate Diaz, oder einfach nur das befriedigende Gefühl, mit dem perfekten Plan einen gefährlichen Gegner ausgeschalten zu haben - alles das ist UFC 2010 Undisputed. Und wenn du ein UFC-Fan bist, dann solltest du dieses Spiel auf keinen Fall verpassen.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Unterhaltsamer Karrieremodus, verbessertes Packen, schnellere Action, authentische Präsentation, viele Kämpfer
-
Aufstehen etwas steif, Liste der Kämpfer teilweise unaktuell
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