Skip to main content
Gamereactor Filme The Guard
Filme

The Guard

Cop-Komödien mit gegensätzlichen Partnern haben lange Tradition. Ob Lethal Weapon, Red Heat oder Rush Hour, das Humor-Potenzial polizeilicher Zweckgemeinschaften ist enorm.
Kalle Max Hofmann 14 Mai 2012

Klar, dass das bei einem europäischen Film etwas anders läuft. Sergeant Gerry Boyle ist ein stinkstiefeliger, irischer Kleinstadtcop mit einer Vorliebe für Drogen, Nutten und derbe Flüche. Trotzdem ist er alles andere als eindimensional, nebenbei kümmert er sich um seine kranke Mutter und bleibt auch unter Druck unbestechlich. Davon ahnt sein neuer, unfreiwilliger Partner aber lange nichts.

FBI-Agent Wendell Everett kommt aus den USA, um eine Großlieferung Kokain im Wert von einer halben Milliarde Dollar abzufangen. Seine dunkle Hautfarbe macht ihn schon beim ersten Briefing zur Zielscheibe von Boyles rassistischen Sprüchen. Trotzdem müssen sie miteinander auskommen, und die Wortgefechte zwischen ihnen sind auch die stärksten Momente im Film. Ein Vergleich zu Brügge sehen und sterben drängt sich förmlich auf, denn auch da spielt Brendan Gleeson eine ähnliche Figur und die Regisseure beider Filme sind Brüder. Leider ist The Guard nicht ganz so mutig, sondern bleibt wie viele Euro-Produktionen zu sehr in der Realität verhaftet. Die vielen Nebenschauplätze mit einmaligen Auftritten diverser Randfiguren sollen wohl eine irische Note in den Film bringen.

Andererseits hat der ganze Film eine Western-Atmosphäre, was sich nicht nur in der Musik, sondern auch in der gemächlichen Erzählweise und den wortkargen Helden äußert. Zusammen mit dem augenfällig knappen Budget und dem bisweilen fragwürdigen Schnitt kommen einige Faktoren zusammen, die gegeneinander arbeiten und so für Verwirrung und Langeweile sorgen. Zum Glück machen die Hauptdarsteller einen sehr guten Job, Brendan Gleesons wurde für seine Performance sogar für einen Golden Globe nominiert. Neben dem guten Don Cheadle legt auch Mark Strong mal wieder einen überzeugenden Auftritt hin. Durch dieses Ensemble kommen Fans des trockenen, schwarzen Humors auf ihre Kosten.

Vollständiges Profil 169 veröffentlichte Artikel
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.