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Tennis World Tour

Tennis World Tour

Breakpoint Games hätten lieber auf den Herbst warten und ein fertiges und tolles Produkt auf den Markt bringen sollen.

Es ist kein Zufall, dass Pong das erste erfolgreich Sportvideospiel der Welt geworden ist. Auch wenn es technisch gesehen ein Tischtennisspiel ist, so hat es etwas grundsätzlich banales, wenn sich zwei Spieler gegenüberstehen und versuchen, so hart wie möglich zu schlagen und jeden Ball zu erreichen, damit der andere verliert. Dieses Konzept passt hervorragend zu Videospielen - und einige der besten Sportspiele basieren auf Tennis.

Daher ist es auch besonders seltsam, dass es in den letzten Jahren so eine Dürre bei den Tennisspielen gegeben hat. Weder EA Sports noch 2K Sports haben ihr Glück mit dem Sport versucht. Die Marken Top Spin und Virtua Tennis scheint es nicht mehr zu geben. Das scheint dann plötzlich mehreren Entwicklern gleichzeitig aufgefallen zu sein, denn nach Jahren erscheinen jetzt plötzlich drei halbwegs große Tennisspiele gleichzeitig.

Als erstes ist da AO International Tennis mit seiner eher realistischen Interpretation des Sports und dann noch Mario Tennis Aces mit seinem starken Fokus auf Unterhaltung. Und dann wäre da noch Tennis World Tour, das sicher am meisten gehyped wurde, denn die Breakpoint Studios bestehen zum größten Teil aus Entwicklern die auch an Top Spin 4 gearbeitet haben - das als Meisterwerk gilt.

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Tennis World TourTennis World Tour

In den Trailern und Vorschauen sah das Spiel gut aus und die Ambitionen waren groß. Und genau deswegen ist es so schwer zu verstehen, warum das Spiel in so einem unfertigen Zustand ausgeliefert wurde. Es gibt hier so viel, das gut sein könnte. Sogar sehr gut, aber das Spiel ist einfach nicht fertig. Der Online-Multiplayer ist nicht fertig und in einem Sportspiel ist der Kampf gegen echte Menschen der größte Spaß und Doppel sind die Krönung des Ganzen, aber auch die wird es erst später geben...

Hier wird uns wirklich nur das Grundgerüst eines Tennisspiels geboten und ich leide bei meinem ersten Aufschlag förmlich, denn die Grundlagen des Spiels sind großartig. Ich kann meine Bälle wirklich genau so platzieren wie ich mir das vorstelle. Man wird schnell besser und lernt, wie man die Analogsticks einsetzen muss, um die Gegner mit fiesen Returns auf die Probe zu stellen. Auch die unterschiedlichen Beläge wurden großartig simuliert und mir haben die Matches auf Gras wirklich Spaß gemacht, da sie ein gewisses Zufallselement mitbringen - oder wie Ivan Lendl in den frühen Achtzigern mal sagte: „Gras ist für Kühe".

Ohne Online-Optionen war ich gezwungen, den Karriere-Modus zu spielen. Die Karriere ist ziemlich schlicht geraten, wie in älteren Sportspielen kreieren wir unseren Athleten und kämpfen uns als Amateur nach ganz oben. Auch wenn der Modus sehr traditionell geraten ist, er funktioniert und ich kann nicht sagen, dass ich davon gelangweilt war, meinen Spieler weiterzuentwickeln. Ich selbst bin dabei auch gleich ein besserer Spieler geworden.

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Das Problem ist leider eher, wie sparsam alles geraten ist. Tennis World Tour muss wirklich dringend erweitert werden. Nachdem EA Sports für die FIFA-Reihe den "The Journey"-Modus eingeführt hat, kommt man einfach nicht mehr mit etwas davon, dass auf dem Niveau von Sportspielen von vor zehn Jahren basiert. Es gibt wirklich noch sher viel zu tun und ich hoffe das wird nachgebessert, sonst gibt es hier einfach nicht genug zu tun.

Leider ist der Karriere-Modus nicht das einzige , was sich veraltet anfühlt. Von einem technischen Standpunkt betrachtet ist das Tennis World Tour einfach veraltet. Die Grafik wirkt wie ein halbfertiges Remaster eines Spiels der letzten Generation. Wir reden hier von armseligen, komprimierten Texturen, springenden Animationen und einem Publikum wie aus der letzten Generation von Sportspielen.

Das Gleiche gilt leider auch für den Sound des Spiels, der seltsam unfertig wirkt. Manche Kommentare hört man überhaupt nicht, der Abprall des Balls klingt mechanisch und der Kommentator - Tennis-Legende John McEnroe persönlich - sagt seine zwei, drei Zeilen immer wieder. Es klingt, als hätte er sich wirklich dazu überwinden müssen.

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Wenn Online-Matches hinzu kommen, Doppel möglich und andere Features eingeführt werden, hat Tennis World Tour das Potenzial, ein interessantes Spiel zu werden. In seinem jetzigen Zustand hat man das Gefühl, für eine Beta zu bezahlen, allerdings schon den vollen Preis. So geht das wirklich nicht in Ordnung. Es war, als hätten wir ein halbfertiges Spiel besprochen, obwohl es schon in den Läden steht.

Ich weiß nicht, ob die Entwickler das Spiel unbedingt vor Mario Tennis Aces oder dem Start von Wimbledon rausbringen wollten, aber jetzt ist da ein Spiel mit tollem Fundament und einer sehr wackeligen Zukunft. Breakpoint Games hätten lieber auf den Herbst warten und ein fertiges und tolles Produkt auf den Markt bringen sollen und nicht dieses halbfertige, kaum noch mittelmäßige Spiel. Was für eine Verschwendung.

05 Gamereactor Deutschland
5 / 10
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Solides Grundgerüst
-
fehlender Content, unpoliert und unfertig, technisch altbacken
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