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Surviving Mars

Surviving Mars

Wir haben ein neues Zuhause auf dem roten Planeten gefunden.

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In Paradox Interactives neuestem Aufbaustrategiespiel Surviving Mars geht es um nichts Geringeres, als die Sicherung der menschlichen Rasse auf dem roten Planeten. Nach Tropico 5 erwartet die Welt von Haemimont Games ein außerirdisch-gutes Spiel und dieses wirft uns direkt in einen großen, roten Sandkasten mit offenem Ende. Wie viele Titel des Publishers bietet auch Surviving Mars keine Kampagne und nutzt stattdessen ein sehr zurückgefahrenes Missionssystem. Neben dem freien Spiel sind einige vorgefertigte Szenarios verfügbar, erst im späteren Verlauf eines Matches kommen Themen wie Aliens und künstliche Intelligenzen zum Tragen. Das ist dann aber quasi auch schon alles, was mit einem Handlungsstrang vergleichbar wäre, allzu viele Einschnitte brauchen Sandbox-Puristen also nicht befürchten. Meistens greifen die neuen Bedingungen zudem erst, nachdem wir uns ordentlich aufgebaut haben.

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Wer jüngst den Film Der Marsianer mit Matt Damon gesehen hat dürfte eine ungefähre Vorstellung davon erhalten, was uns auf dem Mars erwartet.

Beim Spielstart legen wir unsere Konditionen und die Auswirkung der Störfaktoren fest und suchen uns einen Sponsor aus. Wenn zum Beispiel das internationale Raumprogramm unsere Kolonialisierung finanziert, dann stehen uns umfangreiche Hilfsmittel und Güter zur Verfügung, während es um einiges schwieriger ist beispielsweise unter der russischen Flagge Fuß auf dem roten Planeten zu fassen. Im Anschluss daran wählen wir unsere Führungspersönlichkeit aus, was wiederum die verfügbare Technik- und das Equipment bedingt. Nachdem wir all das gewählt haben füllen wir unsere Rakete mit unseren sieben Sachen, also anfängliche Ressourcen und Blaupausen, um nicht ganz mit leeren Händen in den unbekannten Bedingungen auskommen zu müssen. Wenn wir euch einen Tipp geben dürfen: Sendet Kolonisten nicht zu früh auf Erkundungstouren, ansonsten könntet ihr nicht mehr allzu viele Sonnenaufgänge erleben.

Wer jüngst den Film Der Marsianer mit Matt Damon gesehen hat dürfte eine ungefähre Vorstellung davon erhalten, was uns auf dem Mars erwartet. Wir landen auf dem roten Boden, erkunden mit Drohnen und Rovern die Umgebung und nehmen Proben der Landschaft, um Ressourcen wie Beton oder Eisen zu finden. Das gesammelte Material fließt in den Bau neuer Fabriken und Wohngebäude, wodurch langsam aber sicher eine Kolonie entsteht. Die Bewohner gehen ihrem Tagwerk nach, haben Jobs und individuelle Angewohnheiten (so wie Alkoholismus oder den „Hippie-Lebensstil") allerdings scheinen diese Mechaniken aktuell noch nicht sonderlich ausgearbeitet worden zu sein. Wenn wir die Leute nicht bei Laune halten und ihre Gebäude verwahrlosen lassen, werden sie verrückt und töten sich unter Umständen sogar selbst.

Leider wird der Spieleinstieg nur durch ein paar Textboxen begleitet, ein richtiges Tutorial wäre nämlich nicht nur für Genre-Neulinge hilfreich gewesen. Dadurch dürfte der Start unseres Abenteuers auf dem Mars für die meisten Spieler recht holprig werden, doch nachdem die anfängliche Orientierungslosigkeit verflogen ist, entfaltet sich Surviving Mars. Zu Beginn eines Matches ist eine konstante Aufgabe die Gebäude instand zu halten ist, da die selteneren Materialien immer etwas zu knapp bemessen sind. Von daher müssen wir häufig die benötigten Dinge von der Erde anfordern und gleichzeitig darauf achten, mit unseren Geldern zu wirtschaften. Dadurch entsteht stellenweise eine recht fordernde Wechselbeziehung, was wir durchaus positive betrachten.

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Die Karten unterscheiden sich lediglich in den lokalen Erhöhungen, den verfügbaren Ressourcen sowie in den darauf einwirkenden Umweltkatastrophen voneinander.

Es fühlt sich sehr belohnend an, wenn die Lösungsansätze klicken und alles ineinanderläuft. Der Technikbaum fällt überaus üppig aus und stellt mit seinen etlichen Projekten sicher, dass wir das Leben auf dem Mars erfolgreich bewältigen können. Neue Gebäude eröffnen uns etliche fortgeschrittene Möglichkeiten, am besten hat uns hierbei der Bereich der experimentellen Forschung gefallen. Damit ist es nämlich möglich tote Kolonialisten als Nahrung zu verwenden oder sie durch Klonung wiederauferstehen zu lassen. Das wird mit Zitaten aus der Popkultur untermauert, Matt Damons Charakter aus Der Marsianer ist mit dabei, Elon Musik und auch Donald Trump...

Grafisch präsentiert sich Surviving Mars ganz gut, vor allem die Terraintexturen konnten uns überzeugen. Gebäude und Vehikel sind knackig und wir dürfen in viele Strukturen hineinzoomen, um den Marsmenschen beim Leben zuzuschauen. Den Leuten beim Schlafen oder Verzehren ihrer toten Nachbarn zuzusehen konnte uns allerdings nicht sonderlich lange bei der Stange halten, der Titel fokussiert sich ja nicht ohne Grund auf den roten Planeten. Leider verliert auch der nach einer Weile seine magische Anziehungskraft, denn die Gebiete variieren in ihrer Gestalt kaum voneinander, egal wo wir zu Beginn landen. Die Karten werden schnell repetitiv, da Naturräume wie Flüsse oder Wälder auf dem Mars nicht existieren (zumindest nicht im Spiel). Verschiedene Areale unterscheiden sich lediglich in den lokalen Erhöhungen, den verfügbaren Ressourcen sowie in den darauf einwirkenden Umweltkatastrophen voneinander. Trotzdem bietet uns der Titel viele Stunden Unterhaltung, in Zukunft sind zudem noch weitere Zusatzinhalte geplant.

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Der Technikbaum fällt überaus üppig aus und stellt mit seinen etlichen Projekten sicher, dass wir das Leben auf dem Mars erfolgreich bewältigen können.

Auf dem Bildschirm läuft nach einigen Stunden ein ziemliches Gewusel ab und das kann die Framerate, vor allem in actionlastigen Situationen immer wieder ins Stocken bringen. Außerdem gibt es aktuell noch merkwürdige Sound-Bugs, die jedoch meistens mit einem erneuten Laden des Speicherstands behoben werden können. Ansonsten läuft das Surviving Mars recht rund, die gröbsten Fehler dürften mit einem oder zwei Patches hoffentlich behoben worden sein. Abseits vom technischen Gewand hätten wir uns etwas Abwechslung gewünscht, vielleicht eine Art Weltraumrennen für konkurrierende Mehrspieler-Strategen. Die ganzen Steine und der viele rote Sand machen unser Abenteuer nämlich stellenweise ganz schön einsam. Leider fehlt es auch dem intergalaktischen Handel an Tiefe und der Aufbau fällt vor allem zu Beginn unserer Reise recht langsam aus (weil alles so verdammt lange dauert). Glücklicherweise dürfen wir das Spielgeschehen beschleunigen, um Wartezeiten zu minimieren. Auf der musikalischen Seite erwarten uns vier Radiokanäle mit einigen eingängigen Melodien, die beim Zocken nebenbei laufen - nichts Außergewöhnliches, aber auch nie störend.

Insgesamt sind wir mit Surviving Mars doch sehr zufrieden, denn trotz der kleinen Mängel konnte uns der Titel für Stunden beschäftigen und unterhalten. Es ist eine sehr offene Erfahrung mit etlichen Dingen, die wir erst beim fünften oder zehnten Szenario erleben werden. Die Entwickler haben deshalb auch allein für die Szenariomissionen ungefähr 100 Stunden Spielzeit angesetzt. Was Surviving Mars optisch fehlt, macht es mit seiner Tiefe im Forschungssystem wieder wett. Technische Probleme bestehen aktuell noch, doch nach wenigen Patches dürften die Entwickler das in den Griff bekommen. Wir wollen den Titel allen Fans von Weltraumsimulatoren, wie Aven Colony aus dem vergangenen Jahr oder die futuristischeren Anno-Ableger, empfehlen.

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Leider wird der Spieleinstieg nur durch ein paar Textboxen begleitet, ein richtiges Tutorial wäre nämlich nicht nur für Genre-Neulinge hilfreich gewesen.
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Komplexes Strategiespiel mit hohem Widerspielwert und gutem Interface; Forschung ist besonders spannend.
-
Mehrspieleroptionen fehlen; sich auf fortgeschrittenen Karten umzuschauen müsste flüssiger sein.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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