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Super Crate Box

Super Crate Box

Super Crate Box ist so vieles. Schlimm. Schnell. Eklig. Nervig. Herausfordernd. Niederschmetternd. Alt. Anstrengend. Ätzend. Großartig. Sensationell. Die Liste lässt sich fast beliebig verlängern und erweitern mit zutreffenden Beschreibungen für das Jump'n'Run mit Shooterelementen, das es nun endlich auch für die Apple-Geräte als Download gibt.

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Insbesondere anfangs hat man mit dem Spielprinzip von Super Crate Box so seine Probleme. Alle fünf bis fünfzehn Sekunden zu sterben, dass ist eigentlich maximal für Newbies in den Onlinesessions von Call of Duty: Modern Warfare 3 oder Battlefield 3 zumutbar. Aber so ganz alleine, immer wieder sterben. Das fühlt sich an wie die Endlosschleife im Altenheim, allein gelassen mit dem gesamten Schmerz und der Tristesse des Versagens.

Wir spielen ein kleines Pixelmännchen, dass Kisten einsammeln muss. Der Lagerist hat ein großes Problem, denn in seine 2D-Welt strömen von oben endlos viele Monster hinein: große, kleine, langsame und schnelle. Denen müssen wir hüpfend ausweichen oder sie rechtzeitig abschießen. Sammeln wir eine Kiste ein, gibt‘s per Zufall immer eine neue Waffe. Das ist lustig und schlimm, weil man ja immer mehr Kisten einsammeln soll, sich aber von mancher Waffe wie dem mächtigen Revolver oder der Minigun einfach nicht trennen will.

Ist aber auch egal, weil man sowieso sofort wieder tot ist. Und einfach sofort wieder lebt, um sofort wieder zu sterben. Dabei schnell Kisten sammeln, immer mehr. Ab und an sind es so viele geworden, dass es neue, stärkere aber auch gefährlichere Zufallswaffen gibt. Die Tron-Disks werden von den Wänden reflektiert und töten dabei natürlich nicht nur die Monster. Minen mögen viel Sprengkraft haben, das spürt aber eben auch der Lagerist.

Super Crate Box
Ein Revolver! Trotzdem stirbt man alle paar Sekunden, um sofort wiederbelebt zu werden, um mehr Kisten zu sammeln.
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Klar, man könnte das Spiel auch einfach weiter auf dem PC oder dem Mac spielen. Aber gerade unterwegs ist Super Crate Box so schlimm wie vorgerollte Joints aus Kambodscha. Es macht süchtig. Man will nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Man will sterben, um zu leben. Und endlich die zehn Kisten in einem Lauf einsammeln, um das nächste Level zu sehen.

Nervig ist manchmal die streckenweise einfach ungerechte Kollisionsabfrage, wegen der man noch mehr stirbt. Außerdem eignet sich eigentlich nur das Ipad so richtig zum Spielen, weil man dann die vier Buttons der Steuerung nicht immer zwangsläufig im Bild hat und seine dicken Daumen dabei direkt in selbigem. Geschenkt. Dafür gibt‘S Onlineranglisten und der tolle Chiptunes-Soundtrack (kostenloser Download übrigens hier) treibt einen lächelnd in einen Tod nach dem anderen .

Ich weiß am Ende immer noch nicht, ob ich Super Crate Box mehr hassen oder lieben soll. In jedem Fall ist es ein tolles, polarisierendes Spiel, dass für 79 Cent mehr Laune macht als 1000 miese Gratisgames im Appstore und nicht wenige Games, für die man vieeeeel mehr bezahlen muss. Also, Kreditkarte marginal belasten und dabei helfen, dass die Entwickler von Vlambeer mal ein paar Dollars machen. Um mehr dieser Spiele zu entwickeln.

Super Crate Box
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Super Crate Box
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Macht schlimm süchtig, lustiges und schnelles Spielprinzip
-
die Kollisionsabfrage
overall score
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