Skip to main content
Gamereactor Kritiken Skulls of the Shogun
Kritiken Skulls of the Shogun

Skulls of the Shogun

Ein knallbuntes, rundenbasiertes Strategiespiel, das mehr kann als Schere, Stein, Papier.
Ingo Delinger Getestet auf Multi 4 Februar 2013

Der General ist die stärkste Einheit, aber wenn er fällt ist der Kampf verloren.

General Akamoto wird in einer entscheidenden Schlacht heimtückisch ermordet und so um den Sieg und den Aufstieg zum Shogun gebracht. Doch selbst im Jenseits wird ihm nicht der gebührende Respekt entgegengebracht. Der untote Akamoto bricht alle Regeln, versammelt eine kleine Schar getreuer Samurai um sich und kämpft sich durch die vier Jahreszeiten des Jenseits, um seine Reputation wiederherzustellen und der Shogun der Toten zu werden.

Skulls of the Shogun präsentiert sich in schicker, knallbunter Comic-Grafik, die an den Retro-Charme von Might & Magic: Clash of Heroes erinnert. In herrlich albernen Dialogen mit verrückten Charakteren wird die Geschichte des untoten Akamotos erzählt. Der verständigt sich allerdings nur mit Um- und Brummlauten in tiefer Stimme, die man als Mitteleuropäer aber gerne für japanisch durchgehen lassen könnte. Natürlich ist die Geschichte in dem kleinen Strategie-Spiel nur Nebensache, aber der stylische Look und der alberne Humor entfalten schnell ihren Charme.

Rundenbasierte Strategiespiele können schnell zäh werden, aber Skulls of Shogun hat einige Tricks auf Lager, um die üblichen Fallen zu umgehen. In diesem Genre werden die Einheiten häufig auf einer Art Schachfeld bewegt, was oft für ein sehr statisches Erlebnis sorgen kann. In Skulls of the Shogun dürfen wir die Einheiten in einem angezeigten Radius frei bewegen, wobei uns der äußere Radius die maximale Reichweite anzeigt, während an dem inneren Radius jederzeit ablesbar ist, wie weit sich die Einheit nach ihrer Aktion noch bewegen kann. Das ist sehr intuitiv gelöst und sorgt für eine dynamischere Spielerfahrung, zumal uns pro Runde nur fünf Aktionen zur Verfügung stehen.

Es gibt natürlich die üblichen drei Einheitentypen nach dem klassischen Schere, Stein, Papier-Prinzip, bestehend aus Infantrie, Bogenschützen und Kavallerie. Darüber hinaus aber können wir in Tempeln auf dem Schlachtfeld noch drei verschiedene Mönche mit unterschiedlichen Fähigkeiten herbeirufen. Die Mönche heilen unsere Einheiten oder beschwören mächtige Kreaturen. Wichtigste Einheit ist jedoch unser starker General, der pro Runde zwei Aktionen oder Angriffe ausführen darf. Fällt allerdings der General, ist die Schlacht verloren.

Als Ressource dienen Reisfelder, denn mit Reis kann Nachschub für unsere Armee eingekauft werden. Dies ist aber nur in begrenztem Umfang möglich, da die Reisfelder schnell abgeerntet sind und auch manche der Mönchszauber ihren Preis haben. Eigentlich ist aber nicht der Reis die wichtigste Ressource in Skulls of the Shogun, sondern die namensgebenden Totenschädel. Jede gefallene Einheit hinterlässt einen Totenkopf auf dem Schlachtfeld der von anderen Einheiten aufgenommen werden kann, die maximale Widerstandskraft erhöht und die Gesundheit wieder etwas auffüllt. Hat sich eine Einheit drei Schädel einverleibt, wird sie zum Dämon. Dämonen stehen genau wie dem General, der ebenfalls verwandelt werden kann, eine zusätzliche Aktion pro Runde zur Verfügung und die kann schnell ein Gefecht entscheiden.

<newpage>

In den begrenzten Aktionen liegt auch der taktische Tiefgang von Skulls of the Shogun. Jede noch so kleine Entscheidung will wohl überlegt sein. Lieber angreifen, den Tempel beschwören oder besser den Totenkopf aufnehmen? Ständig müssen wirklich überlebenswichtige Entscheidungen getroffen werden und dabei muss immer auch der Aktionsradius unserer Truppen im Auge behalten werden. Der entscheidet, ob unsere Einheit nach ihrer Aktion wieder in die Formation zurückkehren kann und so durch die sogenannte Spirit-Wall vor Kontern geschützt ist. Je nach Angriffspaarung erfolgt nämlich nach einem Angriff immer automatisch ein schwacher Gegenangriff.

Die Kampagne ist abwechslungsreich und konfrontiert unsere Armee immer wieder mit den unterschiedlichsten Szenarien, wie Engpässen, tödlichen Lawinen oder wilden Monstern. Dabei werden wir häufig in ungleiche Schlachten geworfen, die aber keine unlösbare Aufgabe sind, wenn man das Spielprinzip erst verinnerlicht hat. Am Ende der Schlacht erhalten wir für bestimmte Aufgaben Totenkopf-Trophäen, die in Verbindung mit den begehrten Achievements für eine Menge Wiederspielwert sorgen sollten. Denn eine Schlacht ohne Verluste zu gewinnen, erfordert komplett andere taktische Lösungen. Trotzdem dient die Kampagne letztlich eher dazu, den Spieler auf den Mehrspieler-Modus vorzubereiten.

Skulls of the Shogun ist der erste XBLA-Titel, der Cross-Plattform-Gameplay von Xbox 360, Surface, Windows-Phone und PC ermöglicht. Bis zu vier Generäle können im Deathmatch oder Team-Deathmatch gegeneinander antreten. An der Xbox dürfen sogar zwei Spieler gleichzeitig online gehen.

Der Oni kann nicht kontrolliert werden und greift alle Einheiten in seiner Nähe an.

Wir haben die Xbox 360-Version getestet. Auf der kann es, trotz des großen Bildschirms manchmal etwas unübersichtlich werden, zumal es häufig wichtig ist, die eigenen Einheiten dicht beieinander zu halten. Durch die fehlende Kamerarotation können manche Einheiten im Getümmel nur schwer ausgemacht werden. Allerdings spielt man auch selten mit mehr als zehn Einheiten und mit einem Knopfdruck kann man schnell durch die Einheiten schalten. Zusätzlich versorgen uns Papyrusrollen am Buldschirmrand mit den nötigen Informationen.

Skulls of the Shogun ist ein schickes und erstaunlich dynamisches rundenbasiertes Strategiespiel, das einen schnellen Einstieg ermöglicht und trotzdem viel taktischen Tiefgang bietet. Nicht ganz ohne Grund werden die einzelnen Runden im Stil von Kampfspielen wie Street Fighter angesagt - ein rundenbasiertes Strategiespiel, das sich anfühlt als stamme es direkt vom Arcade-Automaten ist schon eine kleine Sensation. Round One: Fight!

Zusätzliche Wertungen

Grafik
8 / 10
Sound
8 / 10
Spielbarkeit
9 / 10
Langzeitmotivation
9 / 10
9
Herausragend von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro Für das Genre erstaunlich dynamisch, leichter Einstieg, aber viele taktische Möglichkeiten, schöner Retro-Look
Contra fehlende Kamerarotation sorgt manchmal für unübersichtliche Situationen
Vollständiges Profil 611 veröffentlichte Artikel
9
Herausragend Netzwerk-Wertung über 1 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler 17-Bit
Publisher 17-Bit
Termin 30 Januar 2013
Getestet auf Multi
Genre Strategy
Plattformen
XBLA WP7 PC Xbox 360 WP8 iOS Nintendo Switch
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.