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Sieben tragische Tode in Videospielen

Der Tod gehört zu Videospielen dazu wie im echten Leben. Wir haben unsere sieben bevorzugten Abgänge berühmter Protagonisten zusammengetragen.
Redaktion Aktualisiert 20 November 2014

Achtung, SPOILER-ALERT: Wer das liest, erfährt unter Umständen Fakten über ein Videospiel, die die Spannung zerstören!

Es ist keine leichte Diskussion, zumal die Gefahr besteht, dass jemand etwas über ein Spiel erfährt, das man eigentlich noch spielen wollte. Aber der Tod gehört zu Videospielen dazu wie im echten Leben - und es gibt ebenso simple Effekthascherei wie großartig inszeniertes Sterben. Wir haben unsere sieben bevorzugten Abgänge zusammengetragen.

Der Tod eines Videospiel-Charakters ist tragisch. Besonders dann, wenn die Entwickler ihre Hausaufgaben gemacht und einen ausgereiften und lebensechten Charakter erschaffen haben, der uns dann (meistens gewaltsam) entrissen wird. In ihrer Eigenschaft, echte Emotionen zu erzeugen, stehen Videospiele anderen Medien in nichts nach.

Denken wir nur einmal an Aeris, dieses zauberhafte Blumenmädchen aus Final Fantasy VII, und an die irrsinnig vielen Stunden, die wir damit zugebracht haben, sie am Leben zu erhalten. Am Ende waren all unsere Mühen umsonst. Aeris starb und wir wurden zurückgelassen mit dem dumpfen Gefühl, einfach versagt zu haben.

Natürlich sind die Emotionen, die wir beim Tod eines Charakters erleben, von Fall zu Fall unterschiedlich. Deshalb versteht sich die vorliegende Liste auch eher als Sammlung von sieben Todesfällen, die uns persönlich am schwersten getroffen haben und nicht als absolute Rangfolge. Nichtsdestotrotz fangen wir hinten an.

7. Alys Brangwin | Phantasy Star IV
Alys Brangwin ist zäh wie Leder. Sie ist unser Mentor zu Beginn des Spiels und lehrt uns, was es heißt ein erfolgreicher Hunter zu sein. Früh fällt sie jedoch dem schwarzen Magier Zio zum Opfer - ein Shock, von dem man sich als Spieler erst einmal erholen muss. In einem gut gelungenen Comicstrip wird die Qual der Mitstreiter sichtbar, als Alys schließlich der schwarzen Magie-Welle erliegt, die eigentlich für Chaz bestimmt war.

6. Andrew Ryan | Bioshock
"Was unterscheidet einen Mann von einem Sklaven? Ein Mann entscheidet, ein Sklave gehorcht." Gegen Ende des zweiten Drittels der Geschichte werden wir mit diesem Satz konfrontiert - und gehorchen. Mit einem Golfschläger zertrümmern wir das Gesicht von Andrew Ryan, Sekunden nachdem wir erfahren haben, dass er der Vater der Spielfigur ist. Diese völlig überraschende Wendung und die brutale Art und Weise seines Ablebens macht Ryans Tod besonders einprägsam.

5. Noble 6 | Halo: Reach
Geschafft! Cortana ist sicher in den Händen von Admiral Keyes, der nur darauf wartet mit der Pillar of Autumn aufzubrechen, womit die Ereignisse von Halo: Combat Evolved ihren Anfang nehmen. Doch nach der erfolgreichen Übergabe lässt uns Bungie allein auf Reach zurück, wo wir das letzte Gefecht von Noble 6 mit ansehen müssen. Ein Schicksal, von dem wir wussten, dass es irgendwann kommen würde - und es doch nie wahrhaben wollten.

4. Tali'Zorah vas Neema | Mass Effect 2
Das Ende von Mass Effect 2 hat jeder anders erlebt, ausgehend von den Entscheidungen, die man während des Spiels getroffen hat.
In meinem Fall hat es Tali erwischt. Gegen Ende hat man zu fast jedem Mitglied von Shepards Mannschaft ein enges (in einigen Fällen sogar sehr enges) Verhältnis. Der Tod eines Mitglieds ist aber insofern besonders belastend, da das Gefühl bleibt, ihn durch eine eigene Entscheidung selbst verschuldet zu haben. Man bleibt zurück mit der Frage: Was wäre, wenn ich jemand anderen in den Luftschacht geschickt hätte?

3. Der Spieler | Journey
Trotz der kurzen Spielzeit überrollt uns in diesem Spiel eine wahre Welle an Emotionen: Zufrieden fliegen wir über endlose Dünen, verlieren uns in weitläufigen Höhlen und sind entsetzt über fliegende Ungeheuer, die uns durch die Unterwelt jagen. Aber der größte Schock ist die Erkenntnis unserer eigenen Sterblichkeit. Die Musik, die langsam verstummt, während wir uns den steilen Berg emporkämpfen, bis wir nur noch das Rauschen des Windes hören und unsere Kleider steif sind vom Frost - das verschlug uns den Atem. Als wir schließlich zusammenklappen und mit dem Gesicht nach unten im Schnee liegen, so kurz vom Ziel, kann man eine Stecknadel fallen hören. Während dieser Szene war die Botschaft eindeutig: All unsere Anstrengungen sind nicht genug.

2. Eli Vance | Half-Life 2: Episode Two
Die Auswirkungen vom Tod von Eli Vance werden mit jedem Jahr, das wir auf eine Fortsetzung der Saga warten, schlimmer. Obwohl mittlerweile fast fünf Jahre vergangen sind, ist der Moment immer noch frisch in unserem Gedächtnis: Alyx, die schluchzend neben dem leblosen Körper ihres Vaters kniet und wir, die dazu verbannt sind, tatenlos zuzusehen.

1. Die Welt | Final Fantasy VI
Unsere Fähigkeit, Empathie und Betroffenheit zu zeigen, nimmt mit steigender Opferzahl ab. Irgendwann sind wir nicht mehr in der Lage, das gesamte Ausmaß der Katastrophe zu begreifen. Final Fantasy VI jedoch hat es fertig gebracht, die Welt zu zerstören und uns mit einem Gefühl der absoluten Hilflosigkeit zurückgelassen. Für einen kurzen Moment waren wir in der Lage, das gesamte Ausmaß der Katastrophe zu begreifen. Und die Frage schwebte im Raum: Gibt es noch eine Welt, die wir retten können?

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