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Gamereactor Kritiken Samurai Warriors 4-II
Kritiken Samurai Warriors 4-II

Samurai Warriors 4-II

Es ist eigentlich ein Nachfolger. Aber das neue Hack'n'Slay kann den Erwartungen in keiner Form gerecht werden.
Tero Kerttula 21 Oktober 2015

Trotz des Namens ist das Spiel keine direkte Fortsetzung von aus dem letzten Jahr, sondern vielmehr eine Neufassung.

Samurai Warriors ist einer der interessanteren Ableger in der langjährigen Reihe der so genannten Musou-Titel. Innerhalb dieser Serie haben wir beispielsweise die Abenteuer der Helden aus One Piece erlebt. Und im letzten Jahr gab es sogar ein ziemlich gutes Spiel mit Link und den Kriegern von Hyrule. In Samurai Warriors selbst basiert die Handlung aber auf realen Ereignissen in der Geschichte Japans.

Das ist zumindest bis zu einem gewissen Punkt wahr. Die Charaktere und Ereignisse selbst sind echt, aber was tatsächlich im Spiel passiert, passt nicht ganz zu den tatsächlichen Kämpfen im feudalen Japan in der Sengoku-Zeit. Die Grundidee für Musou-Spiele ist es nämlich sich im Rahmen diverser Missionen durch Hunderte von Feinden zu kämpfen und zu schlitzen. Der von uns gesteuerte Held kann also allein Hunderte von Gegnern in dem Hack'n'Slash niederringen, bevor die Schlacht zu Ende geht.

Die simple, aber überraschend tiefgehende Mechanik ist über die Jahre sogar noch besser geworden. Obwohl die Idee dahinter nur darauf beruht, auf alles einzuschlagen, das sich bewegt, testet uns das Spiel auf andere Weise. Sollten wir uns einfach durch die Horde von Gegner wühlen oder aber besser zu einem anderen Held wechseln und die Baracken der Gegner flankieren? Obwohl es einfach klingt, in der Hitze des Gefechts fühlt es sich manchmal ein bisschen so an, als würde man ein Puzzle lösen - noch dazu ein ziemlich unterhaltsames.

Trotz des Namens ist Samurai Warriors 4-II keine direkte Fortsetzung von Samurai Warriors 4 aus dem letzten Jahr. Es ist vielmehr eine Neufassung des Spiels und des Inhalts. Die Geschichte ist komplett neu und es gibt auch neue Charaktere. Allerdings hat Koei auch den ausgezeichneten Chronicles-Modus gestrichen und dafür einen deutlich schlechteren Endurance-Modus ergänzt. Darin ist es unsere Aufgabe, einen großen Turm zu erklimmen - Etage für Etage, Mission für Mission.

Das gute, alte Grinding war schon immer eines der Aspekte an der Warrior-Reihe, die am meisten polarisiert haben. Das Hochleveln einer ganzen Reihe von Charakteren und Waffen ist zentraler Teil aller Spiele. Im Gegenzug reichten kaum hundert Spielstunden, um eines der Spiele vollständig zu beenden. Mit Samurai Warriors 4-II erreicht dieses Element noch ein ganz neues Level. Selbst wenn wir den kompletten Endurance-Modus mit einem Charakter beendet haben, reicht das nicht. Um die beste Rüstung zu bekommen, müssen wir den Turm auch mit den anderen Figuren beenden und davon gibt es über 30. Man muss den Turm nicht jedes Mal von vorn beginnen, aber die Etagen werden wirklich sehr schnell sehr schwer. Und jeder Charakter muss einmal durch die erste Tür des Turms gebracht werden.

Das Grinding erreicht mit dem Endurance-Modus ein ganz neues Level.

Der Chronicles-Modus aus dem letzten Spiel bot abwechslungsreiche Kämpfe. Das Abenteuer in Hyrule Warriors war ein unterhaltsamer Ausflug in die Welt von The Legend of Zelda. Dieser Turm allerdings ist einfach langweilig. Die Handlung umfasst nur etwa fünf Kämpfe für jeden Charakter und diese Missionen sind somit schnell vorbei. Um jeden Schwierigkeitsgrad und jeden Charakter freizuschalten, ist der Endurance-Modus im Grunde ein Pflichtprogramm.

Was den Rest des Spiels angeht, so sind Teile davon identisch zur letzten Veröffentlichung. Das Spiel schaut immer noch sehr hübsch aus, die Karten sind groß, es gibt viele Gegner und das Kampfsystem ist auf seinem Höhepunkt. Doch auch wenn die Geschichten interessant sein mögen, Samurai Warriors 4-II gelingt es einfach nicht, unser Interesse einzufangen, so wie es ein sollte. Die komplette Warriors-Saga ist endlich die monotone Wiederholung losgeworden, nur um sie mit diesem Spiel wieder an Bord zu holen.

Das größte Verbrechen aber, das Samurai Warriors 4-II begeht, ist zugleich das größte für ein Videospiel an sich: Es ist eine komplett überflüssige Veröffentlichung. Seit dem letzten Spiel ist nur ein Jahr vergangen und ein strategisch spannenderes Samurai Warriors 4: Empires ist unterwegs. Und dann steht da noch Dragon Quest Heroes steht vor der Tür.

Hyrule Warriors und One Piece: Pirate Warriors 3 sind die deutlich spannenderen Spiele und sie bieten interessantere Modi. Dazu kommt, dass es den Vorgänger bereits deutlich günstiger zu haben gibt. Samurai Warriors 4-II kann wirklich nur dann empfohlen werden, wenn nichts anderes die Sehnsucht nach mehr Musou befriedigen kann.

6
Durchschnittlich von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro gut gemacht, großer Umfang
Contra Tower of Endurance bietet hauptsächlich Frust, monotones Grinding, Veröffentlichung ziemlich überflüssig
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 5 Gamereactor-Ausgaben
6,0
Gamereactor 6
Gamereactor Deutschland 6
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Gamereactor Portugal 6
Vollständiges Profil 23 veröffentlichte Artikel
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Durchschnittlich Netzwerk-Wertung über 5 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Koei Tecmo
Publisher Omega Force
Termin 2 Oktober 2015
Genre Action, Adventure
Plattformen
PS4
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.