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Film-Kritiken

Ruhet in Frieden

Liam Neeson ist inzwischen zu einem der solidesten Actionhelden aufgestiegen - statt Oscar-Nominierungen für Schindlers Liste gibt es inzwischen so ziemlich jedes Jahr ein neues, fetziges Genre-Spektakel mit ihm in der Hauptrolle. Von der Taken-Trilogie über Unknown Identity bis hin zu Non-Stop, und dabei ist der Mann schon über 60 Jahre alt! Sein neuer Film suggeriert vom Titel und Cover her ähnliches Material, in der Eröffnungssequenz wird auch gleich ordentlich geballert. Doch der erste Eindruck täuscht, Ruhet in Frieden ist eigentlich eher ein sehr atmosphärischer Thriller, der durch langsame Erzählweise, stimmungsvolle Musik und schräge Charaktere überzeugt.

Neeson spielt den Ex-Cop Matt Scudder, der sich im Jahre 1999 als privater Ermittler durchschlägt. Durch seine langjährige Teilnahme an einer Alkoholiker-Selbsthilfegruppe hat er auch Berührungspunkte zur von ihm immer noch verhassten Drogenszene. Er ist wenig erfreut, als ihn ein Großdealer engagieren will, um den Mord an seiner Frau aufzuklären - doch die Grausamkeit des Verbrechens bewegt ihn schließlich zum Einlenken. Mit Hilfe des obdachlosen Jugendlichen TJ, der sich mit dem damals noch mysteriösen Phänomen "Internet" auskennt, kommt er einer großen Sache auf die Spur: Bei den Tätern handelt es sich um Serienmörder, die ebenso fleißig wie pervers sind. Während seiner Ermittlungen gerät Scudder natürlich selbst in die Schusslinie und da seine Kunden selbst Verbrecher sind, denkt er immer wieder daran, auszusteigen. Aber dann schnappt sich das Killerduo ein Opfer, bei dem Scudder auf keinen Fall mehr wegsehen kann...

Doch selbst beim Showdown artet der Film nicht in eine typische Ballerei aus, sondern bleibt seinem etwas oldschooligen Stil treu, der jedoch auch für einige Überraschungen gut ist. An sich also im Grunde ein sehr schönes Gesamtpaket, das nur unter einigen wenigen, deplatziert wirkenden Szenen leidet und auch vom Plot her teilweise etwas konstruiert wirkt. Aber Neeson trägt das Ganze zur Not einfach durch seine wie immer starke Präsenz.

Ruhet in Frieden
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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