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Resident Evil: Operation Raccoon City

Resident Evil: Operation Raccoon City

Bei jeder Veröffentlichung eines neuen Resident Evil-Spiels schmettert garantiert irgendwer die gleichen, konservativen Argumente: "Das ist nicht Resident Evil!" oder "Sie sollten zu ihren Wurzeln zurückkehren." Und so weiter.

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Nebelige und nostalgische Erinnerungen an Herrenhäuser und andere Konsolen-Generationen machen den Menschen in der Regel blind für die Stärke von Titeln wie Resident Evil 4 oder Resident Evil 5. Und nun das. Resident Evil: Operation Raccoon City ist so weit vom ursprünglichen Konzept der Einsamkeit und des Schreckens entfernt, wie man es sich nur vorstellen kann. Aber: Das ist grundsätzlich keine schlechte Sache. Es ist die Ausführung, die schief gegangen ist in diesem Fall.

Im Spiel bekommen wir die Chance, in die Rolle der frechen USS-Agenten des Umbrella Secret Service zu schlüpfen. Anstatt eine Ein-Mann-Armee zu verkörpern, werfen wir uns in Koop-Action für maximal vier Spieler. Die Handlung spielt zwischen den Ereignissen des zweiten und dritten Teils der Serie. Das T-Virus wütet in Raccoon City. Krankenhäuser, Rathäuser und Forschungslabore sind mit infizierten Biestern vollgepackt und auch mit bewaffneten Gegnern, die wir mit einem Standard-Arsenal bestehend aus Pistolen, automatischen Gewehren, Schrotflinten und Granaten erledigen müssen.

Vor einem Kapitel dürfen wir einen von sechs Spielcharakteren wählen, die alle eine etwas fade Hintergrund-Geschichte und ihre einzigartigen Fähigkeiten besitzen. Ein Sanitäter, ein Experte für Sprengstoffe, ein hinterhältiger Aufklärer und natürlich eine Kraftprotz. Die Spezialfähigkeiten reichen von Landminen über temporäres Dauerfeuer bis hin zu einem besseren Überblick der Karte, aber sie fühlen sich nur selten relevant an, da das beste Mittel gegen die Horden von hungrigen Untoten einfach Kugeln, Kugeln und noch mehr Kugeln sind.

Resident Evil: Operation Raccoon City
Die Level sind wirklich nicht aufregend gestaltet und das wirkt sich natürlich sowohl offline als auch online aus.

Das Resident Evil-Gefühl ist spürbar, aber insgesamt fühlt es sich ziemlich aufgepfropft an. Es sind ein paar Kräuter, ein paar Soundeffekte und eine vertraute Feindes-Flora - aber das ist nicht genug, um ein mittelmäßiges Action-Erlebnis zu steigern. Die Chance, die wichtige Ereignisse des Franchise an bestimmten Punkten zu ändern, ist in etwa so unterhaltsam wie die schlimmsten Resident Evil-Filme.

Die Missionen, in denen ich und meine Teamkollegen gegen sterbliche Nicht-Zombies kämpfen, fühlen sich schmerzhaft generisch an. Wenn man mal wieder hinter einer Betonplatte hockt, um die feindlichen Soldaten zu beschießen, ist es schwierig, das Gähnen zu verbergen. Natürlich ist da ein Unterhaltungswert, wenn man die Last auf vier Schultern verteilt, um gemeinsam zu kämpfen. Oder die Freunde im Versus-Modus bekämpft. Aber im Jahr 2012 einfach nur Koop zu schreien, ist kein Argument für sich. Es gibt einfach zu viele wirklich gute Koop-Spiele da draußen mit interessanteren Gegnern und innovativerem Level-Design.

Apropos Level, die sind wirklich nicht aufregend gestaltet und das wirkt sich natürlich sowohl offline als auch online aus. Alles fühlt sich klaustrophobisch und dunkel an, aber nicht im positiven Sinne. Selbst unsichtbare Wände erscheinen gelegentlich, was noch mehr zu dem Gefühl beiträgt, eine Ratte in einem simplen Zombie-Labyrinth zu sein. Hinzu kommt eine bisweilen katastrophale Künstliche Intelligenz, die das Solo-Erlebnis quasi zum Totalausfall macht. Solo ist Resident Evil: Operation Raccoon City tatsächlich etwas Paradoxes, nämlich eine langweilige Zombie-Apokalypse.

Während der Wartezeit auf Resident Evil 6 ist Resident Evil: Operation Raccoon City vor allem eine Klammer, die im Vergleich etwa zu einem Left 4 Dead 2 komplett verblasst. Auf die Gefahr hin, mit den oben genannten konservativen Nörglern in einem Topf zu landen, muss ich sagen, dass es sich hier einfach "um kein Resident Evil" handelt. Nicht wegen des Koop-Modus oder den ungewohnten Spielfiguren, sondern nur, weil Resident Evil in aller Regel gleichbedeutend mit hoher Qualität ist.

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06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
guter Multiplayer, anständiges Resident Evil-Gefühl
-
schlimme Künstliche Intelligenz, tristes Leveldesign, ödes Erlebnis für Solospieler
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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