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Gamereactor Kritiken Rayman 3 HD
Kritiken Rayman 3 HD

Rayman 3: Hoodlum Havoc HD

HD-Updates sind ein lukrativer Markt für Publisher. Aber lohnt es sich auch für uns Spieler?
Thomas Blichfeldt Getestet auf Multi 21 März 2012

Aufpolierte Grafik, besserer Klang und vielleicht ein bisschen mehr Inhalt für einen deutlich niedrigeren Preis, als die Spiele damals zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gekostet haben - das sind HD-Versionen. Wenn ein Titel auf der Wiederveröffentlichungs-Wunschliste bei uns, aber auch beim Hersteller ganz oben steht, dann können beide nur gewinnen. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, jemals Rayman 3: Hoodlum Havoc auf dieser Liste gesehen zu haben - es ist das befremdlichste Kapitel der Serie.

Schon das Original aus dem Jahr 2003 war ein Ausreißer. Dem sehr lauschigen Ambiente, der freundlichen Welt und dem typischen, farbenfrohen Stil verpasste man eine Überdosis Anspruch, Kombo-System und sehr komische Superkräfte. Irgendjemand bei Ubisoft war offensichtlich damals der Meinung, dass Rayman eine wirkliche umfangreiche Überarbeitung nötig hat, um mit der Zeit mithalten zu können. Diese Entscheidung hat jedenfalls zu den falschen Rückschlüssen geführt.

Dieser neue, erwachsenere Anspruch wird schon innerhalb der ersten Minuten vom Spiel zur Schau getragen. Da sind Rayman und seine Freund - alle versehen mit einer menschlichen Synchronstimme. Und tatsächlich fand Ubisoft sogar gute Sprecher für seine kleinen Helden, aber auch die konnten weder sich noch das Spiel vor den unfassbar schlechten Dialogen retten. Probleme wie diese ziehen sich durch das gesamte Spiel.

Dem farbenfrohen, fröhlichen Konzept verpasste man im dritten Teil eine Überdosis Anspruch, ein Kombo-System und sehr komische Superkräfte.

Ein gutes Beispiel ist etwa Raymans Freund Murfy, der am besten als wandelndes Lexikon mit einem Körper eines fliegenden Frosches beschrieben wird. Er erfüllt ganz offensichtlich insbesondere für Neulinge seine Rolle als eine Art Orientierungshilfe. Aber die Entwickler waren so sehr damit beschäftigt, ihn möglichst witzig wirken zu lassen, dass es eine echte Qual ist, ihm zuzuhören. Aber auch Rayman selbst ergeht es nicht besser. Sein Image als charmanter Abenteurer wird durch das ewige Geplapper einfach untergraben.

Und es sind auch nicht nur die Dialoge, die uns spüren lassen, dass man der Serie damals einen ganz neuen Schliff verpassen wollte. Die bunten Welten mit Wasserfällen und viel Sonne wichen düsteren, unterirdischen Höhlen.

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Normalerweise kennen wir Rayman auch als Jump'n'Run mit einem überschaubaren Repertoire an Tricks, aber in hier wurden seine Techniken um ein paar Energie-Päckchen erweitert, von denen jedes verschiedene Verstärkungen enthielt. Ob es nun darum ging, kleine Tornados zu werfen, sich Metall-Handschuhe überzuziehen, locker mit ein paar Ketten hin- und herzuschwingen, Lenkraketen oder Helikopter-Rundflüge zu nutzen - alle mussten wir in bestimmten Situationen nutzen, um Rätsel zu lösen.

Es ist schon sehr bezeichnend, dass Hoodlum Havoc ausgerechnet dann am besten funktioniert, wenn es seine Vorgänger überzeugend kopiert hat. Hinter dem sehr kruden Richtungswechsel versteckt sich ein wirklich nettes Jump'n'Run.

Natürlich ist die Grafik noch nie so scharf und sind die Bewegungen von Rayman noch nie so sanft gewesen, aber trotzdem sieht es eben immer noch alt aus.

Das Update in Rayman 3: Hoodlum Havoc HD verbessert die Erfahrung auch nicht wesentlich. Natürlich ist die Grafik noch nie so scharf und sind die Bewegungen von Rayman noch nie so sanft gewesen, aber trotzdem sieht es eben immer noch alt aus. Und die neuen Minispielchen fühlen sich kaum mehr wie ein Einfall auf den letzten Drücker an und entsprechend viel Aufmerksamkeit wird man ihnen dann auch widmen.

Natürlich ist Rayman 3: Hoodlum Havoc HD kein schlechtes Spiel, weil Ubisoft die HD-Fassung irgendwie verpfuscht hätte. Es ist einfach nur so, dass das Original schon als das schwächste Spiel der Serie gilt. Und die Spielerfahrung ist einfach meilenweit von einem Rayman Origins entfernt, bei dem die Truppe in absoluter Bestform ist.

Und irgendwie ist es auch schwer, keine Parallelen zwischen Rayman 3: Hoodlum Havoc und Prince of Persia: Warrior Within zu bemerken. Im Fall vom Abenteuer des Prinzen hatten die Entwickler den ursprünglichen Stil zu Gunsten von düsterer Rockmusik, dunklen Welten, viel Coolness und blutigen Kämpfen geopfert. Beide Spiele wurden von Ubisoft im Abstand von nur einem Jahr entwickelt. Und obwohl das Rayman-Abenteuer nicht ganz so düster ist wie die Fortsetzung aus Tausendundeinernacht, gibt es da draußen in den digitalen Sphären einfach bessere Jump'n'Runs selbst für kleines Geld.

Zusätzliche Wertungen

Grafik
4 / 10
Sound
5 / 10
Spielbarkeit
6 / 10
Langzeitmotivation
6 / 10
6
Durchschnittlich von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro solides Jump'n'Run, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Contra Eine Art, die zu Rayman nicht passt, nervige Welten, zu starker Fokus auf die Kämpfe
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 4 Gamereactor-Ausgaben
6,0
Gamereactor 6
Gamereactor Deutschland 6
Gamereactor España 6
Gamereactor Italia 6
Vollständiges Profil 31 veröffentlichte Artikel
6
Durchschnittlich Netzwerk-Wertung über 4 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Ubisoft
Publisher Ubisoft
Termin 21 März 2012
Getestet auf Multi
Genre Platform
Plattformen
Xbox 360 XBLA PS3 PSN
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.