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Racket Sports

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Es ist schon bitter, wenn man keine besonders großen Hoffnungen in ein Spiel steckt und dann noch enttäuscht wird. Nicht so richtig schlimm, aber eben doch enttäuscht. Racket Sports will es eigentlich gut machen und gleich fünf Rückschlagballsportarten in einem einzigen Spiel für 30 Euro unterbringen. Leider ist keine der Disziplinen besonders herausragend umgesetzt für die neue Playstation Move-Bewegungssteuerung.

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Warum Racket Sports nicht zünden will, so ganz genau lässt es sich nicht sagen. Am Ende ist wohl die Summe der Dinge, die nicht funktionieren. Zum Beispiel beim Tennis, was noch die dankbarste der fünf Disziplinen ist. Die Spielfiguren stehen anfangs wie fest angenagelt an der Grundlinie. Beim Aufschlag lässt sich ihre Position keinen Millimeter verändern. Das ging schon vor 20 Jahren besser. Ist der Ball nach einem eher unpräzise platzierten Aufschlag im Spiel, läuft die Spielfigur anständig animiert aber irgendwie fremdbestimmt über den Platz. Die Schläge sitzen nach ein bisschen Timing-Eingewöhnung zwar schnell ziemlich sicher, aber die ganze Show wirkt ziemlich beliebig. Platzierte Schläge sehen anders aus - und der Move-Controller überträgt nur in etwa das ins Spiel, was ich in meinem Wohnzimmer veranstalte.

Eigentlich sollte er mir das Gefühl eines echten Schläger vermitteln, die Power des Schlags weitergeben und sogar präzise zwischen Top-Spin und Slice unterscheiden. Auch Lobs sollen möglich sein. Im Spiel merkt man davon leider wenig bis gar nichts. Selbst der kraftvolle Risikoschlag via T-Knopf birgt selten ein wirkliches Risiko. Wenn, dann geht der Schlag meilenweit ins Aus oder sitzt unerreichbar für den Gegner im Feld. Nuancen sucht man vergebens.

Tischtennis ist ebenso langweilig und unpräzise - im Vergleich zu dem Tischtennis aus Sports Champions ist es deutlich schlechter. Es hat das gleiche Top-Spin und Slice-Problem, und für die Schmetterbälle muss man so doll draufhauen, dass es einem fast den Arm ausreißt. Immerhin ist das Doppel hier gut spielbar, wenn man denn ausreichend Platz zur Verfügung hat, um mit vier Leuten gleichzeitig von der Playstation-Kamera erfasst zu werden. Ein Wohnzimmer in einer gut ausgebauten Fabriketage reicht hierfür schon völlig aus. Das mit dem Platz gilt übrigens für alle Mehrspieler-Modi, denn schon alleine spielend in einem normalen Wohnzimmer gerät man mit dem Move-Controller schnell aus dem Sichtfeld der Kamera. Und dann muckt das Game umgehend auf.

Racket Sports
Wenn man Racket Sports zu viert sinnvoll genießen will, braucht man in echt etwa so viel Platz wie die vier hier an der Platte.
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Inhaltlich ist für ein bisschen Abwechslung gesorgt. Es gibt die Modi Schaukampf, Karriere, Online für bis zu zwei Spieler, Party-Modus und Turnier. Der Party-Modus ist letzlich eine Aneinandereihung von einminütigen Wettkämpfen, wo bis zu vier Spieler gemeinsam und gegeneinander kämpfen. Die Teams werden immer wieder neu zusammengewürfelt, so dass ein streckenweise lustiger Wettbewerb darum entsteht, wer die meisten Punkte abstaubt. Dass am Ende unter Umständen nur absichtliches Schlechtspielen den Sieg sichert, fördert den Spaß dabei ungemein.

Die Grafik ist hübsch, unspektakulär und ohne Höhepunkte - ebenso wie das ganze Spiel. Badminton und Beach-Tennis schaffen es auch nicht, einen Höhepunkt zu markieren. Sie dämmern wie die beiden anderen Disziplinen im Halbschlaf eines schlechten Fast-Launchtitels für Playstation Move dahin.

Einen Höheunkt setzt allein Squash, leider einen negativen. Im Vergleich zum echten Squash ist das hier eine Qual und vermittelt einem nichts von dem explosiven Spiel im Kasten aus Sicherheitsglas. Squash ist in Racket Sports lahm, langweilig, unpräzise und vor allem bei der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung hakt es immer wieder. Hier hilft es, die Steuerung auf Anfänger zu stellen (der andere Modus ist Experte), weil sie dann etwas nachgiebiger unterwegs ist, was dem Spaß eher hilft. Aber lustig ist das trotzdem nicht.

Wo ich schon beim Spaß bin - hier liegt wohl das eigentlich Problem mit Racket Sports verborgen. Es macht nämlich keinen Spaß. Vor allem wohl, weil es selbigen nicht voll in den Vordergrund stellt wie es etwa ein Wii Sports macht, sondern immer zeigen will, wie toll realistisch man mit Move jetzt virtuell Bälle verhauen kann. Gepfiffen auf den Realitätsanspruch, das wäre der Weg gewesen. Einfach ein lustiges, schnelles Spaßspiel machen - aber das hier ist weder eine gelungene Simulation noch ein witziges Spaßspiel. Es ist vor allem überflüssig. Wenn Move (und natürlich gilt das auch für das bald erscheinende Kinect) neue Zielgruppen fürs Gaming begeistern will, dann müssen sie auch etwas Begeisterndes anbieten.

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05 Gamereactor Deutschland
5 / 10
+
Der Party-Modus
-
Die unpräzise Steuerung
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