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Gamereactor Kritiken Pokémon Black/White
Kritiken Pokémon Black/White

Pokémon Schwarze Edition/Weiße Edition

In diesem Jahr wird Pokémon fünfzehn Jahre alt. Von Japan aus trat die Serie ihren phänomenalen Erfolg weltweit an und gehört heute zu den erfolgreichsten Serien aller Zeiten. Nintendo hat auf dem Nintendo DS zwei neue Versionen ins Rennen geschickt.…
Martin Eiser Getestet auf Nintendo DS Aktualisiert 30 September 2012

"Manche behaupten, Konflike entständen aufgrund unterschiedlicher Ansichten. Andere wiederum sind der Meinung, dass es gerade jene unterschiedlichen Ansichten seien, die es uns erlauben unseren Horizont zu erweitern. Ich bin der Überzeugung, dass an beidem etwas Wahres dran ist."

Brandneu ist die Geschichte in Pokémon Schwarze Edition/Weiße Edition natürlich nicht. Und ein bisschen verhält sich die wie mit dem obenstehenden Zitat, das ebenfalls aus dem Spiel stand. Team Plasma, die uns das Leben schwer machen, haben sich zum Ziel gesetzt, die Pokémon zu befreien. Unter den Menschen seien sie schließlich in Gefangenschaft und nur das Leben in der Wildnis ihnen würdig. Die angestoßene Debatte ist natürlich ein berechtigte und auch als Spieler wird man darüber nachdenken, ob sich die kleinen Monster wirklich wohlfühlen. Ja, vielleicht gelingt es sogar einigen, dass Thema auf das reale Leben zu übertragen. Obwohl es schon verrückt wäre, alle Haustiere raus in die freie Wildbahn zu setzen, ist die Frage berechtigt, wie viel Platz und Freiraum etwa ein Hund oder eben ein Pokémon braucht. Ob Team Plasma mit ihrem Plan Erfolg hat und ob mehr dahinter steckt, muss natürlich jeder selbst herausfinden.

Es ist inzwischen die fünfte Generation für die Serie und mit ihr das Versprechen neben neuen Pokémon auch neue Spielelemente zu integrieren. Insgesamt hat uns Nintendo am Ende 156 der neuen Monster mit auf den Weg gegeben, in beiden Spielen warten knapp 650 Pokémon auf uns. Die drei Start-Pokémon Serpifeu, Floink und Ottaro gehören wieder jeweils den Elementen Pflanze, Feuer und Wasser an. Die Region trägt den Namen Einall, aber grundsätzlich bleibt alles wie gehabt. Da wirkt es fast schon wie eine Revolution, dass Nintendo offenbar auch an der Durchsetzung der Frauenquote feilt. Der offizielle Begleiter, der Pokémon-Professor, ist nun weiblich und hört auf den Namen Esche. Uns begleiten die beiden Freunde Cheren und Bell, die uns in regelmäßigen Abständen auch auf die Probe stellen.

Das sind die drei neue Start-Pokémon Serpifeu, Floink und Ottaro

Als roten Faden wandeln wir von Arena zu Arena, um acht Pokémon-Orden zu sammeln. Schon in der ersten Arena erwartet uns eine clevere Idee. Statt uns einen Trainer vorzusetzen, gibt es gleich drei. Je nachdem, welches Start-Pokémon gewählt wurde, wird uns der jeweilige Trainer mit der Gegenklasse vorgesetzt. Feuer ist stark gegen Pflanze, Pflanze ist stark gegen Wasser und Wasser ist stark gegen Feuer. Wirklich pfiffig und eine Neuerung gegenüber den bisherigen Spielen. Damit soll wohl antrainiert werden, dass man sich eine bessere Mischung für den Start überlegt und nicht ein Pokémon - zumeist das erste - bevorteilt.

Was Nintendo ganz geschickt gelöst hat, ist das uns beim ersten Durchspielen lediglich neue Pokémon über den Weg laufen. Erst nach dem die Hauptgeschichte abgeschlossen ist (und das dauert viele, viele Stunden), begegnen wir auch alten Freunden. Zudem warten viele weitere Geheimnisse, die im ersten Durchgang übersehen wurden oder noch nicht erreichbar waren. Dazu gehört auch die Kampfmetro, die mit dem Duellturm vergleichbar ist. Hinzu kommt, dass der Wechsel von Jahreszeiten mit jedem Monat, den wir spielen, das Spiel verändert und natürlich weiter Tageszeiten berücksichtigt werden.

Natürlich hat sich auch technisch ein bisschen getan. Bezogen auf die Möglichkeiten reizt die Serie natürlich trotz der verbesserten räumlichen Tiefe nicht alles aus. Aber es schaut schmuck aus, wenn es nun kleinere Kameraschwenks gibt und manche Orte tatsächlich optimal an die Fähigkeiten des Nintendo DS angepasst wurden. Insgesamt bleibt die Grafik trotzdem eher simpel. Und obwohl das natürlich etwas übertrieben ist, aber sie erinnert einfach immer noch an die ersten Gameboy-Abenteuer. Sicher, Nintendo tut sich auch zu schwer damit, das erfolgreichste Produkt einer deutlichen Änderungen zu unterziehen. Denn das sie ihrem Stil treu bleiben, hat auch seine guten Seiten. Leider scheinen sie beim Sound diesem Motto noch treuer zu bleiben. Der nämlich wirkt an einigen Stellen inzwischen wirklich richtig altbacken.

An einigen Stellen lässt sich die neue Optik besonders gut bewundern.

Die wichtigste Entwicklung aber hat Nintendo im Onlinebereich vorgenommen. Im Pokémon-Center sind weiter die bekannten Funktionen integriert, neu ist aber das C-Gear. Das ins Spiel integrierte Werkzeug lässt uns von überall in der Pokémon-Welt unkompliziert bestimmte Mehrspieler-Funktionen aufrufen. Ein schneller Kampf gefällig? Dafür gibt es die Infrarot-Verbindung. Über die WiFi-Funktion des Nintendo DS sind ebenso Kämpfe wie auch der Tausch von Monstern möglich. Wer einen Nintendo DSi besitzt, kann zudem mit bis zu vier Freunden einen Video-Chat veranstalten. Die dritte Möglichkeit ist der Zugriff über ein Wlan-Netz in die Dreamworld. Diese Welt existiert im Internet und kann über eine Website aufgerufen werden. Wer sich dort aufhält, kann Items, Beeren und Pokémon sammeln und diese sogar in seinen Spielstand kopieren. Auch die Interaktion mit Freunden ist möglich. Diese Welt ist aber mehr ein Gimmick als ein neues Feature.

Pokémon Schwarze Edition und Pokémon Weiße Edition revolutionieren die Videospielwelt nicht. Natürlich nicht, das hat vermutlich auch niemand erwartet. Trotzdem wurde genug geschraubt, so dass sich die Games ein bisschen anders spielen. Die verbesserte Optik und kleinere Änderungen am Gameplay sind ebenso willkommen wie die neuen Online-Features. Wirklich frisch aber fühlt sich Pokémon schon seit der zweiten Generation nicht mehr an. Schlechter ist das Spiel deswegen nicht und auch süchtig werden wir noch immer. Manchem Veteranen aber dürfte schwindelig werden, wenn er liest, dass die Zahl der Pokémon derweil auf fast 650 angestiegen ist. Gotta catch'em all - schnapp sie dir alle. Oh je...

Zusätzliche Wertungen

Grafik
7 / 10
Sound
5 / 10
Spielbarkeit
9 / 10
Langzeitmotivation
9 / 10
8
Gut von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro Umfang, Onlinefunktionen, 156 neue Monster
Contra die wirklich großen Neuerungen bleiben aus, Sound
Vollständiges Profil 13.607 veröffentlichte Artikel
8
Gut Netzwerk-Wertung über 1 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Gamefreak
Publisher Nintendo
Termin 4 März 2011
Getestet auf Nintendo DS
Genre Adventure
Plattformen
Nintendo DS
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.