Das Mädchen ist eine Heldin aus dem Bilderbuch. Sie ist irgendwie genau so wie die Freundin, die sich jeder Gamer insgeheim wünscht: jung, athletisch, gut aussehend und eine selbstbewusste Mischung aus Geheimagentin und Kopfgeldjägerin. Joanna ist eine, die selbst ihrem großen Boss Daniel Carrington immer die Meinung sagt, wenn sie meint, er gehe mit den falschen Leuten die falschen Koalitionen ein. Aber es geht noch cooler. Perfect Dark, wie sie wegen ihrer Topergebnisse im Simulator heißt, hat einen außerirdischen Leibwächter, der Elvis heißt. Und sie rettet eine Künstliche Intelligenz, die in einem fliegenden Koffer lebt. Was will man mehr? Nun ja, vielleicht will man ja mehr von ihr.
Aber leider ist es um Miss Dark ziemlich ruhig geworden. Zu ruhig. Auf dem N64 wurde sie in Perfect Dark geboren. 2005 hatte sie ihr Comeback zum Launch der Xbox 360 in Perfect Dark Zero. 2010 dann wurde Perfect Dark neu veröffentlicht für die Xbox Live Arcade. Alles logisch, denn der ehemalige Nintendo-Elite-Entwickler Rare gehört mittlerweile zu Microsoft. Aber warum haben die eigentlich kein Interesse an der verführerischen Agentin, die doch gut mal ihre, bestimmt existente, dunkle Seite zeigen könnte?
Ist Rare zu sehr mit dem ganzen Kinect Sports-Zeug beschäftigt, das Studio-Boss Scott Henson so innovativ und auf Augenhöhe mit Titeln wie Killer Instinct einstuft? Und was soll der neue Executive Producer machen, den Rare gerade sucht? Was Joanna derzeit treibt, wissen wir nicht. Hoffentlich ist sie nicht endgültig mit der Schlüsselkarte aus dem dritten Level bei DataDyne durch den Haupteingang gegangen. Denn dann fällt Joanna gerade in die dunkle Unendlichkeit.

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