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Gamereactor Kritiken Peggle 2
Kritiken Peggle 2

Peggle 2

Das Spielprinzip ist eine Mischung aus Flipper, Pachinko, Tiny Wings und dem Drücken eines Knopfes. Gibt's jetzt auch für Xbox One. Aber warum eigentlich?
Christian Gaca Getestet auf Xbox One 16 Dezember 2013

Grafik ist kein Argument für dieses Spiel. Das einzige Argument lautet: sedierende Entspannung.

Peggle 2, es ist auch die Geschichte von Herrn D. aus HH, die er nicht selber schreiben kann, weil er keine Xbox One hat. Er hätte gerne eine gehabt, aber es gab kein Launchgame, das ihn interessierte. Er wollte nur Peggle 2. Und das kam nicht wie ursprünglich versprochen zum Verkaufsstart, sondern erst letzte Woche. Außerdem wäre es sowieso ein bisschen irre, 499 Euro für eine neue Konsole auszugeben, um dann ein 11,99 Euro teures Downloadgame spielen zu können. Aber das ist eine andere Sache.

Freude schöner Götterfunke Reloaded also, denn der Klassik-Klassiker ist anfangs immer noch die Belohnungsmelodie beim erfolgreichen Leveabschluss. Jetzt dann in Full HD bei 1080p und 60 Frames pro Sekunde. Vielleicht ist das sogar so, keine Ahnung. Man würde es auch nicht merken. Denn Grafik ist kein Argument für dieses Spiel. Das einzige Argument lautet: sedierende Entspannung. Kaum ein Spiel schafft es so perfekt wie Peggle 2, einen hektischen Menschen zu entschleunigen. Runterzuholen aus der schnellen Welt der Egoshooter, dem nervenzerrenden Rennspiel oder dem Ärger in Schule, Studium oder Job. Peggle 2 ist, wie es schon Peggle war, ein sehr guter Freund, der jeden Abend mit einem auf der Couch sitzt. Leider kennt man den nach ein paar Jahren ziemlich gut. Insbesondere dann, wenn er nicht bereit ist, sich zu verändern.

Das Spielprinzip von Peggle 2 ist weiter eine Mischung aus Flipper, Pachinko, Tiny Wings und dem Drücken eines Knopfes. Den drückt man nämlich immer, nachdem der Abschusswinkel der Kugelkanone justiert wurde. Das kann dauern, wenn man auf der Suche nach der richtigen Geometrie ist. Danach schwebt die Kugel von oben in das Level hinein und sucht sich ihren Weg nach unten. Prallt ab, hüpft zurück und nimmt dabei den einen oder anderen orangefarbenen Spielstein mit. Die sind entweder rund oder viereckig, was eine unendliche Anzahl an sinnvollen und sinnlosen Kombinationen ermöglicht. Und sie müssen alle weg.

Sechs Szenarien mit je zehn Aufgaben sind im Spiel verbaut. Ein inaktiver Menüpunkt zum Downloadstore ist schon sichtbar, das verheißt nichts gutes für den Geldbeutel. Jedes Level bietet noch je drei optionale Ziele, meist Highscore-Herausforderungen oder bestimmte Schüsse, die man treffen muss. Die optionalen Ziele rauben einem schnell den letzten Nerv, sind aber gleichzeitig auch einer der beiden Langzeitmotivatoren des Spiels. In jedem Szenario hängt ein Meister am Spielfeldrand rum, der einem beim Treffen einer der grünen Steine seine Spezialfähigkeit spendiert. Das ist altbekanntes und neues Zeug gleichermaßen, wobei die Spezialfähigkeiten wirklich eine starke Beeinflussung des Spielerlebnis mit sich bringen. Gefällt mir nicht immer gut, hilft aber beim Sammeln

Zusätzlich gibt es 60 Prüfungen, die schon am Anfang aus einem Zufallsspiel einen kalkulierten Irrsinn machen. Man versteht schnell, das Peggle 2 viel auf Unwägbarkeiten basiert. Aber man versteht ebenso und gerade beim Spielen der Prüfungen, dass es viele Strukturen innerhalb des vermeintlichen Chaos gibt, die man lernen kann. Die Prüfungen machen einen fertig, rein nervlich. Wer mal wissen will, was Retry wirklich heißt, hier kann man das erleben. Aber sie lehren einen eben auch vieles, das dann im Chaos des normalen Spiels hilft, mehr Punkte zu kassieren. Und darum geht es am Ende, um die Punkte. Schade eigentlich, dass es nirgends eine Rangliste gibt. Hoffentlich muss man die nicht als DLC zukaufen ...

Einen Multiplayer haben sie bei PopCap wie früher eingebaut. Leider muss man ein zufälliges Match mit bis zu vier Spielern immer händisch bestätigen, nachdem es im Hintergrund gesucht wurde. Heißt Smart-Match, ist aber nicht smart, sondern total umständlich, weil man häufiger einfach nicht reinkommt in die Session, weil man drei Sekunden zu langsam war. Und so lustig es auch ist, im direkten Kampf um die Höchstpunktzahl zu spielen, es ist eigentlich wider der Idee von Peggle 2. Denn entspannend ist das alles dann nicht mehr. Und genau diese Entspannung ist der alles dominierende Kaufgrund. Allerdings war das auch schon bei Peggle so. Und da Peggle 2 eigentlich nichts neu macht, ist es am Ende einfach nur ein neuerlicher Aufguss des alten Konzepts.

6
Durchschnittlich von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro Kernkonzept ist toll, Spiel entspannt einen sofort
Contra Kaum Neues, wenig Inhalt, kein ausgewiesenes Next-Gen-Gefühl
Vollständiges Profil 18.512 veröffentlichte Artikel
6
Durchschnittlich Netzwerk-Wertung über 1 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler PopCap Games
Publisher Electronic Arts
Termin 9 Dezember 2013
Getestet auf Xbox One
Genre Puzzle
Plattformen
Xbox One PS4
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.