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Gamereactor Kritiken Need for Speed: World
Kritiken Need for Speed: World

Need for Speed: World

Need for Speed: Hot Pursuit sieht aus wie eines der besten Rennspiele in diesem Jahr. Bei Need for Speed: World ist der Fall anders gelagert. Hier handelt es sich um den schäbige Gebrauchtwagen unter den aktuell veröffentlichen Action-Rennspielen. Nur für…
Nikolaj Kürstein Jepsen Getestet auf PC Aktualisiert 26 August 2010

Hübsche Autos, dröge Landschaften - die Optik hat klare Stärken und Schwächen.

Mein orangefarbener Mazda kriecht entlang der Straße. Halt, das ist nicht richtig. Er schießt über den Asphalt und die Landschaft verwandelt sich zu einer einzigen Unschärfe. Eine Haarnadelkurve später, und ich sehe im Augenwinkel einen Streifenwagen. Ich hab' keinen Bock mehr zu cruisen, also rase ich an den Gesetzeshütern vorbei. Die nehmen sofort die Verfolgung auf...

Need for Speed: World ist das neueste Spiel einer lang laufenden Rennserie, und dieses Mal ist es exklusiv für PC mit dem Fokus fest auf den Multiplayer. Einer der großen Unterschiede zu früheren Titeln sind die Kleingeldbeträge, die Mikrotransaktionen, mit denen wir uns das Spiel selbst zusammenkaufen sollen.

In Need for Speed: World dürfen wir unter dem Einsatz von echtem Geld virtuelles Geld oder virtuellen Ruhm schneller verdienen. Zahlen und so schneller hochleveln, ein schlichtes Prinzip. Es gibt es auch die Möglichkeit, gegen Bares Supersportwagen zu mieten, lange bevor sie dauerhaft in der eigene Garage stehen könnten. Die Verlockung zum Geld ausgeben wird sehr schnell sehr groß, denn am Anfang der Rennkarriere bleibt nur der Zugriff auf einige eher schwache Autos. So wird es verlockend, ein wenig echtes Geld auszugeben, um schneller im Lamborghini zu sitzen.

Natürlich dürfen wir auch Geld für leistungssteigernde Anbauten ausgeben, um uns selbst einen Vorteil bei Rennen zu verschaffen. Dazu gehört zum Beispiel der Traffic Magnet, der alle vom PC gesteuerten Autos in Richtung Gegner schickt. Für den wird es so fast unmöglich, einen Abflug zu vermeiden. Solche Extras winken auch als Belohnung am Ende von Rennen oder Verfolgungsjagden mit der Polizei. Aber man gewinnt natürlich nie so viele, wie man gerne benutzen würde.

Worum es im Kern trotzdem wirklich geht, ist das weitläufige Straßennetz mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu kontrollieren und den Gegner perfekt zu überholen. Es scheint, dass man in einem Spiel, wo zahllose Wagen herumfahren und -stehen, am Ende häufig gegen viele Gegner fahren würde. Das ist leider nicht der Fall, und darum ist das ein bisschen enttäuschend.

In Need for Speed: World feiern die heftigen Verfolgungsjagden aus Need for Speed: Most Wanted ein Comeback - allerdings nur in kleinerem Maßstab. Straßenblockaden, geplatzte Reifen und Kollisionen, die ein echtes Auto direkt auf den Schrottplatz schicken würden, das gibt's noch. Und um das Katz- und Maus-Spiel mit den Gesetzeshütern zu starten, müssen wir ein bisschen am Arm des Gesetzes drehen. Zu schnell fahren reicht hier auf jeden Fall aus. Allerdings fehlt hier die Möglichkeit, den Most Wanted-Modus wirklich online zu spielen, was einfach schade ist.

Die Tools zur Individualisierung der Rennwagen sind nicht mehr zeitgemäß.

In einem Spiel wie Need for Speed: World teilen wir die Welt mit einer riesigen Menge anderer Autos. Es ist es unmöglich, nicht auf jemanden zu treffen, dessen Wagen genauso aussieht wie der eigene. Die Wahrscheinlichkeit, etwas wirklich Einzigartiges zu erschaffen, tendiert gen null. Vielleicht bin ich auch nur von den Customization-Tools anderer Spiele verwöhnt, aber die Optionen in Need for Speed: World sind enttäuschend.

In Sachen Optik zeigt das Game klare Stärken und Schwächen. Die Autos sind so schön gerendert wie man es heute erwartet und sehen aus wie ihre realen Gegenstücke. Immer poliert und glänzend, auch nach einem unberechtigten Besuch auf dem Golfplatz. Dies steht in krassem Gegensatz zu den langweiligen und faden Umgebungen. Vieles wirkt nur wie eine billige Kulisse - und wenn man die Industriegebiete erreicht, poppen zwangsläufig Gedanken an die Texturen der ersten Playstation-Rennspiele auf.

Need for Speed: World ist sehr wahrscheinlich ein echtes Experiment von EA. Es gibt bessere und optisch auffallendere Spiele in der Serie, aber der niedrige Einstiegspreis und die einfach zu absolvierenden Rennen sind ein Argument für Gelegenheitsspieler. Wer genug Zeit aufwendet, um sich langsam hochzupäppeln und zusätzlich etwas Kleingeld in Items und Extras investiert, der wird seinen Spaß haben. Alle Fans, die ein neues Rennspiel suchen, sollten einfach ein paar Wochen warten. Need for Speed: Hot Pursuit, F1 2010, Gran Turismo - das ist so vieles vor allem besseres in der Aufwärmrunde unterwegs.

Zusätzliche Wertungen

Grafik
7 / 10
Sound
7 / 10
Spielbarkeit
6 / 10
Langzeitmotivation
7 / 10
6
Durchschnittlich von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro Netter Most Wanted-Part, hübsche Autos, günstig
Contra Langweilige Umgebungen, Most Wanted-Part nicht online, enttäuschende Customization-Tools
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 3 Gamereactor-Ausgaben
6,0
Gamereactor 6
Gamereactor Deutschland 6
Gamereactor Italia 6
Vollständiges Profil 3 veröffentlichte Artikel
6
Durchschnittlich Netzwerk-Wertung über 3 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Black Box, EA Shanghai
Publisher Electronic Arts
Termin 27 Juli 2010
Getestet auf PC
Genre MMORPG, Racing
Plattformen
PC
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.