Klar, irgendwo ist NBA Jam "nur" das HD-Remake eines Klassikers. Allerdings mit wesentlichen Verbesserungen jenseits der Optik, die ohnehin nur eine sekundäre Rolle spielt. Neben dem traditionellen Modus haben sie bei EA nämlich noch ein paar lustige Remixe eingebaut für die Matches mit bis zu vier Spielern - und zwar online wie offline.
Im Modus Smash müssen wir die Plexiglasscheibe des generischen Korbs mit Dunks und Alley-Opps zerstören. In Domination zählen nur Treffer aus bestimmten Sektoren heraus und es müssen so viele Bereiche wie möglich gehalten werden, bis ein Team über 100 Punkte hat. In Elimination geht's darum, den höchsten Score zu haben und nicht am Ende einer Runde rausgeschmissen zu werden. Bei 21 muss man als erster genau diesen Score einkassieren. Alle diese Modi spielen unter nur einem Korb, aus einer halbisometrischen Perspektiven von hinten. Ganz klassisch eben.
Richtig, richtig lustig ist Remix 2 vs. 2, wo zwar normal gespielt wird, aber nach dem Zufallsprinzip Items auf dem Feld zum Einsammeln auftauchen, die den Spielfluss rapide verändern. Manche Items machen einen Spieler ultrastark oder superschnell, andere dagegen schrumpfen ihn miniklein, lassen ihn pervers präzise passen oder Bälle versenken. Die ohnehin schon hektische Action wird so nochmals hektischer. Alles das sind ziemlich witzige Variationen vom klassischen Modus. Die große und neue Remix-Tour vereint alle neuen Modi in einer klassischen Kampagne, die einen auch als Solospieler eine lange Weile bei der Sache halten kann.

Gleich knallt's im Korb der Chicago Bulls - einer der 1000 tollen Actionmomente in jeder Partie NBA Jam.
Die Steuerung läuft entweder wie schon früher über die Buttons oder über eine Flickit-Variante, wo wir mit den Analogsticks sowohl die Dunks und Korbleger als auch die Würfe aus Downtown und dem Halbfeld abschießen. Auch hier fallen einem nur schlicht, schnell und spaßig ein. NBA Jam ist halt ein Spiel, wo man jeden dransetzen kann und dieser jemand in drei Minuten begriffen hat, worum es geht. In zehn Minuten ist die Steuerung verinnerlicht und danach braucht man dann ewig, um zum perfekten Spieler zu werden.
Wer dieses Spiel kauft, wird es aber so gut wie nie alleine spielen, sondern entweder mit bis zu drei Freunden vor einer Konsole oder online via Xbox Live oder Playstation Network. Dort sind alle Remix-Modi sowie das klassische NBA Jam am Start, dazu gibt's ein Erfahrungspunktesystem und geheime Jam-Herausforderungen, um Online-Belohnungen und versteckte Inhalte freizuschalten. Big Head-Modus oder US-Politiker in der Mannschaftsausstellung, auch hier ist das Spiel natürlich weit weg von jeder Ernsthaftigkeit.
Es gibt, wenn es um Spaß-Sportspiele geht, kaum etwas schöneres als NBA Jam und mit einem auf On-Fire hochgejazzten Ex-US-Präsidenten mit Riesenkopf in der Luft wilde Pirouetten zu drehen und dann den Kommentator beim krachenden Dunk "Boomshakalaka" bellen zu hören. Schöner ist es nur noch, wenn nebenan auf dem Sofa ein Freund sitzt und dabei in seinen Controller beißt, weil er untergeht. Denn trotz aller oberflächlichen Einfachheit gewinnen auch bei NBA Jam am Ende immer die Könner. Es gehört nämlich einiges dazu, um das perfekte Zusammenspiel aus schnellen Kontern, gut getimten Würfen und Dunks sowie geschickter Verteidigung zu finden.
Zusätzliche Wertungen
- Grafik
- 7 / 10
- Sound
- 8 / 10
- Spielbarkeit
- 9 / 10
- Langzeitmotivation
- 8 / 10