Realität umgibt uns wie die Luft, die wir atmen. Mit Realität ist alles gemeint, was wir sehen, anfassen, hören, riechen und nicht nur denken können. Jedenfalls ist das die landläufige Vorstellung. Realität ist der Gegenpol zur Phantasie, auf sie können wir uns verlassen. Doch was ist mit Gedanken und Gefühlen? Sind sie etwa nicht real? Unser Gehirn hat ungeheure Kapazitäten, sich Dinge auszumalen. Da können doch nicht nur objektiv überprüfbare Fakten als Realität gelten.
Computerspiele bilden Realität nicht nur ab, sondern ermöglichen uns, sie nach unserem Können und Geschmack zu gestalten. Sie verändern den Blickwinkel, schaffen Schlupflöcher, kreieren tagtraumhafte Welten. Und gleichzeitig sind Spiele Bestandteil unserer tagtöglichen Realität, obwohl viele Menschen der Meinung sind, Spiele seien virtuell und intensive Gamer allenfalls Realitätsverweigerer.
Manche Spiele stellen nicht nur die Realität dar, sondern greifen auch (vermeintlich) in sie ein. Die amerikanische Army castet mit Hilfe von Egoshootern die reaktionsfähigsten Jungsoldaten. Zunehmend werden spielerische Mechanismen von Tetris bis hin zu komplexen virtuellen Umgebungen zur Prävention und Behandlung von Traumata oder Angststörungen eingesetzt. Taugt also Spielen als Übung für die Realität?
Games Culture Circle: Reality / Realität
Eingeladen sind:
Julian Oliver, Künstler (http://selectparks.net/~julian)
Greg Trefry, Game Designer (http://www.comeoutandplay.org)
Claudia Becker, Media Researcher (http://www.flusser-archive.org)
Kristoffer Gansing, Intendant (http://transmediale.de)
Moderation: Uke Bosse
Ort:
.HBC, Karl-Liebknecht-Str. 9, 10178 Berlin (hbc-berlin.de)
Zeit:
Donnerstag, 13. Januar 2011 18:30 Uhr/ 5 Euro