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Mutant Year Zero: Road to Eden

Mutant Year Zero: Road to Eden

Ein Schleich-Abenteuer mit rundenbasierten Kämpfen und viel schwedischem Humor...

  • Bengt Lemne

Mutanten gibt es in allen Formen und Farben, egal ob fiese Schurken oder rechtschaffende Helfer. Zu Letzteren gehört Mutant Year Zero: Road to Eden, ein Schleich-Abenteuer mit rundenbasierten Kämpfen. Es folgt den beiden Mutanten Dux und Bormin (einer Ente und einem Eber) auf ihrer Mission in der zerstörten Zone, um die Arche (der letzte Zufluchtsort?) vor den Ghouls zu retten.

Wir haben uns entschieden, Mutant Year Zero: Road to Eden auf „hart" zu spielen (es gibt normal, hart und sehr hart). Das bedeutet einen Speicherpunkt zu laden, die Taktik in Frage zu stellen, die Ausrüstung zu wechseln und es neu zu versuchen. Gerade die Herausforderung macht das Spiel reizvoll. Und ohne die herausfordernden Kämpfe und Level, in denen wir unsere Vorgehensweise bedacht planen müssen, wäre es einfach kein erinnerungswürdiges Abenteuer. Die besten Momente hatten wir, als wir unsere Strategie überdenken mussten.

Die Grundlagen bei den Kämpfen gleichen denen der Xcom-Serie. Wir haben zwei Aktionspunkte für jede Spielfigur in jeder Runde. Jeder Angriff oder wichtige Mutation beendet die Runde für die jeweilige Figur (Bewegung oder Nachladen ist jeweils ein Punkt). Ihr müsst nachladen und euch in eine andere Position begeben, um eure Trefferquote zu verbessern oder in Deckung zu gehen.

Mutant Year Zero: Road to EdenMutant Year Zero: Road to Eden

Jeder Charakter entwickelt Mutationen und ihr könnt eine Hauptmutation, eine Nebenmutation und eine passive Mutation wählen. Eine Nebenmutation ist etwa Bormins Sturm mit dem Kopf zuerst, der den Gegner für zwei Runden lahmlegt. Oder die Mottenflügel, mit denen bestimmten Charakteren Flügel wachsen, um in die Luft zu steigen und bessere Schusspositionen zu erhalten. Die Hauptmutationen sind mächtiger und erlauben beispielsweise zwei Schüsse oder machen uns eine Runde immun gegen Schaden. Es gibt nicht allzu viele Mutationen pro Charakter, aber das richtige Loadout ist der Schlüssel zum Sieg. Manche Fähigkeiten funktionieren in Verbindung besser als andere in der jeweiligen Situation.

Es ist ein System, in dem jede Kleinigkeit zählt. 25 Prozent größere Treffergenauigkeit oder ein zusätzlicher Schadenpunkt können den Unterschied machen. Es gibt ein recht binäres Schleichsystem. Wenn wir einen einzelnen Gegner angreifen können, sollten wir das tun. Erledigen wir ihn in einer Runde, kann er keine Hilfe herbeirufen. Dadurch wird jeder Level zu einem Puzzle, in dem wir versuchen, die Herde auszudünnen, ohne das es zu großen Schlachten kommt. Es ist wichtig, die Gruppe aufzuteilen und zu verstecken, um so patrouillierende Gegner sauber auszuschalten.

Ihr werdet unterschiedliche Ansätze verfolgen müssen und die meiste Zeit chirurgische und leise Attacken versuchen. Aber bei manchen Begegnungen müsst ihr hart und laut zuschlagen. Bormin kann mit seiner Fähigkeit eine Runde ohne Schaden überstehen, was sehr praktisch ist, wenn eine ganze Gruppe von Gegnern uns entdeckt hat. Wir sind aber eher schwächer als als unsere Gegner. Und in einen Kampf gegen eine gleiche Anzahl verlieren wir in der Regel. Es gibt kaum einen Level, in dem die Chancen nicht drei zu eins stehen - daher ist Schleichen unabdingbar.

Es ist gibt keine besonders herausgearbeitete Story, aber Charaktere wie Bormin und Dux machen das wett. Insgesamt steuern wir fünf Mutanten, denn Selma, Magnus und Farrrow stoßen während der Reise zu uns. Es wurde sehr auf kleine Details geachtet und wer schwedisch kann, darf sich über viele Wortspiele und lokale Witze freuen. Einfach nur den Mutanten zu lauschen, was sie nach dem Krieg vorhaben, ist schon ein großer Spaß.

Wir haben ungefähr 25 Stunden mit der Kampagne verbracht, solltet ihr Veteranen rundenbasierter Titel sein, ist es vielleicht nur die Hälfte. Die Größe ist sicher ausreichend und es gibt noch den Iron Mutant Modus mit Permadeath-Feature, wenn ihr nach einer fiesen Herausforderung sucht. Es gibt optionale Karten und Missionen, die nicht wirklich optional sind, denn ihr braucht die Erfahrung und die Beute. Die Struktur ist insgesamt sehr stark alte Schule.

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Das Spiel ist aber nicht ohne Fehler. Manchmal macht die Kamera Probleme und es gibt Sound-Glitches. Die Menüs könnten überarbeitet werden und das Wechseln von Ausrüstung zwischen den Squad-Mitgliedern nervt ein wenig. Das sind viele unnötige Klicks.

Es wäre schön gewesen, wenn es einen Anzeiger dafür gegeben hätte, wie weit Geräusche zu hören sind. Und es wäre interessant gewesen, wenn wir nur weitere Werkzeuge für die Schleicheinlagen gehabt hätten (die Möglichkeit Gegner anzulocken?!). Wir waren ein wenig enttäuscht, als wir festgestellt haben, dass die tolle CGI-Grafik aus den Ankündigungstrailern nirgends im Spiel zu finden ist. Stattdessen bekommen wir einige wirkliche tolle Zeichnungen, die aber die Story nicht ganz so kraftvoll vorantragen.

Mutant Year Zero: Road to Eden erwartet viel von seinen Spielern. Es hat eine rigide Struktur, die ziemlich Old School ist. Es belohnt uns dennoch, wenn wir Lösungen finden. Und nachdem wir die Kämpfe gemeistert hatten, haben wir jede feindliche Begegnung sehr geschätzt - und das sagt eigentlich alles.

Mutant Year Zero: Road to Eden
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Fordert einen heraus darüber nachzudenken, wie man sich dem Kampf nähert, überraschende taktische Tiefe, interessante Geschichte und Welt, viel Liebe zum Detail, großartiger Synthie-Soundtrack
-
ein paar technische Probleme, Menüs schreien nach Überarbeitung, Old-Schools-Struktur könnte jüngere Spieler überraschen
overall score
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