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Marvel's Guardians of the Galaxy

Marvel's Guardians of the Galaxy

Eine erstaunliche Geschichte, lustige Kämpfe und jede Menge Fan-Service werden von schweren technischen Problemen und einem Zwang zur Wiederholung zurückgehalten.

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Marvel's Guardians of the GalaxyMarvel's Guardians of the Galaxy
Auf eine Fortsetzung dieses Spiels bin ich deshalb deutlich aufgeregter als auf Guardians of the Galaxy Vol. 3.

Ihr solltet wissen, dass ich kein Fan der Guardians-of-the-Galaxy-Filme von James Gunn und seiner Crew bin. Das liegt unter anderem daran, dass die Witze für meinen Geschmack zu häufig über das Ziel hinausschießen. Die Idee, mit diesen Charakteren über zehn Stunden lang in einem Videospiel beschäftigt zu sein, hat mich deshalb nicht gerade vor Freude aufspringen lassen, als Eidos-Montréal und Square Enix im Sommer Marvel's Guardians of the Galaxy enthüllten. Glücklicherweise ist das Spiel großartig und ich habe damit viel mehr Spaß als mit den MCU-Filmen.

Das liegt vor allem an den Charakteren und der Geschichte. Den Filmen mangelt es meiner Meinung nach an Tiefe und die Figuren sind etwas zu übertrieben, doch die Story von Marvel's Guardians of the Galaxy ist voller Charme, Humor, Drama und Action. Ich habe das Spiel zweimal durchgespielt und beide Male nicht bemerkt, wie schnell die Zeit vergeht. Die dummen Sticheleien und Witze sind zwar immer noch erzwungen und unnötig, aber es gibt einfach sehr viel weniger Fehlschläge. Und geht ein Gag doch mal daneben, ist das aufgrund des großartigen Tempos und des allgemeinen Erzählflusses schnell wieder vergessen.

Spannend ist das deshalb, da man die Stimmung in vielen Fällen teilweise selbst kontrollieren kann. In den meisten Gesprächen von Marvel's Guardians of the Galaxy könnt ihr Dialogoptionen wählen und obwohl diese nur selten Einfluss auf die übergeordnete Handlung nehmen, wird ein überraschend großer Anteil der Erzählung von unseren Entscheidungen beeinflusst. Das führt sogar so weit, dass wir unsere Herangehensweise an das Gameplay variieren können, so wie bei Deus Ex: Human Revolution.

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Diejenigen unter euch, die Shadow of the Tomb Raider von den kanadischen Entwicklern mögen, werden hier viele Dinge wiedererkennen. Verschiedene Kapitel sind eine schöne Mischung aus gemütlichen Spaziergängen, Kampfarenen und Erkundungen mit alten und neu erworbenen Fähigkeiten. Auch abseits des Hauptpfades wartet eine bemerkenswerte Anzahl optionaler und zufälliger Gespräche auf euch, die ihr in der halboffenen Umgebung findet. Dadurch können Fans noch viel mehr über die Guardians und das Marvel-Universum allgemein erfahren. Auf eine Fortsetzung dieses Spiels bin ich deshalb deutlich aufgeregter als auf Guardians of the Galaxy Vol. 3.

Der Kampf wird mit der Zeit viel besser, doch anfangs sind die Gefechte extrem simpel und eintönig, da euch und eurem Team nur sehr wenige Angriffe und Fähigkeiten zur Verfügung stehen. Ihr werdet viel Zeit damit verbringen, Feinde ins Visier zu nehmen und die Knarren den Rest erledigen zu lassen. Nur ab und zu dürft ihr die besonderen Fähigkeiten von Star-Lord, Drax, Gamora, Groot und Rocket benutzen, was sich sehr schnell sehr dröge anfühlt. Es wird aber wie gesagt besser, wenn ihr im Verlauf der Geschichte neue Optionen freischaltet und Erfahrungspunkte sammelt.

Die Kombination von Elementarmunition, den vier verschiedenen Fähigkeiten eurer Teammitglieder, ein kleines Minispiel beim Nachladen (denkt an Gears of War) und das Ausführen spezieller Combos ergibt einen herrlichen Spielfluss. Ihr müsst wissen, dass man in den Kämpfen automatisch auf Feinde zielt, was super langweilig und auch nicht sehr herausfordernd ist. Die Einführung neuer Feinde und Fähigkeiten hilft wie gesagt, aber wenn die bemerkenswerteste Änderung zwischen der ersten und der zehnten Spielstunde darin besteht, dass man mit einer Spezialfertigkeit einen Elementarschild zerstört, dann ist das einfach zu wenig Abwechslung.

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Manch ein Geheimnis kann nur gefunden werden, wenn ihr ein scharfes Auge habt und eure Werkzeuge intelligent nutzt.

Das gilt sogar für den höchsten Schwierigkeitsgrad (der übrigens aufgrund eines gewachsenen Bewusstseins für das Thema Barrierefreiheit in beeindruckendem Maße personalisiert werden kann), sodass man eigentlich nur deshalb verschiedene Fähigkeiten ausführt, weil es die Dinge etwas auflockert. Probiert euch trotzdem an den verschiedenen Combos aus und behaltet den Schwung bei, um stimmungsvolle Team-Boosts einzuleiten. Ihr könnt euch das als ultimative Fähigkeit vorstellen: Star-Lord zieht sich kurz zurück, wählt einen Song aus den Achtzigern aus und damit steigert ihr entweder eure eigenen Werte oder die des gesamten Teams. Abklingzeiten sind dann praktisch nicht mehr vorhanden und ihr könnt völlig durchdrehen. In diesen Szenen könnt ihr so ziemlich alles vernichten, was sich gerade auf dem Bildschirm befindet. Es ist eine wahre Superhelden-Fantasie, die es wert ist, erlebt zu werden.

Obwohl die Gefechte also sehr cool sein können, wäre es natürlich zu anstrengend, sich mehr als zehn Stunden lang durch immer gleich anfühlende Kampfarenen kämpfen zu müssen. Eidos-Montréal hat zwischen diesen Abschnitten deshalb einige ruhigere Bereiche eingebaut, die es unserer Crew ermöglichen, eine Menge Gespräche, Geplänkel und andere charakterbildenden Momente zu erleben. In all diesen Szenen stehen uns wie gesagt verschiedene Dialogoptionen zur Verfügung, die oft in völlig unterschiedliche Richtungen neigen, sodass ich vermute, dass das Skript gewaltig sein muss.

Ihr könnt abseits des Weges nach neuen Outfits suchen und einige davon bewirken, dass die Figuren fast so aussehen, wie ihre Gegenstücke im ersten MCU-Film. Abgesehen davon gibt es unterwegs noch Ressourcen, die verwendet werden, um neue Vorteile für Star-Lord zu erhalten, und einige Hinweise zur Hintergrundgeschichte von Marvel's Guardians of the Galaxy. Easter Eggs gibt es natürlich auch und einige davon erzeugen überraschend herzlich und gut eingespielte Momente mit euren Teamkollegen. Manch ein Geheimnis kann nur gefunden werden, wenn ihr ein scharfes Auge habt und eure Werkzeuge intelligent nutzt. Natürlich sind nicht alle Sammelgegenstände derart versteckt platziert worden, weshalb ihr auch viel Füllstoff finden werdet.

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Das bringt mich zu den Enttäuschungen von Marvel's Guardians of the Galaxy - dem Spiel fehlt es generell an Politur. Der Kampf zum Beispiel macht eine Menge Spaß, aber die sehr offensichtlichen Arenen und das Fehlen divers agierender Gegner hindert das Spiel daran, sein wahres Potenzial auszuschöpfen. Besser gestaltete Level und das gelegentliche Auftreten von einzigartigem Feindverhalten hätten schon einen großen Unterschied gemacht.

Die technische Seite leidet noch deutlich stärker unter der mangelnden Politur. In meinen beiden Spieldurchläufen kam es gelegentlich zu Tonaussetzern (die Lautstärkemischung ist auch vollkommen daneben), Charaktermodelle sind teilweise oder ganz von einem visuellen Störeffekt betroffen gewesen und manchmal frieren Kapitelnamen oder andere Gameplay-Benachrichtigungen permanent auf dem Bildschirm ein. Dreimal habe ich den letzten Checkpoint neu laden müssen, weil ich Dialogoptionen nicht auswählen konnte und es kein Weiterkommen gab. Manche Probleme werden zum oder nach dem Start vielleicht mit weiteren Patches behoben, aber erfahrungsgemäß sind solche Dinge damit nicht komplett aus der Welt geschaffen.

Trotz dieser Mängel finde ich, dass Marvel's Guardians of the Galaxy ein großartiges Spiel ist. Es ist eine plattformübergreifende Antwort auf Insomniac Games' Spider-Man, obwohl dieser Titel wie gesagt nicht die gleiche Qualität aufweist. Die Geschichte ist fesselnd und sie macht dank der fabelhaften Schauspieler und einigen unvergesslichen Momenten eine Menge Spaß. Obwohl die Kämpfe ein bisschen zu einfach und generell eher eintönig sind, können die Begegnungen ein gewisses Flair versprühen. Das wird angereichert mit einigen tollen Schauwerten, die wir beim freien Erkunden versprühen, sowie mit verlockenden Dialogoptionen und einer Menge Fan-Service.

Wer über die vielen technischen Probleme, die hoffentlich in Kürze behoben werden, sowie über den Mangel an Spieltiefe und Feinschliff bei bestimmten Aspekten hinwegsehen kann, der wird mit Marvel's Guardians of the Galaxy durchaus seinen Spaß haben. Für mich ist es das bisher beste Marvel-Spiel, das nicht von den Playstation Studios entwickelt wurde. Ich hoffe, dass Eidos-Montréal eine weitere Chance bekommt und dann richtig aufdrehen wird.

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Manche Probleme werden zum oder nach dem Start vielleicht mit weiteren Patches behoben, aber erfahrungsgemäß sind solche Dinge damit nicht komplett aus der Welt geschaffen.
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
wunderbare Geschichte, spaßige Kämpfe, Erkundung wird in der Regel belohnt.
-
ein bisschen zu repetitiv und insgesamt sehr simpel, ernste technische Probleme.
overall score
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