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Efootball 2022

Jonas Lygaard: Efootball "ist extrem mutig" und "das Richtige für Konami"

Wir sprechen mit dem ehemaligen Business Director von Konami über echten und digitalen Fußball.

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Nach langem Warten hat letzten Monat die digitale Fußballsaison begonnen. Konami hat das neue Format der langjährigen Pro-Evolution-Soccer-Serie vorgestellt, die nun Efootball heißt und viele Änderungen mit sich bringt. Jonas Lygaard, ehemals Business Director bei Konami, hat das Thema natürlich ebenfalls begleitet, allerdings mit einem anderen Blickwinkel. Der Mann hat zwischenzeitlich den Job gewechselt, denn er ist nun der Geschäftsführer eines dänischen Fußballvereins. Lygaard ist ein bekanntes Gesicht bei Gamereactor und deshalb wollten wir uns unbedingt mit ihm treffen, um in Ruhe über die jüngsten Veränderungen zu sprechen.

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Im Video spricht der CEO von SønderjyskE Fodbold über den dänischen Superliga-Club und seinen persönlichen Wechsel, der ihn aus der Videospielbranche und dem E-Sports-Bereich nun zum echten Sport geführt hat. „Fußball ist Unterhaltung und wir konkurrieren ebenso mit Themenparks, wie mit Kinos und anderen Formaten", erklärt der Manager. Lygaard, der für Konami jahrelang digitale Kooperationen und PES-Partnerschaften mit Vereinen, wie Juve, Bayern oder Manchester United, abgefertigt hat, erklärt uns im Gespräch, dass er den Wert seines Clubs unter anderem dadurch steigern möchte, indem er die Fans wie Gamer behandelt.

In der ersten Hälfte unseres Interviews blickt Lygaard auf seine Zeit bei Konami zurück. „Ich habe meine Zeit dort wirklich geliebt und ich vermisse die Menschen, mit denen ich eng zusammengearbeitet habe. Sowohl in Großbritannien, in ganz Europa [...], aber auch die Kollegen in Japan, mit denen ich über die Jahre viel Zeit verbracht habe", resümiert der Geschäftsführer. Es gibt noch etwas anderes, das er vermisst und das seid ihr, die Fans. „Alle PES- oder Pro-Evolution-Soccer- oder jetzt Efootball-Fans bemühen sich, sie sind extrem engagiert [...] und auf den sozialen Medien sehr herausfordernd!" Mit einem Lachen auf den Lippen verrät er uns, dass ihn die Community auch auf seine neue Position vorbereitet habe.

Für den ehemaligen Business Development Director war es „ein Traum, den ich seit meiner Kindheit hatte", Teil einer echten Fußballmannschaft zu werden. Als ihm die Stelle angeboten wurde, war die Gelegenheit „einfach zu schön, um sie nicht wahrzunehmen". Die Entwicklung von PES und Efootball in den letzten fünf Jahren sieht der Manager im Nachhinein als positiv an. Vor allem die Fortschritte beim Hinzufügen neuer Fußballclubs und der Anstieg der internen Ressourcen, die Konami dem europäischen Zweig zur Verfügung stellt, stellt Lygaard hierbei positiv hervor.

Wie man das erste große kostenlos spielbare Sportspiel produziert

Spieler, die sich für das kommende Efootball als Free-to-Play-Plattform interessieren - an der natürlich auch Lygaard lange gearbeitet hat -, finden in unserem Video einige interessante Kommentare vom ehemaligen PES-Verantwortlichen. Der CEO erklärt uns anhand seiner eigenen Erfahrungen, wie der Erfolg eines Live-Service-Produkts sichergestellt werden kann. Natürlich sind die Veränderungen groß und stoßen einige Fans zunächst einmal ab, doch Lygaard glaubt nach wie vor an das Produkt seines ehemaligen Arbeitgebers:

„Von außen betrachtet - und erneut: Ich bin nicht länger Teil des Unternehmens oder der Entscheidung - aber ich denke, dass es der richtige Schritt ist. Dieser Schritt wird die Sichtweise der Menschen auf Efootball in Zukunft verändern. Dann gibt es noch das neue Geschäftsmodell, das natürlich eine Herausforderung darstellt, wenn man die Anforderungen an den Free-to-Play-Markt nicht erfüllt. Wir haben in den letzten Jahren mehrere Spiele gesehen, die als F2P-Produkt äußerst erfolgreich waren. Spiele, [die] sehr gut darin sind, neue Inhalte zu erstellen. Das Live-Management des Geschäfts [muss] extrem gut darin [sein], neue Inhalte, neue Karten, neue Waffen [bereitzustellen], wie in Fortnite und anderen [Titeln]. Etwas einfach kostenlos [anzubieten], wird nicht alles lösen. Man muss sicherstellen, dass man ein F2P-Geschäftsmodell drumherum bereitstellt [und] man muss sicherstellen, dass die Benutzer zurückkommen möchten, wenn sie ein Interesse daran haben. Sie müssen sehen: 'ok, ich kann das und das tun, [um] bestimmte Dinge freizuschalten. Ich habe mehr Zugang zu anderen Bereichen erhalten und ich kann online gegen andere Plattformen antreten - es gibt keine Einschränkungen bei der [Wahl der] Plattform, auf der ich spiele'."

"Man muss sicherstellen, dass die Online-Verbindung funktioniert. Wenn das nicht [gegeben ist], bietet ihr keine gute Erfahrung an und die Benutzer brechen ab."

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Abgesehen davon, eine Free-to-Play-Plattform für Live-Service-Dienstleistungen mit ständigen Updates bereitzustellen, weist Lygaard auch darauf hin, dass der Dienst die eigenen E-Sports-Bemühungen kontinuierlich weiterentwickeln sollte, was für einen großen Wettbewerb sorgen kann. Hier sind ein paar weitere Tipps vom Experten:

„Ihr müsst sicherstellen, dass die Online-Konnektivität funktioniert. Wenn das nicht funktioniert, bietet ihr keine gute Erfahrung an und die Benutzer brechen ab." Das Gleiche gilt für den sozialen Aspekt, denn die Nutzer möchten „mit Freunden vorbeischauen, ein Spiel spielen, online gegen andere Leute antreten." Sobald Gelegenheitsspieler eine Gruppe von Gleichgesinnten gefunden haben, die regelmäßig im Spiel vorbeischaut und sich mit neuen Inhalten beschäftigt, ist das Engagement sehr hoch, so Lygaard. Dafür müssen die neuen Inhalte jedoch in einem konstanten Tempo kommen und „nicht alle sechs Monate".

Alles in allem empfindet Lygaard die Entwicklung bei Efootball als einen „extrem mutigen Schritt. Ich denke, es ist eine sehr interessante Richtung und ich glaube, es ist das Richtige für Konami. Es bringt sie in eine ganz andere Wettbewerbsposition. Natürlich wird es eine Menge Anforderungen an das Team geben", vor allem in Bezug auf die Entwicklung des Live-Service-Geschäfts, beim Marketing und sonstigen Initiativen, aber daran werden laut dem Manager „schon sehr lange gearbeitet." Lygaard beendet seinen Kommentar mit den Worten: „Ich glaube an die Leute dort."

Was haltet ihr von Efootball als Plattform und wie seht ihr die Erfolgschancen in der Zukunft?

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