Digitale Unterhaltung hat einige Probleme, doch die eigene Vergänglichkeit gehört zweifelsohne zu den größten Hürden des vergleichsweise jungen Mediums. Spiele sind ein Abbild ihrer Zeit und deshalb verdienen sie es, im jeweiligen kontextuellen Rahmen betrachtet zu werden. Die Internationale Computerspielsammlung (ICS) hat es sich deshalb zum Ziel gemacht, Games nicht zu vergessen. Das von der Bundesregierung unterstützte Projekt hat heute ihre Online-Datenbank eröffnet, die aktuell knapp 40.000 Spiele enthält. Verschiedene prominente Projektpartner, wie die Stiftung Digitale Spielekultur, das Computerspielemuseum, die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) und das Zentrum für Computerspielforschung der Universität Potsdam (DIGAREC), haben ihre Archive für die Initiative zur Verfügung gestellt und damit einen Teil zur Sicherung von digitalen Spielen geleistet. Der Lobby-Verband der deutschen Games-Branche (game) ist ebenfalls an der Initiative beteiligt.
Abrufbar ist das Angebot der Internationalen Computerspielesammlung über diese Webseite, in Zukunft soll der Datensatz auch über die Deutsche Digitale Bibliothek abgerufen werden können. Zunächst ist die Errichtung eines zentralen ICS-Archivs geplant, bis zu 60.000 Spiele sollen dort gelagert werden. Weiter unten haben wir euch noch einige Statements der zuständigen Politiker und Initiatoren zusammengetragen.
Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung: "Games sind das Medium unserer Zeit und verbinden technische Innovationen mit interaktiven Geschichten. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem digitalen Medium müssen wir weiter ausbauen. Die Internationale Computerspielesammlung nimmt hierbei eine ganz zentrale Rolle ein und ist ein weltweit einmaliges Aushängeschild - sowohl für den Games- als auch für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Um das große Potenzial nutzen zu können, sollte die Sammlung nun auch physisch zugänglich gemacht werden."
Rüdiger Kruse, Mitglied des Bundestages und zuständiger Berichterstatter im Haushaltsausschuss: "Der Mensch spielt schon immer, Spiele sind ein wichtiges Kulturgut. Die Internationale Computerspielesammlung bietet daher nicht nur die einmalige Chance, Games als kulturelles Erbe für die nachkommenden Generationen zu bewahren und verfügbar zu machen. Die Sammlung kann vielmehr als Blaupause dienen, von welcher der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland künftig nachhaltig profitiert. Ich freue mich, dass die erste Phase nun so erfolgreich umgesetzt werden konnte und hoffe, dass wir als Bund gemeinsam mit einem Bundesland im nächsten Schritt auch einen konkreten Ort dafür schaffen können."
Çiğdem Uzunoğlu, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Spielekultur: "Durch die neue digitale Datenbank kann sich ab sofort jeder von dem großen Potenzial und dem einzigartigen Wert der Internationalen Computerspielesammlung selbst überzeugen. [...] Mit Hilfe der Politik wollen wir jetzt zügig die zweite Phase einläuten und die Exponate an einem Ort zusammenführen, damit sie auch wirklich genutzt werden können."
Felix Falk, Geschäftsführer game: "Die Internationale Computerspielesammlung ist ein echtes Leuchtturmprojekt für den Games-Standort Deutschland. [...] Während immer mehr Institutionen auf der Welt damit beginnen, Computerspiel-Sammlungen aufzubauen, können wir durch das Zusammenlegen der gemeinsamen Bestände der ICS-Partner auf einen Schlag die weltweit größte Sammlung erschaffen."