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Kritiken Insanely Twisted Shadow Planet

Insanely Twisted Shadow Planet

Insanely Twisted Shadow Planet ist ein Old-School 2D-Sidescroller, bei dem sofort das großartige Artwork und die feinen Animationen von Michel Gagné auffallen. Der klassisch ausgebildete Animationskünstler hat dem Spiel wirklich Seele eingehaucht.
Ingo Delinger Getestet auf XBLA/Xbox 360 Aktualisiert 2 August 2011

Vom Menü bis zu den kleinsten Details hat einfach alles in diesem Spiel einen unglaublichen Charme. Neugierig geht man auf Entdeckungsreise und staunt, welche Abenteuer und Rätsel einen dort erwarten. Die Welt von Insanely Twisted Shadow Planet erinnert stark an eine buntere Version von Limbo und auch die Rätsel haben einige Parallelen. Wir steuern ein kleines UFO, welches im Laufe der Zeit mit verschiedenen Gadgets bestückt wird, durch die Level. Zu Beginn ist es mit einem Scanner und einem Greifarm ausgestattet und wir machen wir uns auf die spannende Reise.

Sofort erliegen wir dem Charme von Insanely Twisted Shadow Planet. Schon die Mechanik des Greifarms sorgt dafür, dass jenes kleine Gefährt sofort ins Herz geschlossen wird. Bindung nach Wall-E-Art. Die Freude, die es macht, mit dem Greifarm Steine wegzuschleppen, muss einfach jeder selbst erlebt haben. Unser UFO ächzt unter der Last und kämpft sich ab. Den ganzen physikalischen Vorgang und die Schwerkraft spürt man förmlich - und das alles ohne großen Controller-Rumble Hokuspokus.

Die Rätsel, auf die wir stoßen, sind letztlich alle um Naturphänomene und Physik aufgebaut. So wie beispielsweise vertrackte Zahnradkombinationen oder Laser, die mit Prismen ins Ziel geleitet werden. Es gibt aber nicht nur Rätselpassagen. An manchen Stellen muss zum Beispiel eine kleine, ferngesteuerte Rakete durch enge Tunnel in Ziel gesteuert werden. Ich will hier aber auf keinen Fall zu viel verraten, da ein Großteil des Charmes dieses schönen Spiels im Entdecken und nicht nur im Lösen von Aufgaben liegt.

Vom Menü bis zu den kleinsten Details hat einfach alles in diesem Spiel einen unglaublichen Charme.

Ähnlich wie in dem kürzlich erschienenen Bastion geht das Spiel eigene Wege, um die Geschichte zu erzählen - jenseits von aufgeblasenen CGI-Cutscenes. Text oder Sprache gibt es in Insanely Twisted Shadow Planet überhaupt nicht. So wird schon das Herausfinden einfacher Spielmechaniken zum Spiel-Element. Nur der Scanner liefert in Form von Icons Informationen, die sich aber auch nur auf das Wesentliche beschränken und uns nur das benötigte Gadget zum Bearbeiten des gescannten Objekts anzeigen. Es gibt auch kein HUD mit Lebensanzeige oder etwas Ähnliches. Wenn das kleine UFO anfängt auszusehen wie ein verbrannter Regenschirm, wissen wir auch so sofort, dass vielleicht besser etwas vorsichtiger zu Werke gegangen wird.

Es gibt mehrere unterschiedliche Welten zu entdecken, die sich alle optisch und auch von der Art der Rätsel stark unterscheiden. Jeweils am Ende einer Welt gilt es einen der abwechslungsreichen Endgegner zu bezwingen, um ein neues Gadget zu erhalten und Zugang zum nächsten Abschnitt zu bekommen. Die neuen Gadgets sorgen auch dafür, dass Bereiche in früheren Spielabschnitten, die vorher unerreichbar waren, zugänglich gemacht werden. Als Belohnung sammeln wir UFO-Upgrades und Erinnerungsfragmente ein, ohne dass hier übertrieben die Spielzeit in die Länge gezogen wird. Immerhin warten dort noch kleine Rätsel und der Forscherinstinkt wird angesprochen. Das Ende des Spiels wird dann nach rund zehn vergnüglichen Stunden erreicht.

Zusätzlich zum Einzelspieler-Modus gibt es noch eine Mehrspielerversion für bis zu vier Spieler. Wir tragen eine kleine Laterne durch die Level, während uns konstant ein Ungeheuer mit riesigen Tentakeln auf den Fersen ist. Ständig muss die Laterne abgelegt werden, um Hindernisse oder kleinere Gegner aus dem Weg zu räumen. Das ganze ist wunderbar panisch, wenn nach und nach die Laternen zurückgelassen werden müssen und einem das Ungetüm im Nacken sitzt. In jedem Fall eine nette Ergänzung zum eigentlichen Spiel.

Insanely Twisted Shadow Planet ist einfach großartig produziert. Fantastische Animationen, tolle Steuerung, fordernde Aufgaben und nicht zuletzt ein schöner Sound, wie aus einem Science Fiction-Film der Fünziger Jahre. Der irre verdrehte Schattenplanet bietet ein großes Abenteuer mit sehr viel Charme.

Zusätzliche Wertungen

Grafik
10 / 10
Sound
9 / 10
Spielbarkeit
10 / 10
Langzeitmotivation
9 / 10
10
Herausragend von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro Super Animationen und Grafik, abwechslungsreiche und fordernde Rätsel, beindruckend physische Steuerung
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 5 Gamereactor-Ausgaben
8,4 Spanne 8–10
Gamereactor 8
Gamereactor Norge 8
Gamereactor Deutschland 10
Gamereactor España 8
Gamereactor Italia 8
Vollständiges Profil 611 veröffentlichte Artikel
10
Herausragend Netzwerk-Wertung über 5 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Fuel Cell Games, Michel Gagné
Publisher Microsoft
Termin 3 August 2011
Getestet auf XBLA/Xbox 360
Genre Action
Plattformen
Xbox 360 XBLA
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.