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Heavy Rain

Heavy Rain Chronicles: Der Tierpräparator

Wie setzt man eine Geschichte fort, die nicht fortsetzbar ist? Genau. Man wandert die Zeitleiste einfach nach hinten und erzählt Dinge, die in der Hauptgeschichte nicht erwähnt wurden. In Heavy Rain Chronicles sollen uns die Hauptcharaktere näher gebracht werden. Madisons Episode Der Tierpräparator macht den Anfang.

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In Interviews hat sich David Cage stets gegen Fortsetzungen seiner letzten Spiele ausgesprochen. Wer Heavy Rain gespielt hat, wird selbst merken, warum das auch nicht so einfach ist. Wie soll man eine Geschichte fortsetzen, dessen Ende sich von Spieler zu Spieler unterscheidet. Um die Videospielgemeinde trotzdem mit frischem Stoff zu versorgen, bleibt den Entwicklern also nur eine Möglichkeit: Sie vertiefen die Story über die Suche nach dem Origami-Killer. Eine zusätzliche Episode pro Hauptcharakter wird es in Heavy Rain Chronicles geben, wie sich die DLC-Reihe des Spiels nennt. Den Anfang macht Madisons Episode Der Tierpräparator.

Es regnet in Strömen als Madison Paige auf ihrem Motorrad vor dem Holzhaus stehen bleibt. Natürlich regnet es Strömen. Wie könnte es in der Welt von Heavy Rain anders sein? Die hübsche Journalistin verfolgt eine Spur bei ihrer eigenhändigen Suche nach dem Origami-Killer und ist hierher gekommen, um dem Mann, der hier lebt, einige Fragen zu dem Fall zu stellen. Wie Madison genau auf den Tierpräparator als Verdächtigen gekommen ist, wird nicht genauer erläutert.

Madison klopft an, sie klingelt, ruft nach ihm. Ein kurzer Blick durch das verdreckte Terassenfenster zeigt nur einige ausgestopfte Vögel in einem leblosen Interieur. Der Hausherr ist offenbar nicht da. Die perfekte Gelegenheit für Madison sich in dem Haus umzusehen. Wie sie ins Innere gelangt, soll hier nicht verraten werden. Auch von Drinnen setzt sich der muffige Eindruck fort. Das geräumige Erdgeschoss mit offener Küche wird nur von fadem Licht durchflutet. Die Möbel sind alt. Der Teppich ist abgenutzt. schmutziges Geschirr stapelt sich im Waschbecken. Madisons Gedanken zufolge hängt ein unangenehmer Geruch in der Luft.

Heavy Rain
Madison ist in das Haus des Tierpräparators eingedrungen, um im Origami-Killer-Fall zu ermitteln. Doch alles kommt anders, als erwartet.

Sie sucht nach Verdächtigem, nach Beweisen, die den Mann im Origami-Fall belasten könnten. Nach einer Weile wird sie fündig, allerdings auf gänzlich andere Art, als sie sich das vorgestellt hatte. Plötzlich wird es hektisch und die bisher ereignisarme Episode wird mit einem mal spannend. Madison hat um ihr Leben zu fürchten. Was genau geschieht, soll selbstverständlich wieder jeder selbst herausfinden. Der Tierpräparator bietet fünf verschiedene Enden. Nach Abschluss der Episode wird aufgezeigt welcher davon erspielt wurde. Die Titel der übrigen Enden geben einen kleinen Aufschluss darüber, wie die Geschichte auch hätte enden können, ohne allerdings zu viel zu verraten.

Auch wenn es in dieser Episode nicht allzu viel zu entdecken gibt, sie die Hauptgeschichte von Heavy Rain nicht vertieft und auch über den Charakter der Madison Paige wenig neues liefert, sie ist verdammt spannend. Spannend, wie kaum eine andere Stelle des Hauptspiel es war. Dies gelingt in erster Linie, indem es auf Regiemethoden zurückgreift, die bereits Madisons Episoden in der Hauptgeschichte so eindrucksvoll machten. Besonders nervenaufreibend wird das ganze durch Quick-Time-Events, die nicht nur nach Tastendruck sondern auch nach Entscheidungen verlangen. Entscheidungen, die Madison das Leben kosten können.

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Der Splitscreen kam schon im Hauptspiel mehrmals zu Einsatz und auch hier verfehlt er seine Wirkung nicht. Der Tierpräparator ist nichts für schwache Nerven.

Ganz abgesehen davon, dass diese Episode bei einem Ableben der schönen Journalistin nicht mehr in die Hauptstory passt, Der Tierpräparator ist äußerst kurz. Wer schnurstracks durch die Szenerie flitzt und bei seinen Entscheidungen ein glückliches Händchen besitzt, ist im günstigsten bzw. ungünstigsten Fall nach einer viertel Stunde fertig. Wer den großen Schnüffler heraushängen lässt und alles im Detail untersucht, kommt wohl auf eine halbe Stunde.

Rechenspielchen mit dem Preis-Leistungs-Verhältniss von Heavy Rain und dieser ersten von fünf Episoden scheitern. Die erlebte Geschichte ist völlig isoliert und nicht in der Lage, einen späteren Geschichtsverlauf zu beeinflussen. Ganz anders als das im Hauptspiel der Fall war. Im Großen und Ganzen gehen die rund vier Euro trotzdem in Ordnung, sind allerdings hart an der Schmerzgrenze des Erträglichem.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
sehr spannend, schöne Regie, nervenaufreibende Quick-Time-Events
-
isoliert, nichts Neues über Madison, mit Pech sehr kurz
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